Schreibwettbewerb Februar 2017 Finalisten Mandy Schmidt

Heute kommen wir nun schon zur dritten Geschichte, die es in die Finalrunde geschafft hat.
Viel Spaß beim Lesen.


»Julie!«, rief es hinter mir her, als ich wie eine Verrückte aus dem Zimmer stürmte.

Die Treppen nach unten schwebte ich regelrecht, da ich mich wie in einer Art Trance fühlte. Und nicht nur das. Da war ein dumpfer Schmerz in meinem Herzen, der sich unaufhaltsam in meine Seele bohrte.

Es tat weh.

Nicht nur ihn zu sehen, sondern auch meine beste Freundin. Wie konnten mir das beide bloß antun?

Es war kaum zu fassen, dass ich die ganze Zeit so blind gewesen bin. Irgendwie schien gänzlich jeder gewusst zu haben, dass zwischen den beiden etwas lief; nicht umsonst versuchte mich einige eben nicht nach oben in das Haus zu lassen.

Eine Party.

Eine, die Kilian Haper veranstaltete.

Ein Typ, der ein Haufen Kohle besitzen musste; oder eher seine Eltern.

Einer, der sich ständig hinter seiner bescheuerten Kapuze versteckte und wahrscheinlich in der Schule einen Darfschein besaß, weil er sie nicht abnehmen brauchte.

Er feierte in diesem Moment seinen neunzehnten Geburtstag.

Woher ich das wusste, auch wenn ich mich solchen Menschen nicht verkehrte?

Durch die Einladung, die sogar ich bekommen hatte. Nicht nur ich, sondern alle aus unserem Jahrgang.

Deswegen wunderte es mich auch, dass Lucas an diesem Abend für mich keine Zeit hatte, weil er angeblich mit Fieber im Bett lag.

Konnte er sich nicht eine bessere Ausrede einfallen lassen?

Ich war doch nicht bekloppt.

Eigentlich hatten wir vor ins Kino zu gehen, doch ich ahnte da schon etwas. Zwar vertraute ich ihm, doch schon seit einem halben Jahr ging das Gerücht herum, dass er angeblich neben mir noch ein weiteres Mädchen ins Bett ließ.

Natürlich beteuerte er stetig, dass da nichts wäre.

Ich glaubte ihm.

Bis zu diesem Abend.

Selbstverständlich ging ich etwas später zu ihm nach Hause. Ich besorgte trotz dessen noch ein paar Filme, sodass es nicht aussah, dass ich ihm hinterher spionierte, obwohl es der Tatsache entsprach.

Irgendwie war ich dann auch nicht wirklich überrascht, dass bei ihm alles dunkel war. Seine Eltern mussten ebenso ausgeflogen sein.

Da ich zweifelsohne nun wusste, dass auch noch die Party veranstaltet wurde, wo jeder eigentlich hin ging, beschloss ich kurzerhand dann doch dort vorbeizuschauen, denn ich konnte mir nicht vorstellen, Lucas irgendwo anders zu begegnet und ich hatte recht.

Und wie ich recht hatte.

»Julie. Warte doch!«, rief er mir noch hinterher und zog sich dabei seine Hose richtig nach oben.

Das Hemd war falsch geknöpft und auch der Gürtel klimperte im Rhythmus seiner Schritte.

Als wenn ich stehen bleiben würde.

Was dachte er denn von mir?

»Es ist nicht so, wie es aussieht.«, rief er noch und kurz bevor ich am Gartentor ankam, hielt ich trotz dessen sauer an.

Glaubte er wirklich ich sei so dumm?

Ruckartig drehte ich mich herum und unverzüglich musste er abbremsen, sonst wäre er in mich hineingerannt.

Seine braunen Augen sahen mich traurig und flehend an. Augen, die mir eigentlich so vertraut waren, wobei ich mir nun vor kam, als würde ich diesen Menschen vor mir; gar nicht mehr kennen.

Er war seit dem Tod meiner Mam mein Sprungbrett in ein neues Leben gewesen. Hatte mir geholfen, dass ich nicht jede Nacht das Kissen vollheulte. Es war auch der Tag an dem ich mit ihm zusammen kam. Die erste Beziehung überhaupt für mich.

Ich schenkte ihm sogar mein erstes Mal. Und für was? Das er  nicht mal ein Jahr später mit meiner besten Freundin vögelte?

Sollte das alles ein Witz sein?

Plötzlich spürte ich in mir nichts mehr, außer die Wut auf beide. Ich hatte einfach kein Mitleid mit ihm. Weshalb auch?Sollte es nicht anderes rum sein?

Doch so wie er guckte, hoffte er wahrscheinlich, dass ich ihn so wie sonst; um den Hals fiel. Da hatte er sich allerdings geschnitten. Das Ding war für mich durch. Und dann noch dieser Satz: Es ist nicht so wie es aussieht.

