Rezension „Kammerflimmern und Klabusterbeeren“ von Rafael Eigner

Cover
Dieses ist auf eine schöne, vor allem aber witzige Weise dargestellte Version, des Protagonisten. Es spiegelt im Prinzip seine wichtigsten Eigenschaften wieder. Es ist toll umgesetzt, da man die Bedeutung im Buch kennenlernt.

Protas
Einfach aus dem Leben gegriffen. Ein junger Mann, Benny Brandstätter, gutaussehend, wortgewandt, musikalisch, Frauenliebhaber, Notarzt. Er umgarnt nicht nur die Singlefrauenwelt, sondern lässt den Puls seiner Kollegen auch mal nach oben schnellen. Vor allem seine liebenswerte Kollegin, Fatima oder seinem schrulligen Vorgesetzten raubt er oftmals den letzten Nerv. Jedoch sind das nicht die einzigen Attribute, die ihn in diesem Buch so lesenswert machen. Ob´s die täglichen Kloweisheiten sind oder aber seine Gedanken, vor allem seine tiefgründigen Gedanken, die er mit seinen Lesern teilt, er ist immer für einen guten Spruch zu haben und im Wortgefecht unschlagbar. Auch seine Seelenverwandte Ricky ist ein sehr guter Pendant zu ihm, was dieses Buch zu etwas ganz besonderen macht. Man muss auch zwischen den Zeilen lesen.

Schreibe & Inhalt
Dieses Buch hat mich vor allem durch den Mix der Sprache begeistert. Ob es der Einwurf einiger schwäbischen Ausdrücke waren, stilvolle Wortgefechte, die mich während des Lesens haben lauthals Lachen lassen oder  vor allem durch die leichte Art. Die Dialoge im Chatstil, machen es zu etwas ganz besonderen. Es lockert die Geschichte unheimlich auf und man hat als Leser das Gefühl, ein Teil darin zu sein. Man fiebert mit, wann die Antwort auf die letzte Nachricht kommt, genauso, wie es oftmals bei schönen Unterhaltungen ist, die eher geschrieben als gesprochen werden.
Benny, der nach einer durchzechten Nacht, mit einer Naht am Auge aufwacht und eine ominöse Nachricht von „Ricky“ findet, macht sich auf dem Weg, herauszufinden, wer diese ist. Auf diesem Weg dürfen wir ihn begleiten. Er beschreibt seinen Alltag im Notdienst auf lustige Art und Weise mit einem zwinkernden Auge genauso,  wie seine eigene Geschichte, die vorerst nur geschrieben, dann sich in langen Telefonaten entwickelt. Immer hat der Leser das Gefühl, mit einbezogen zu sein und darf an den Gedanken teilhaben.

Spannungsbogen
Kurzweilige Geschichte, die den Leser von Anfang an in ihren Bann zieht und bis zum Schluss nicht los lässt. In keinster Weise wird es langweilig oder langatmig. Man wird hier sehr gut unterhalten.

Taschentuchfaktor
Braucht man nicht unbedingt, obwohl es zum Ende des Buches hin sehr emotional wird.

Erotikfaktor
Ist in meinen Augen eher weniger präsent, da in diesem Buch nicht das Hauptaugenmerk darauf gelegt wurde.

Minisnippet
… Homöopathie war in meinen Augen so, wie wenn ein Bauer auf dem Feld Pupst und dann behauptet, er hätte gedüngt. …

… Ricky bemerkte bissig: „Mein Schutzengel ist ein Penner. Dafür ist mein Racheengel topfit.“ „Bislang kannte ich noch keine Frau, die einen Rachengel hatte“, kommentierte ich. „Tja, Hase, kennst du den Film Johnny Guitar. Wenn Frauen hassen?“ Den Film kannte ich nicht, aber wir kannten beide Frauen, die was an der Waffel hatten und tauschten uns über Frauen mit Waffelproblemen aus. Egal, welches Thema einer von uns anschlug, der andere schlug in dieselbe Kerbe und gab seinen Senf dazu. Weit nach Mitternacht legten wir aus Vernunftgründen mal wieder schweren Herzens auf. …

Fazit
Wer einmal in eine andere Welt, gespickt mit lustigen Dialogen, einigen schwäbischen Phrasen, derben Humor und der Garantie zum Lachen eintauchen will, hat mit diesem Buch eine tolle Entscheidung getroffen.
Ich freue mich auf weiteres Gedankengut von Hr. Brandstätter ähm Hr. Eigner.

Von mir daher verdiente 5 Sterne.

5star


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