Rezension „Alles nur Vertrauenssache?!“ von Franziska Erhard

Cover
Das Cover passt sich hervorragend dem Stil seiner Vorgänger an. Das Schöne daran ist, dass wieder Elemente der Geschichte auf diesem wiederzufinden sind.

Prota
In diesem dritten Teil der „Alles nur“ – Reihe geht es um Jess Miller. Sie ist eine erfolgreiche Designerin, die einen neuen Weg einschlagen will, ihr Geschäft zu erweitern. Doch leider verläuft der Weg zum Ziel nicht ohne Komplikationen. So muss sie einige Steine auf diesem wegräumen. Zum Glück stehen ihr ihre Familie, Freunde und auch ihr tolles Team zur Seite. Wie wird sie sich entscheiden, wenn sie vor der größten und schwierigsten Frage ihres Lebens steht?

Schreibe
Der Autorin gelingt es, mit ihrem sehr emotionalen einfühlsamen Stil, der Story die notwendige Tiefe zu geben, aber auch genügend witzige, humorvolle und natürlich auch prickelnde Szenen einzubauen. Man liest zwischen den Zeilen, was das eigentliche Drama und Ausmaß dieser Geschichte ist.  Das gibt ihr eine schöne Dynamik, sodass man das Buch gar nicht erst aus der Hand legen möchte. Beim Lesen leidet man mit Jess, möchte sie einfach nur in die Arme nehmen und für sie da sein. Erfreut sich ihrer losen Zunge und träumt mit ihr, hofft und bangt.

Hier geht es dieses Mal nicht nur um die große Liebe und die Dramen, die dahinter stehen. Es wird ein sehr wichtiges Thema aufgegriffen.  Wenn Eitelkeiten und Gefühle verletzt werden, und wie schnell man sich in einer Opfer-Täter-Rolle wiederfindet.

Spannungsbogen
Von Anfang an ist man von der Geschichte gefesselt. Man will einfach erfahren, wer Jess diese Steine in den Weg legt und leidet bis zur Auflösung mit.

Taschentuchfaktor
Ja, definitiv berührt dieses Buch. Es sind nicht immer offensichtlichen Dramen, die direkt auf die Tränendrüse drücken, nein auch die emotionalen, tiefgründigen treiben Tränen in die Augen, weil sie den Leser aufgewühlt zurück lassen.

Erotikfaktor
Romantik wird bei all dem Drama nicht vergessen und so spüren wir als Leser auch Kribbeln und Knistern.

Minisnippet
… Manchmal, wenn ich unschlüssig war, dann holte ich diese Kisten heraus und sah mir die Sammlung ausgefallener Knöpfe, Bänder und Schnallen an, die ich hier zusammengetragen hatte. … Diese Kisten oder besser gesagt der Inhalt begleiten mich teilweise schon mein halbes Leben. …
Behutsam nahm ich die alte Lebkuchenschatulle aus dem Umzugskarton. Das leise Rascheln im Inneren ließ selbst heute noch meinen Magen kleine Hüpfer machen. Ich stellt sie auf ein Regalbrett und trat einen Schritt zurück. Perfekt. Jetzt war ich wieder zu Hause. …
… „Es gibt da einen Ort in mir und in dir, der gehört nur uns. Jeder hat ihn, aber nicht jeder findet ihn. Man muss lernen und üben und irgendwann kannst du dich ganz nach deinen Wünschen dorthin zurückziehen. Dein echtes Ich, verstehst du? Den Teil von dir, den niemand berühren darf, den niemand beschmutzen soll, den du niemanden zeigst, dieser Teil von dir ist dort ganz sicher.“ …
… Das Schlimmste an so einer Situation ist die Scham. Die Scham, was aus dir selbst wird, was du plötzlich tust, obwohl du weißt, dass es falsch ist. Als hätte der andere Macht über das, was du denkst. Du siehst dir zu, wie du Dinge tust, die du bei anderen nicht verstehen würdest, wie du plötzlich ein anderer Mensch bist. Das isoliert dich, nach und nach, und zieht dich immer tiefer hinein. Du weißt, dass du immer gesagt hast, so etwas würde mir nicht passieren, so würde ich nie handeln, und dann machst du genau das. …

Fazit
Dieses Buch schließt man nicht einfach und erfreut sich der Geschichte. Nein, diese Geschichte lässt einen nachdenklich zurück. Sie ist sehr emotional, wirft Fragen auf und regt zum Nachdenken an. Wo hört der Spaß auf, wo fängt es an, schiefe Bahnen einzuschlagen. Wie schnell wird man zum Opfer, obwohl man bisher glaubte, alles unter Kontrolle zu haben?
Es ist für mich die bisher berührendste Geschichte der „Alles nur“ – Reihe von Franziska Erhard.

Von mir gibt es verdiente 5 Sterne.


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