Natürlich nicht. Überhaupt nicht.

Wenn man halb nackt übereinander her fällt, dann ist es nicht so, wie es den Anschein hat.

»Glaubst du ich bin total behämmert? Ich habe Augen im Kopf, falls du das vergessen hast.« und fuchtelte unwillkürlich mit den Händen vor meinem Gesicht herum.

»Es… Emily… Sie hat mich angebaggert die ganze Zeit und…«, stotterte er herum.

»Willst du mich verscheißern? Emily? Sie ist meine beste Freundin… Sie war es… Und du warst die längste Zeit mein Freund gewesen. Darauf kannst du wetten. Bescheiße jemand anderen, aber nicht mich. Wie lange läuft das überhaupt schon zwischen euch? Hm? Seit heute? Seit einer Woche? Oder doch schon seit Monaten?«, brüllte ich nun.

»Julie… Es… Sie hat sich an mich ran geschmissen… Was sollte ich denn machen? Ich habe ihr oft genug gesagt, dass ich dich liebe und nichts von ihr will, aber…«, doch er wurde umgehend unterbrochen.

»Jetzt bin ich daran schuld? Wer hat hier wen die ganze Zeit angemacht und gesagt, ich sei doch viel besser als sie?«, hörte ich die Stimme von Emily.

Ihre Kleidung saß besser, als die von Lucas, doch auch ihr Gesicht konnte ich nicht mehr ertragen. Ich musste sofort verschwinden.

Nicht nur, dass alle Leute, die um uns herumstanden gafften, sondern ich fühlte mich auch noch ziemlich mies und bloßgestellt.

Bevor Lucas binnen weniger Sekunden meine tränennasse Wange berührte, ging ich einen Schritt nach hinten und spürte geradezu das Tor in meinem Rücken, was sich kühl in meine Haut bohrte.

Mein Kopf wurde dadurch wieder etwas klarer. Die Hysterie verschwand und eine plötzliche Ruhe überkam mich.

Unvermittelt schoss meine Hand an meinen Hals.

Etwas kühles umklammerten meine Finger und ich riss an dem Anhänger, den mir Lucas nach unserem ersten Kuss schenkte; ab.

Zumindest versuchte ich es, denn so wie in den Filmen; klappte es nicht ganz und hätte ich es so erneut probiert, dann hätte ich mich sicherlich dabei noch stranguliert.

Deswegen öffnete ich eilig den Verschluss und versuchte nicht an mein Missgeschick zu denken.

Prompt fühlte ich mich nackt, obwohl ich eine Jeans und ein Oberteil trug. Ich vermisste zugleich den blauen Anhänger, der einer Wassernixe glich bestimmt nicht, denn er würde mich sonst nur unnötigerweise an den Schmerz erinnern und das hatte Lucas nicht verdient.

Kurz dachte ich an unseren ersten gemeinsamen Kuss.

Er fand in dem kleinen Ort, wo wir lebten; am See statt. Deswegen hatte diese Figur immer meine gewisse Bedeutung gehabt. Nun fühlte ich nichts anderes mehr, außer Hass.

Trotz dessen, war es als würde ich mir den Ballast regelrecht abstreifen und warf die Kette vor seine Füße; das Einzige, was uns verband.

»Das kannst du mir nicht antun.«, hauchte er fassungslos.

»Ach nein? Überlege du doch mal, was du mir mit der ganzen Scheiße angetan hast.« und hinter Lucas hörte ich es plötzlich schluchzen.

Fast hätte sie mir leid getan. Aber auch nur fast.

Denn als sie plötzlich den Mund aufmachte, dachte ich komplett vom Glauben abzufallen.

»Warum gibst du es denn nicht endlich zu? Du kannst es nicht mehr leugnen.« und der Blick von Emily kreuzte meinen.

»Zwischen uns ist schon länger etwas. Wir wollten es dir die ganze Zeit schon sagen, aber es gab einfach nicht den richtigen Zeitpunkt.«

»Den richtigen Zeitpunkt?«, spuckte ich ihr regelrecht vor die Füße. »Den gibt es für so eine Scheiße nicht. Du warst meine beste Freundin. Ich habe dir vertraut und du… ihr… Gott… Lass mich einfach nur in Frieden.«

Zugleich drehte ich mich herum, eilte aus dem Tor raus und sprang auf mein altes Fahrrad.

Natürlich brüllte mir Lucas hinterher: »Verdammt, Julie. Ich liebe doch nur dich.«

Am liebsten wäre ich rum gedreht und hätte ihr so gerne die Augen ausgekratzt und ihn kastriert. Eigentlich wäre es eine Genugtuung die beiden zur Sau zu machen, doch ich konnte die Blicke der Herumstehenden einfach nicht mehr ertragen.

