Rezension Frigid von J. Lynn

Cover
Das Cover ist unspektakulär, und auch die Tatsache, dass die Frau am Cover nicht der Beschreibung von Sidney entspricht, finde ich sehr schade.

Protas
Sidney fand ich von Anfang an klasse. Sie wird als schwarzhaarige junge Frau mit stechend hellblauen Augen beschrieben, die wohl körpergrößentechnisch aufs Beste reduziert wurde. Ein kleines Ding, sozusagen 😉 Was sie für mich von Anfang an mega sympathisch machte. Dass ihr Herz beinahe täglich gebrochen wird, hat sein übriges dazu beigetragen.

Kyler ist ein Frauenschwarm. Das weiß er zu nutzen und lässt nichts anbrennen. Mit Sidney verbindet ihn eine tiefe Freundschaft und es liegt ihm kaum mehr am Herzen als ihr wohlergehen. Er ahnt jedoch nicht, dass genau er es ist, der sie zerstören kann, und das auch jeden Tag tut.

Schreibe & Inhalt
Der Schreibstil von J. Lynn besticht auch in diesem Buch wieder damit, dass ein Kapitel genügt, um absolut süchtig zu sein nach der Geschichte. Wir dürfen sowohl in Sidneys Gedanken, als ich in jene von Kyler eintauchen. Und genau das wird zu einer explosiven Mischung an Lesestoff, denn sowohl Sidney und auch Kyler stehen vor einem absoluten Gefühlschaos.

Sidney und Kyler wollen ihren jährlichen Skiurlaub mit ihren Freunden in den Bergen verbringen. Für Sidney ist die Reise Qual und Freude zugleich, denn ihre Gefühle fahren in Kylers Gegenwart Achterbahn. Ihre perfektionierte Fassade bröckelt immer mehr, denn die Sehnsucht nach ihm wird unerträglicher. Die Tatsache, dass sie plötzlich alleine in der Skihütte sind, birgt ein gewisses Konfliktpotential, denn zwischen den beiden gibt es zu viele ungesagte Dinge.

Aber nicht erwiderte Gefühle sind nichts im Vergleich dazu, wenn jemand nach Rache sinnt.

Spannungsbogen
Ich war von der ersten Seite an gebannt und war auch sofort drinnen in der Geschichte. Meiner Meinung nach blieb es die ganze Zeit spannend, da genau diese Spannung zwischen Sidney und Kyler zu fühlen ist. Ich hab mit einer kleinen Pause, das Buch in einem Tag durchgelesen.

Taschentuchfaktor
Ich musste das ein oder andere Tränchen lassen, da Sidney wirklich leidet. Aber auch Kyler macht einen fertig mit seinen Gedankengängen.

Erotikfaktor
Es empfiehlt sich nicht, dass man das Buch an öffentlichen Plätzen liest…so wie ich, im Zug. Es wäre eine regelrechte Verharmlosung wenn ich sagen würde, ich war ein wenig erregt, denn bei Gott, es war mir schon fast peinlich in diesem Zug zu sitzen. Dabei steht Sex meist nicht im Vordergrund. Aber die erotische Spannung flirrt so extrem, dass ich mit Überzeugung sagen kann, ich hab selten was Vergleichbares gelesen. Ein MUSS…

Minisnippet
Mann, heute Morgen hatte ich wirklich Scheisse gebaut. Ein Fehler unter Tausenden. Und jedes Mal hatte ich panische Angst, dass es der letzte gewesen sein könnte. Dass Syd beschloss, sie hätte die Schnauze voll von mir – von den Mädchen, der ständigen Partymacherei, von was auch immer. Das ihr auffiel, dass sie ohne mich tausendmal besser dran war und aus meinem Leben verschwand. Irgendwann würde das passieren. Ich wusste es einfach.
Ich umrundete den Park und lief schneller, wobei ich den vereisten Flächen auswich. Sydney war perfekt – der Inbegriff einer perfekten Frau. Sie war unverdorben und rein. Unantastbar.
Sie war alles für mich.
Ich hatte einen Großteil meines Lebens in dem Versuch verbracht, Syd zuliebe keinen Mist zu bauen, und trotzdem hatte ich immer irgendwie versagt. Ich hatte den Ausdruck in Syds Augen gesehen, als Mindy heute Morgen aus dem Bad gekommen war; ich wusste, dass sie davon überzeugt war, ich hätte gestern Abend mit der Tussi geschlafen. Was keine besondere intellektuelle Anstrengung erforderte, das zu denken. Aber es war ja nicht so, als besäße ich keine Standards oder keine Moral oder irgendwas. Ich war ziemlich sicher, dass ich Mindy nicht eingeladen hatte, aber irgendwie war sie trotzdem bei mir gelandet. Ich hatte ihren betrunkenen Hintern auf der Couch geparkt, meine Schlafzimmertür verschlossen und das war´s. Ich machte Syd keine Vorwürfe, weil sie vom Schlimmsten ausging, und letztendlich war es zwecklos, mich vor ihr zu erklären. Das hätte gar nichts geändert.
Sydney Bell war schon immer zu gut für mich gewesen und würde es auch immer sein.

Fazit:
Ein höchst erotischer und emotionaler Liebesroman, der einmal mehr zeigt, dass diese platonische Freundschaft zwischen Mann und Frau sicherlich manchmal funktionieren kann, aber das meist schwieriger ist als gedacht. Die Geschichte kocht vor Emotionen und die meisten Szenen sind sehr gefühlvoll und realistisch beschrieben. Eine klare Kaufempfehlung…ach das ist eine Untertreibung, am liebsten würd ich Kaufzwang verhängen. Ich gebe 5 von 5 Sternen.

5star


„Frigid“ aum Amazon

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