REZENSION Pfingstrose (The Wayward Gentlemen 3) von Ivy Paul

»Als er Lizzie in die Augen sah, erkannte er, dass die Gefühle, die ihn im Lauf der unzähligen Wochen auf See erobert hatten, auch in ihr schwelten. Die Aussichtslosigkeit auf ein Zusammensein, sollte sie beide dazu bringen, einander auf Abstand zu halten. Doch als Lizzie ihre Hand ausstreckte und scheu auf die seine legte, wusste er, dass sie verloren waren …«

Die Wayward-Gentlemen-Reihe konnte mich bereits mit den Bänden »Tigerlilie« und »Violet« vollkommen in den Bann ziehen. Im Allgemeinen liebe ich Historical Romances und Ivy Paul hat eine ganz besondere Fähigkeit, die Atmosphäre längst vergangener Epochen wunderbar einzufangen. Auch mit dem dritten Teil »Pfingstrose« ist ihr dies gelungen, indem sie eine großartige abenteuerlich-exotische Liebesgeschichte präsentiert.

Lizzie Reardon, die Patentochter von Anna und Christopher Drysdale, soll auf Wunsch ihrer Eltern nun endlich den Bund der Ehe eingehen. Ihr Verlobter und zukünftiger Ehemann ist jedoch ein schleimiger Mitgiftjäger, der Lizzie lediglich als lukratives Geschäft ansieht. Für Lizzie gibt es nur einen Ausweg: Die Flucht zu ihrem Bruder nach Schanghai.

Baronet Caine Brewster, Sohn eines berühmten Reiseschriftstellers, befindet sich gerade auf der Überfahrt nach China, als ihm eine als Mann verkleidete junge Frau ins Auge sticht. Sich sicher, dass die Dame in ernsthaften Nöten steckt, steht er ihr von da an zur Seite. Für den hochrangigen Mandarin und Diplomaten des chinesischen Kaiserhauses, kein leichtes Unterfangen.

Lizzie und Caine kommen sich in den Wochen auf hoher See immer näher. Die Autorin hat das romantische Knistern und die aufkeimenden Liebesgefühle authentisch eingefangen. Die sofortige Vertrautheit, die spritzigen und amüsanten Dialoge, der achtsame Umfang – all das hat mir regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Es dauerte demnach nicht lange, bis mich dieses Heldenpaar für sich gewinnen konnte. Lizzie ist eine sehr herzliche Person, die Mut und Hartnäckigkeit beweist, und damit meine Bewunderung und Anerkennung sicher hatte. Ihre Waghalsigkeit, mit der sie sich immer wieder in Gefahr bringt, ist Fluch und Segen zugleich. Dagegen ist Caine eher ruhig und besonnen, obwohl es ihm keinesfalls an Mut fehlt, wenn es um Menschen geht, die ihm wichtig sind. Seine Loyalität gegenüber dem Kaiser und ebenso Lizzie, ist in seinen Worten und Taten immer spürbar.

Die Angst, dass ihre enge Verbindung von Lizzies Bruder nicht gutgeheißen wird, wird schnell überschattet. Ein übler Verbrecher treibt sein Unwesen und bringt nicht nur Lizzies Bruder und dessen Frau in tödliche Gefahr, sondern auch Lizzie und Caine selbst. Die Geschichte bekommt damit einen überraschenden Krimi-Anteil, der für viel Spannung und Dramatik sorgt. Darüber hinaus setzt »Pfingstrose« mehr auf romantische und sinnliche Momente, als auf hocherotische und explizite Szenen. Man merkt, dass die Autorin Wert auf niveauvolle und ansprechende Beschreibungen legt, was ich besonders für das 19. Jahrhundert und die damaligen Moralvorstellungen absolut realistisch finde.

Ebenso wie das Heldenpaar, überzeugen auch die facettenreichen Nebenfiguren. Egal ob böser Schurke oder treuer Weggefährte, die Ausarbeitung der Charaktere ist mehr als gelungen und trägt einen großen Teil zur Unterhaltung bei.

Fazit:
Mit »Pfingstrose« präsentiert Ivy Paul den dritten Teil ihrer Wayward-Gentlemen-Reihe. Auch die Geschichte um Lizzie und Caine überzeugt durch eine interessante und mitreißende Mischung. Ein widerlicher Verlobter, ein waghalsiges Abenteuer, eine exotische Kulisse, ein gefährlicher Gauner, und nicht zuletzt eine atemberaubende Liebe. Für Fans von historischen Romanzen ein absolutes Muss.


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