Mitleidig und neugierig, was ich nun machte.

Flucht war dann doch die bessere Wahl, bevor ich mir noch blöder vor kam.

Schneller trat ich in die Pedale, sodass die Laternen in der Dunkelheit nur so an mir vorbeiflogen. Wie ein Tunnel, der mich einfach nur immer und immer weiter geradeaus dirigierte.

Ich hatte keinen Plan wohin ich wollte.

In diesem Augenblick wahrscheinlich einfach nur ganz weit weg, wollte vor meinen Gedanken fliehen, suchte die Leere  in meinem Herzen und versuchte mich daran zu klammern, sodass ich nichts mehr spürte.

Leider funktionierte das nicht wirklich so, wie ich es wollte. Und dabei vergaß ich doch glatt, dass ich mich noch immer auf der Straße befand.

Spätestens dann wurde es mir gewusst, als mich helle Scheinwerfer blendeten.

Automatisch trat ich auf die Bremse und lenkte gegen, wobei ich ziemlich schnell ins Schlenkern kam, fast von der Fahrbahn schlitterte und noch einen Abhang hinunter fiel.

Trotz dessen flog ich nicht gerade unsanft hin, rutschte mit dem Hinterrad weg und knallte mit voller Wucht auf den Asphalt.

Konnte es denn noch schlimmer kommen?

Es wäre wahrscheinlich besser sich gleich umzubringen, wenn ich weiter so mache.

Das Auto, was mir natürlich entgegen kam, fuhr einfach so vorbei. War auch irgendwie klar. Man kannte es ja eh nicht anders. Wer half einem schon?

Allerdings hörte ich prompt hinter mir Kies aufwirbeln.

Reifen die durchdrehten.

Zugleich stoppten.

Eine Tür wurde geöffnet und wieder lautstark geschlossen.

Erst bat ich darum, dass es nicht Lucas war, doch sein Wagen klang anders. Nicht so.

Ich drehte mich unwillkürlich herum, hob allerdings meine Hand, um mich nicht länger vom Lichtkegel blenden zu lassen und erkannte eine Person, die eilig auf mich zu rannte.

Leider wusste ich nicht wer, da mich die Helligkeit der Scheinwerfer; extrem blind machten.

Ich schüttelte augenblicklich den Kopf, presste die Lider zusammen und hörte nur noch meinen Namen.

»Julie!«

Allerdings war es nicht Lucas und es war auch niemand, mit dem ich wirklich groß zu tun hatte. Einzig und allein Kilian Haper.

Doch was wollt er hier?

War er auf dem Weg irgendwo hin?

Das konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, da die Party nicht unbedingt an dem Ort, wo ich mich nun befand; stattfand.

Dass er sich überhaupt an meinen Namen erinnerte, war schon ein Wunder und er überhaupt sprach, machte mich fast bewegungsunfähig.

Es war komisch.

Ich sah ihn nie mit jemanden reden. Auch den Lehrern gab er keine Antworten. Diese hatten es mittlerweile aufgegeben es überhaupt weiter zu probieren.

Kurz dachte ich darüber nach. Nein. Niemals hatte er ein Wort verloren. Was mich allerdings überraschte, dass seine Stimme ziemlich dunkel klang. Dunkel und rau; so als würde er wirklich nicht oft sprechen.

Aber um ehrlich zu sein, beruhigte es mich ungemein.

Mein Körper entspannte sich sichtlich und ich wusste nicht, ob es daran lag, dass mir einer helfen würde, oder das er es war. Immerhin hatten wir niemals etwas miteinander zu tun gehabt.

»Hast du mich verfolgt?«, platzte es augenblicklich aus mir heraus und ich hörte ihn leise schnaufen.

»Was glaubst du denn?«, gab er ruhig von sich.

»Das du es gemacht hast. Sonst wärst du ja schlecht von deiner eigenen Party abgehauen, oder?«

Blöde Frage eigentlich.

Natürlich hatte er es getan.

Kurz darauf spürte ich warme Hände auf meiner Haut, die mich behutsam abtasteten. Er war extrem vorsichtig. Trotz dessen zuckte ich kurz zusammen. Gut, dass ich mich zuvor entschloss eine Jeans anzuziehen, sonst wäre mir wohl schlimmeres passiert, als die Schürfwunde an meinem nackten Arm und die tat schon verdammt weh.

»Nachdem du, wie eine Verrückte; mit deinem Fahrrad los bist und es irgendwie niemanden interessiert hat, dachte ich, dass ich dir lieber folge.«

»Ich brauche keinen Aufpasser.«, motzte ich wütender, wie eigentlich beabsichtigt.

»Wie es aussieht wahrscheinlich schon. Soll ich dich nach Hause fahren?« und er zog mich vorsichtig auf die Beine.

