Rezension Highland Heart: Die Braut des Nebelkönigs von Rhona MacKinnon

Cover
Das Cover ist  wunderschön illustriert. Es gibt die Atmosphäre und Handlung der Geschichte unglaublich gut wieder. Die Landschaft, die junge Frau, und das Rehkitz, alles hat eine Bedeutung im Roman. Deshalb ist das Cover perfekt gewählt und überzeugt bis ins kleinste Detail.

Protas
Ravna ist die illegitime Tochter des Königs von Dublin. Zusammen mit ihrem kleinen Bruder Fiadh lebt sie wie eine einfache Magd am Hofe ihres Vaters.  Das Geschwisterpaar ist ständigen Anfeindungen der Stiefmutter und -geschwister hilflos ausgesetzt. Als Ravna gegen ihren Willen einen wildfremden Mann ehelichen soll, der ihr Großvater hätte sein können, flieht sie mit ihrem Bruder in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus Dublin. Ihr kleines Boot wird durch einen kräftigen Sturm in eine ganz andere Richtung gelenkt, und die Beiden landen in Kinelvadon, einem Land, das ihnen völlig unbekannt ist. Auf sich allein gestellt, ohne jegliche Nahrung, müssen sie ums nackte Überleben kämpfen. Die Stiefmutter stellt sich erst jetzt als Hexe heraus, die sämtliche Wasserquellen vergiftet, und Fiadh verwandelt sich in ein Rehkitz nachdem er unbedarft Wasser trinkt. Prompt fällt er Jägern zum Opfer und schleppt sich verletzt zu seiner Schwester. So führt er Somhairle, den Mormaer von Kinelvadon, direkt zu Ravna.

Schreibe & Inhalte
Das Autorenduo ist mir unter den Namen Kim Henry und Felicity La Forgia bestens bekannt. Ihre Liebes- und Erotikromane konnten mich durchweg begeistern. Als Rhona MacKinnon wagt das Autorenpaar sich in ein neues Genre. Mit „Highland Heart“ ist ihnen eine grandiose Fantasyadaption von Grimms  Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ gelungen. Gekonnt werden hier romantische Fantasy und wahre Begebenheiten verknüpft. Die Schreibe, die hier zu Papier gebracht wurde, ist unvergleichlich. Die Beschreibungen von Szenen sind traumhaft. Ob Kälte und Sturm, Landschaften oder blutige Schlachten, das Autorenduo schafft es, dem Leser ein genaues Bild in den Kopf zu pflanzen. So etwas habe ich in dieser Form noch nicht gelesen, und es hat mich regelrecht hypnotisiert. Auch die Liebe zwischen Ravna und Somhairle konnte man förmlich am eigenen Körper spüren, einfach wunderschön! Auch die anderen Figuren wurden interessant beschrieben, jede mit ihren besonderen Eigenarten, so dass eine authentische Darstellung aller Personen gewährleistet ist.

Spannungsbogen
Die Handlung ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Der Leser wird sofort in diese magische und tragische Geschichte hineingezogen und nicht mehr losgelassen. Man wird auf eine tiefgründige Reise in eine längst vergangene Zeit mitgenommen, die gleichermaßen fasziniert wie verzaubert.

Taschentuchfaktor
Die kämpferische Ravna hat mir den einen oder anderen Kloß im Hals beschert. Das Glück ist nicht oft auf ihrer Seite, aber sie gibt nicht auf und beißt sich durch alle Widrigkeiten, um ihre wahre Bestimmung zu finden.

Romantikfaktor
Ravna und Somhairle haben so viele intensive Momente, bei denen das Herz jedes Romantikers aufgeht. Ich habe mich in dieses Traumpaar verliebt. Am liebsten würde ich eine Zeitreise unternehmen und in das frühere Schottland reisen, wo es offensichtlich so wunderbare Männer gab. Seufz!

Minisnippet
Goldene Augen funkelten zwischen den Bäumen. Kamen näher. Nach dem ersten Schreck holte sie Luft, um zu schreien. Doch kein Wolf trug ein weißsilbernes Kleid aus feinstem Brokat und hatte schwarzes Haar, das über zarte Schultern strich. Kein Wolf auf der Welt trug dieses Lächeln.

„Ravna, mein liebes Kind.“

Sie fiel auf die Knie. So lange hatte sie sich danach gesehnt, noch einmal diese Stimme zu hören. Seit dem Tag, als diese schlanken Hände ihr Fiadh in den Arm gelegt hatten. Die goldenen Augen gehörten zu ihrer Mutter. Zu Gita, die zu Lebzeiten Augen von der Farbe des Meeres im Sommer gehabt hatte. Gita, die seit vielen Jahren tot war. Ravna brachte kein Wort heraus, konnte nur starren. Auf diese Frau, die so schön war wie damals. Die sie anlächelte, voller Stolz und Sorge und Freude, und die doch nicht da sein konnte.

„Du musst Fiadh finden“, sagte ihre Mutter. So zart. „Du hast gelobt, auf ihn achtzugeben.“

„Er hat Durst, er ist zu schnell für mich“, erwiderte sie und weinte. Hol du ihn, Mutter, wollte sie sagen. Du bist schneller als ich, du hast nicht vier Tage lang mit bloßen Händen Eiswasser aus einer undichten Nussschale geschöpft. Hol ihn zurück zu mir. Wenn du mir jetzt hilfst, lass ich ihn nie mehr aus den Augen.

Fazit
Eine zauberhafte und dramatische Liebesgeschichte. Schottland- und Märchenliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Die liebenswerten Charaktere und der eindringliche Schreibstil laden zum Träumen ein und lassen einen nicht unberührt. Rhona MacKinnon ist mit „Highland Heart“ ein Meisterwerk gelungen, das seinesgleichen sucht. Klare Leseempfehlung von mir und verdiente fünf Sterne!


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