Rezension „Love Me – The Hard Way“ von Margaux Navara

Cover
Das nüchtern in grau gehaltene Cover besticht vor allem durch seinen Titel, Love Me, der durch die rote Farbgebung eher einer Aufforderung gleicht. Es erregt in meinen Augen dadurch mehr Aufmerksamkeit.

Protas
Emma, von Beruf Homestagerin, möchte nach ihrer missglückten Ehe ein eigenes Leben aufbauen. Ein Leben, wo sie das Sagen hat, sie sich nicht bevormunden lassen muss, auf eigenen Beinen stehen kann. Doch leider holt sie immer wieder die Vergangenheit ein, die sie in ihrem Tun und Handeln blockieren, unter Druck setzen und auch Ängste hervorrufen, die sie in die hinterste Ecke ihres ICHs verbannt hatte.

Luke wird eher als der Mann dargestellt, der nichts anbrennen lässt, seine Geister vertreibt und es liebt, ungebunden zu sein. Auch er trägt sein Päckchen der Vergangenheit. Doch ist er es, der mit seinem Charme und seinem Handeln Emma aus ihrer Reserve lockt.

Schreibe
Aus Sicht Emmas und Luke dürfen wir die Geschichte erleben. Der Autorin gelingt es, beide Protas sehr sympathisch und vor allem mit viel Fingerspitzengefühl darzustellen. Luke, mit seiner feinfühligen Art, die er gekonnt einsetzt, wird sehr authentisch beschrieben. Immer bedacht, dass es seiner Emma gut geht, manchmal auch sich selbst zurücknehmend. Auch Emma überzeugt mit ihrer natürlichen und liebevollen Art. Mit den ihr zugeschriebenen  Ängsten, die sie in mancher Hinsicht zu lähmen drohen, jedoch sie auch umso stärker machen, wirkt ihr Charakter überzeugend.

Spannungsbogen
Durch die Verflechtung zweier Geschichten, den Fokus auf Emma und Luke, und eben der Hintergrundgeschichte entsteht eine gewisse Spannung beim Lesen. Man will auf der einen Seite wissen, wie geht es mit den Protas aus. Auf der anderen Seite, schaffen es die Protas, ihre Dämonen zu bekämpfen?

Taschentuchfaktor
Waren hier nicht nötig. Eher mal ein Aufstöhnen, wenn Szenen angeschnitten wurden und man sich als Leser selber seine Gedanken machen musste, weiter spinnen musste.

Erotikfaktor
Vor allem die beschriebenen Sexszenen machen das Buch zu etwas Besonderem. Egal, ob es die bildhaft dargestellten Sessions sind oder die eingesetzten Spielsachen. Empfindungen, Rauschzustände werden nachvollziehbar beschrieben, sie kurbeln das Kopfkino an. Freunde des BDSM Genres werden sich hier gut aufgehoben fühlen, da es auf eine schöne und angenehme Art das Liebesspiel zweier Menschen beschreibt, die ihre Rolle darin gefunden haben.

Minisnippet
… Emma nickte. Sie fühlte sich zutiefst verunsichert. Sie wollte ihn, wollte Sex mit ihm. Es würde eine Befreiung bedeuten von imaginären Fesseln, eine Loslösung von alten Zwängen, doch es fiel so schwer, den Schritt zu tun. All das war zu sehr mit Vergangenem belastet Gerade seine Anspielungen auf Besitzergreifen und Gehorchen erregten sie und verstörten sie zugleich. …

…Emma schaute sich ihr Werk an. Der gefesselte Panther, wie sie ihn schon im Bett gesehen hatte. Ein wenig in seinen Bewegungen beschränkt, aber nicht seiner Freiheit beraubt. Widersinnig, ja, aber er wirkte nicht wie ein Gefangener, sondern eher wie ein Herrscher auf seinem Thron. Trotzdem fühlt sie sich sehr viel sicherer. Ein gefesseltes Raubtier durfte man streicheln, solange man aufpasste, wo seine Zähne waren. …

…”Ich wollte mich in Luft auflösen, paff, wie eine Seifenblase, eben noch da, dann alles weg.”
“Seifenblasen hinterlassen Spritzer oder sogar Flecken. Sie können sich nicht in Nichts auflösen.”

Fazit
Wenn der Deckel zum Topf passt, die Chemie stimmt, dann kann das der Beginn einer wundervollen Beziehung sein; in jeglicher Hinsicht.
Aber gerade wenn es Partner in einer Beziehung gibt, die das ganze missverstehen, schamlos ausnutzen, fügt es einen größeren Schaden hinzu, als man sich vorstellen kann.

Dies spielt in der Geschichte eine wichtige Rolle. Der Autorin gelingt es sehr gut, dieses in die Hauptgeschichte einfließen zu lassen. Denn der Fokus liegt bei Emma und Luke. Beide haben ihre Päckchen der Vergangenheit zu tragen, was sich in ihrem Verhalten dem anderen gegenüber widerspiegelt. Immer wieder werden Bruchstücke derer in die Geschichte eingeflochten, um am Schluss ein ganzes Bild zu ergeben.
Lediglich die Schnelligkeit, wie beide zueinander fanden und wie manchmal Sex als Gesprächslösung verwendet wurde, waren mir etwas zu viel. Leider auch der schnelle Schluss. Hier hätte vielleicht ein Epilog noch die Geschichte aufklären können, um den Ganzen einen Rahmen zu geben, fertig zu sein.

Von mir gibt es daher verdiente 4 Sterne.


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