REZENSION Merry Christmas, Cowboy von Lita Harris

»Es hatte nicht viel gefehlt und er hätte sie für immer verloren. Dass sie jetzt hier bei ihm war, kam ihm immer noch wie ein Wunder vor.«

Weihnachten ist die Zeit der Ruhe, Besinnlichkeit und Reflexion. Aber vor allem die Zeit der Liebe und Hoffnung, auf ein Glück, das einem womöglich in den letzten Jahren verwehrt wurde.

Lita Harris schafft es auf bewundernswerte Weise, diese Komponenten in der Liebesgeschichte um Travis und Hannah so gefühlvoll und authentisch zu transportieren, dass mir schier das Herz überquoll. Schon nach den ersten Zeilen fühlte ich mich als Teil dieser bezaubernden Familie, die einen so schweren Schicksalsschlag erleiden musste. Der Prolog weckt das Mitgefühl des Lesers, sodass man gar nicht anderes kann, als immer weiter im Geschehen abzutauchen.

Travis Fuller ist nach dem Unfalltod seiner Frau in einem Hamsterrad gefangen. Er ist ein liebevoller und fürsorglicher Vater für seinen Sohn Jonah, ein vorbildlicher und fleißiger Arbeiter auf der Fuller Ranch. Ein Mann, der seinen Verlust bis heute nicht verarbeiten konnte. Der es nicht schafft, in die Zukunft zu blicken. Die Trauer, der Schmerz und die Schuldgefühle, die ihn seit jenem verhängnisvollen Tag begleiten, kann er nicht abstellen.

Travis konnte sich mit Leichtigkeit in mein Herz schleichen, genauso wie Jonah. Seine Art mit der Trauer umzugehen, hat mir des Öfteren einen Stich versetzt. Es wird einem schnell klar, dass diese Familie ein Wunder braucht. Einen Hoffnungsschimmer, der sie aus dieser trostlosen Starre reißt.

Hannah Montgomery landet in Texas, nachdem ihr Traumjob in New York gekündigt wurde. Die Verlagsassistentin soll einige Monate auf der Bluebonnet Ranch bleiben und für die Erfolgsautorin Carrie Harper arbeiten. Hannah wirkte auf mich zu Beginn sehr verloren und fehl am Platz. Sie war mit der Situation, der neuen Umgebung und den fremden Menschen völlig überfordert. Man hatte den Eindruck, sie wäre lediglich ein scheues Reh, ein stilles Mäuschen. Doch man könnte nicht falscher liegen, denn hinter dieser ersten Befangenheit steckt eine Frau, die mit Humor und Schlagfertigkeit zu bezaubern weiß.

Als Hannah und Travis aufeinandertreffen, erwartet den Leser ein wirklich magischer Moment. Beide blühen auf, als sie miteinander lachen, flirten und sich gegenseitig necken. Selbst Jonah ist von Hannah begeistert und möchte seine neue Freundin am liebsten niemals wieder hergeben. Es macht sich beim Lesen der Geschichte eine Vorfreude breit, die ich kaum beschreiben kann. Endlich scheint es so, dass für Travis, Jonah und Hannah alles gut wird. Das besondere Weihnachtswunder nähert sich mit großen Schritten. Doch neue Erkenntnisse lassen Travis unüberlegt handeln und bringen das gewonnene Glück ins Trudeln.

Lita Harris liefert hier eine weihnachtliche Liebesgeschichte ab, die zwar heimelig und romantisch anmutet, aber auch den Ernst des Lebens nicht außer Acht lässt. Ein wundervoller Roman, der zum Nachdenken anregt. Dass wir an Weihnachten von unseren Liebsten umgeben sind, ist nicht selbstverständlich. Dieses Glück sollten wir uns jeden Tag vor Augen führen. Zu trauern ist wichtig, genauso wichtig ist es aber, nach vorne zu blicken. Die Zukunft hält wunderbare Dinge bereit, man muss nur Mut zeigen und nach dem Glück greifen. Travis, Jonah und Hannah ist dies in jedem Fall gelungen.

Fazit:
Mit „Merry Christmas, Cowboy“ hat die Autorin einen weihnachtlich angehauchten Liebesroman erschaffen, der mit Ernsthaftigkeit und Tiefgang überzeugt. Das Schicksal der sympathischen Charaktere lässt einen von der ersten Sekunde an nicht los. Mitgefühl, Hoffnung und Freude gehen hierbei Hand in Hand. Die texanische Ranch, die Pferde und das gesamte ländliche Flair sind traumhaft und bieten die perfekte Kulisse für diesen herzergreifenden Roman!


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