Rezension „Mr Undateable (Miss Match 1)“ von Laurelin McGee

Cover
In schwarz-weiß gestaltet und durch die Unterbrechung des Bildes gerät der Mann in den Hintergrund, was zum einen seine Unnahbarkeit darstellen kann, genauso aber auch eine Art Schutz. Es erhöht die Aufmerksamkeit des Lesers, durch eine Art Zurückhaltung.

Protas
Andrea, arbeitssuchend, kann ihr Talent, Menschen gut einzuschätzen, in ihrem neuen Job sehr gut gebrauchen. Sie soll als persönliche Assistentin für ihren sehr geschäftigen Chef, als Partnervermittlerin, ihm die perfekte Ehefrau finden. Anfänglich noch sehr enthusiastisch bei der Suche, merkt sie schnell, dass sie mehr in ihrem Chef sieht und hinter seine Fassade blickt. Die quirlige, auf ihre Art sehr hübsche und sympathische Frau schleicht sich immer mehr in Blakes Leben und stellt es derweilen ganz schön auf den Kopf.

Blake – harte Schale, weicher Kern. Eher ein Chauvinist, der sich Frauen nur zum Spaß und für ein kurzes Abenteuer gönnt, hat einfach keine Zeit für mehr, für Gefühle. Schließlich ist sein Lebensinhalt seine Arbeit. Doch langsam merkt er, dass es Zeit wird, eine Frau fürs Leben, für die Ehe, zu finden. Eine genaue Vorstellung davon, wie sie sein sollte, hat er. So engagiert er Andrea als seine persönliche Assistentin. Anfänglich verfolgt er einen Plan, merkt aber im Laufe der Zeit, dass er immer mehr davon abkommt.
Die kleinen Gefühlsduseleien bringen ihre Arbeitsbeziehung gewaltig ins Wanken…

Schreibe
Eine durchaus ansprechende und recht witzige Story. Gerade durch die lose Zunge der Hauptprotagonistin Andrea, die durch ihre unerschrockene Art überzeugen konnte, hat die Geschichte Biss bekommen. Die Autorin hat einen lockeren, angenehm zu lesenden Schreibstil, der genug Gefühle transportiert, aber auch die humorvollen Momente dem Leser vermittelt.

Spannungsbogen
Die Geschichte selber war eher unaufgeregt. Es war nicht so, dass sie langweilig war, es hätte einfach mehr passieren müssen, um richtig an Fahrt zu gewinnen.

Taschentuchfaktor
Waren hier nicht nötig. Dafür gab es zu wenig Drama, zu wenig Tiefe.

Erotikfaktor
Das Prickeln und das Zueinanderfinden waren schön geschrieben und die erotischen Momente passend und mit genug Leidenschaft. Sehr ansprechend.

Minisnippet
… Sie zu feuern kam nicht infrage. Nicht nur wegen der juristischen Folgen, sondern auch, weil er schlicht nicht wollte, dass sie ging. Er brauchte sie. Um eine Frau für ihn zu finden, natürlich, auch wenn der Gedanke an die Heiratsvermittlung sich im Augenblick fremd und unwillkommen anfühlte. Doch so sah es der Plan nun einmal vor, und von dem würde er nicht abweichen, nicht wegen einer zwar hübsch kurvigen, aber doch total dreisten Büroangestellten. Auf keinen Fall. Keine Chance. Niemals.
Ja, dachte er, als er sich zufrieden in seinem Sessel zurücklehnte, ich bin definitiv wieder im B-Modus. …
… Weil sie ihn auslachte, wenn er sich zu wichtig nahm. Weil sie ihm keine scheuerte, auch wenn er es noch so sehr verdient hatte. Weil sie aufgedonnert auf seiner Türschwelle erschien, um ihn zu verführen – wo sie doch dermaßen sexy war, wenn sie Alltagskleidung trug. Weil sie ihm ständig widersprach, nie ein Blatt vor den Mund nahm. … Vor allem, weil sie einfach die unglaublichste Frau war, die er je getroffen hatte, …

…arrogant, narzisstisch und starrköpfig. Erst durch die gemeinsame Zeit hatte sie gelernt, dass er so viel mehr war als das. Wäre sie nicht gezwungen gewesen, Zeit mit ihm zu verbringen, hätte sie ihn keines zweiten Blickes gewürdigt. Und das wäre der größte Fehler ihres Lebens gewesen. …

Fazit

Die Idee und auch die Umsetzung dieses Buches waren gelungen. Die Protagonisten haben mir gut gefallen und in Blake hat Andrea ihren gleichwertigen Teamplayer gefunden hatte. Es war insgesamt eine amüsante und nette Geschichte, um ihr einen schönen Leseabend zu widmen. Jedoch muss ich einen Punkt abziehen, da mich die Story an manchen Stellen einfach nicht gefesselt hat und sich unnötig in die Länge zog. Hier hätte es einfach etwas knackiger, spannender zugehen können.

4 Sterne.


„Mr Undateable (Miss Match 1)“ von Laurelin McGee


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