REZENSION Küss mich, solange es schneit von Svenja Lassen

»Zuhause ist kein Ort für mich, sondern ein Gefühl, und das habe ich immer, wenn ich bei dir bin.«

Ines hat das Heimweh gepackt und ist zurück aus Ecuador – samt gebrochenem Herzen. Die Weihnachtstage möchte sie ganz entspannt mit ihrem Vater in Hamburg verbringen, doch dieser hat bereits andere Pläne. Somit zieht Ines weiter nach Akenbüll zu ihrer Mutter und Schwester Lene, doch auch die beiden haben nicht mit Ines’ Auftauchen gerechnet. Die Pechsträhne lässt nicht nach, als ihr klar wird, das ausgerechnet Jan – der Grund für ihren Liebeskummer – auf Lenes und Tobis Hof angestellt ist. Eigentlich wollte sie diesem Mann nie wieder begegnen, der über Nacht mit Sack und Pack verschwunden ist und sie in Ecuador verzweifelt zurückließ. Doch manchmal sind genau jene Tatsachen, die eindeutig erscheinen, in Wirklichkeit anders, als man denkt.

Es ist jedes Mal ein Gefühl von Heimat, wenn ich ein Buch der Autorin in Händen halte. Die liebenswerten, teils verschrobenen Bewohner aus dem Dörfchen Akenbüll sind zu einer zweiten Familie geworden, zu der ich immer wieder gerne zurückkehre. Dieser Band lässt uns in eine kalte, stürmische und nordfriesische Atmosphäre eintauchen, die mit Schneegestöber und Liebeschaos einige bezaubernde Wohlfühlmomente beschert. Die Autorin schreibt voller Gefühl und Romantik, setzt auf den typisch friesischen Humor, und kann durch kleine Geheimnisse und Missverständnisse eine wunderbare Spannung erzeugen.

Die Protagonisten Ines und Jan empfand ich von Anfang an als sehr sympathisch, obwohl ich sie manches Mal an die Wand klatschen wollte. Anstatt offen miteinander zu reden, sind beide zu stolz, um über ihren Schatten zu springen. Eigentlich wären nur wenige Worte nötig, und das Gefühlschaos hätte ein Ende. Auf der anderen Seite ist es aber auch einfach zu unterhaltsam und spannend, diese zwei Sturköpfe auf ihrem holprigen Weg ins Liebesglück zu begleiten.

Dieses Akenbüll-Abenteuer konnte ich erneut in vollen Zügen genießen. Ich habe über die Situationskomik gelacht, über die nordfriesischen Eigenarten geschmunzelt, vor Verzückung geseufzt, über die Charaktere die Augen gerollt und mich gleichermaßen sie verliebt. Ich würde mich jederzeit wieder von Svenja Lassen entführen lassen, denn ihre Worte bringen eine bestimmte Saite in meinem Herzen zum Klingen, die ich nicht mehr missen möchte.

Fazit:
Mit „Küss mich, wenn es schneit“ ist der Autorin ein zauberhafter, winterlich-romantischer Liebesroman gelungen. Ihre Mischung aus Herz, Charme und Humor ist etwas ganz Besonderes und erzeugt eine wohlige Leseatmosphäre. Man kann sich in eine Decke kuscheln, einen heißen Tee trinken und sich mit diesem Buch an die Nordseeküste träumen. Ines, Jan und die anderen Akenbüller haben einiges zu erzählen und ich hoffe, dies war nicht der letzte Ausflug dieser Art. Klare Leseempfehlung von mir!


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