Rezension „Rock’n’Rallye“ von Annie Stone

Cover
Das Cover ist traumhaft schön, ich mag es total gerne. Solch ein innovatives Design sieht man momentan nicht oft. Die Verschmelzung von Liebespaar und Rallye-Szene ist etwas ganz Besonderes und ein absoluter Blickfang.

Protas
Aubrey Galloway ist das Partygirl schlechthin und sorgt mit ihren Drogen- und Alkoholexzessen regelmäßig für Schlagzeilen in der Presse. Der Großteil ihrer Familie hat ihr schon den Rücken zugekehrt, was sie wenig stört – so hat es zumindest den Anschein. Doch als ihr Vater plötzlich stirbt und ihr sein Rallye-Team vererbt, wird sie aus ihrer Scheinwelt gerissen und reflektiert ihr bisheriges Leben. Sie nimmt die Herausforderung an, obwohl sie keinen blassen Schimmer vom Motorsport hat und von ihren männlichen Teamkollegen müde belächelt wird.

Kyle war ein aufstrebender Rallyefahrer, der durch sein Talent rosige Zukunftsaussichten hatte. Seitdem er aber immer wieder mit rüpelhaften Benehmen auffällt, Autos zu Schrott fährt und aus jedem Team geworfen wird, ist der Traum vom Rallye-Sieg nun vorbei. Als die neue Teamchefin von Gally-Rallye händeringend Fahrer sucht, lässt sich Kyle diese einmalige Chance nicht eingehen. Er will sein Können erneut unter Beweis stellen und den Sieg einfahren, was sich aber als schwierig erweist, denn sein neues Team steht auf sehr wackeligen Beinen.

Schreibe & Inhalt
Die Bücher von Annie Stone haben eines gemeinsam: Man lernt einfach immer wieder etwas Neues. So verhält es sich auch mit Rock’n’Rallye, denn die hier beschriebene Motorsportart habe ich meines Wissens noch nie in einem Liebesroman vorgefunden. Aubrey und Kyle starten in ein aufregendes Rallye-Abenteuer, das sehr authentisch und abwechslungsreich dargestellt wird. Der Schreibstil ist gewohnt spritzig, sexy und humorvoll. Die Chemie zwischen den Protagonisten ist einfach wundervoll und ihre Wortgefechte sorgen für eine Menge Lachflashs. Aubrey war mir sofort sympathisch, denn ihre Skandale entpuppen sich schnell als Hilfeschrei nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Hinter ihrer Fassade steckt eine sensible und verletzliche junge Frau. Der Tod ihres Vaters stürzt sie ins Chaos, aber gleichzeitig hat sie nun eine verantwortungsvolle Aufgabe und ein Ziel vor Augen. Das Rallyefahren ist eine Männerdomäne und Aubrey werden einige Steine in den Weg gelegt, denn niemand traut ihr eine erfolgreiche Teamführung zu. Ihr Ehrgeiz wird dadurch erst recht angestachelt, deshalb muss sie auch auf Fahrer zurückgreifen, die nicht unbedingt erste Wahl sind. Kyle ist bekannt als Bad Boy, Rüpel und Troublemaker. Nur, wer wirklich verzweifelt ist, würde ihn in sein Team holen. Diesbezüglich haben er und Aubrey einiges gemeinsam, denn beide haben einen Ruf weg, der ihnen nicht gerecht wird. Auch Kyle besitzt eine Seite, die nur wenige kennenlernen dürfen. Er ist hilfsbereit, fürsorglich und liebenswert. Seine besondere Macke, das Aufzählen von unnützem Wissen, hat mein Herz im Sturm erobert. Man wartet regelrecht auf den nächsten Spruch von ihm, um dann fassungslos mit dem Kopf zu schütteln. Aubrey und Kyle wachsen in diesem Liebesroman über sich hinaus und finden eine innere Stärke, die man nur bewundern kann.

Spannungsbogen
Der Ablauf einer Rallye war mir bislang völlig unbekannt, deshalb habe ich die Ausführungen mit Spannung und Interesse verfolgt. Darüber hinaus steht Aubrey, sowohl privat als auch beruflich, vor einem schweren Weg. Das Ende der Geschichte ist unvorhersehbar, trotzdem hofft man natürlich, dass sich ihre Anstrengungen auszahlen und sie in allen Bereichen als Siegerin aus dem Rennen geht.

Taschentuchfaktor
Gleich zu Beginn wird man mit einem Schicksalsschlag konfrontiert, der mir persönlich sehr ans Herz ging. Aubrey hat ihren Vater, obwohl es manchmal nicht so aussah, sehr geliebt. Nach seinem Tod fühlt sie Scham und Schuld, weil sie ihn enttäuscht hat und nun keine Gelegenheit mehr bekommt, die Differenzen aus der Welt zu schaffen. In Sachen Liebe muss Aubrey ebenfalls schmerzhafte Momente erleben und als Leser muss man hier einfach mitleiden.

Erotikfaktor
Explizite Erotik steht hier nicht im Vordergrund und ich habe sie auch nicht vermisst. Zwischen Aubrey und Kyle knistert es gewaltig, sie flirten auf ihre eigene, ganz charmante Art, und das zaubert einem immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Sexy Momente fehlen also keineswegs.

Minisnippet
»Wusstest du, dass ein Krokodil seine Zunge nicht rausstrecken kann?«

Ich starre ihn irritiert an. »Was?«
Er lacht und zuckt mit den Schultern. »Ist mir gerade eingefallen.«
»Dir ist gerade eingefallen, dass ein Krokodil seine Zunge nicht rausstrecken kann?«
»Manchmal habe ich solche Einfälle.«
»Was stimmt denn mit dir nicht? Hier ist weit und breit kein Krokodil zu sehen.«
»So funktioniert mein Gehirn auch nicht.«
»Ich befürchte, es funktioniert gar nicht«, murmele ich.
»Oh, da hat aber jemand schlechte Laune.«
»Und es macht es nicht besser, wenn man mich darauf hinweist.«
Kyle kneift mich in die Wange. »Einen Tag lasse ich dir den Morgenmuffel durchgehen, aber ab morgen reißt du dich zusammen.«
Ich schlage nach seiner Hand, die er schnell wegzieht. »Was soll das denn? Bist du bescheuert?«
»1936 waren die Niagarafälle vollständig zugefroren.«
»Ach, halt die Klappe.«

Fazit:
Eine wunderschöne und tiefgründige Geschichte über Familie, Freundschaft, Selbstfindung und natürlich die Liebe. Diese Art von Rennzirkus war für mich neu, aber das Rallye-Abenteuer konnte mich absolut begeistern. Die Kernaussage, dass es keine Männer- und Frauendomänen geben sollte, wurde sehr schön in die Handlung eingebunden. Aubrey und Kyle sind ein spannendes und charismatisches Paar, das sehr unterhaltsam und liebenswert ist. Das Buch überzeugt mit einem frischen Thema und der Vielfalt an Emotionen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!


ROCK’N’RALLYE von ANNIE STONE 


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