»Nein.«

Ich konnte einfach nicht nach Hause. Dann würde mir nur die Decke auf den Kopf fallen und nicht nur das. Meine Gedanken und Gefühle würden mich einfach nur auffressen, doch was sollte ich nun machen?

Zur Party würde ich definitiv auch nicht gehen.

Ich bemerkte wie Kilian sich von mir entfernte, zu meinem Fahrrad lief, es mit einer Leichtigkeit auf sein Pik Up warf und wieder zu mir kam.

Ohne ein Wort, umfasste er meine Hand, worauf hin mich ein leichter elektrischer Schlag traf.

Sofort zuckte ich zusammen und auch ihm schien es nicht anders zu gehen. Jedoch ließ er mich nicht los, öffnete die Tür seines Wagens und schob mich bestimmend hinauf.

»Wo fahren wir hin?«, wollte ich wissen, als er ebenso drin saß und den Motor startete.

Meine Eltern hatten mir immer verboten mit fremden Menschen mitzufahren und wahrscheinlich war es auch nicht gerade klug. Eben, weil wir miteinander nie etwas zu tun hatten.

Gott, verdamme ich… Ich hatte noch nicht einmal sein Gesicht gesehen. Noch nie. Obwohl wir auf die gleiche Schule gingen.

So, als würde er es mit Absicht verstecken.

Auch in diesem Moment trug er die Kapuze so tief nach unten, dass man ihn nur erahnen konnte.

War er dunkelhaarig? Oder blond? Hatte er helle Augen oder doch braune?

Gerade, als ich ihn einfach fragen wollte, warum er immer so auf geheimnisvoll tat, sagte er: »Ich nehme dich mit an einen Ort, wo ich immer hin gehe, wenn es mir schlecht geht.«

»Wann geht es dir denn schlecht?«, lachte ich schon fast.

Er hatte Geld ohne Ende, dem Anschein nach. Das war zwar nicht alles, aber es beruhigte ungemein.

»Glaubst du, dass das alles ist?«, fuhr er mich plötzlich an und ich zuckte zusammen, da seine Stimme schlagartig so bedrohlich klang.

Den Weg über hielt ich dann einfach lieber den Mund.

Das er mir nichts tun würde, das war mir bewusst, sonst hätte er schon längst die Möglichkeit gehabt mich verschwinden zu lassen. Doch niemand wusste, dass ich mit bei ihm im Auto saß und keiner konnte wissen, wo ich steckte.

Ein paar wenige Minuten später fuhr er rechts ab und wir kamen auf einen Schotterweg.

Ich konnte mir nun denken, wo er hin wollte.

»Der alte Turm?«, aber er nickte nur und erneut herrschte Stille zwischen uns.

Als er den Schlüssel zugleich abzog, hörte man nur die Tür zufallen, dann meine öffnen und er wartete bis ich brav ausstieg.

Vielleicht wollte er mich doch umbringen und irgendwo im Dickicht verscharren?

Allerdings geleitete er mich ganz Gentleman die morschen hölzernen Treppen des alten Wasserturmes hinauf.

Noch niemals war ich dort oben und die Aussicht war atemberaubend.

In der Dunkelheit sah man in weiter Ferne unzählige Lichter. Von hier aus konnte man die gesamte Stadt überblicken.

Wären wir uns nicht vollkommen fremd, dann wäre es glatt romantisch.

Nervös knabberte ich mir kurz daraufhin unbewusst auf der Lippe herum, woraufhin Kilian neben mir scharf die Luft einzog.

»Wir kennen uns nicht. Warum bin ich dann hier?«, wollte ich wissen und suchte seinen Blick, den er natürlich wieder versteckte.

Zwar konnte man oben auf dem Turm nicht all zu viel erkennen, aber durch den runden Mond war es möglich; alles von ihm zu sehen, wenn er es nur zu ließ.

»Wir kennen uns, Julie.«, sagte er rau und ohne, dass ich es kommen sah, griff er zu seiner schwarzen Kapuze und zog sie langsam vom Kopf.

Sein Gesicht war gesenkt, sodass ich erst einmal nur extrem helles Haar erkennen konnte.

Zumindest dachte ich es erst, durch den Lichtkegel des Mondes, doch dann sah ich genauer hin.

Es war schneeweiß.

Schon fast unnatürlich.

Wer bitte schön hat denn solche Haare?

Und als er kurz darauf seinen Blick intensiv zu mir wandte, erstarrte ich komplett zu Eis.

Mir war kalt und heiß zugleich.

Ich wusste nicht einmal wo oben und unten war.

Plötzlich fing sich alles an zu drehen, obwohl ich mich gar nicht bewegen konnte. Es war schon fast gruselig.

Augen so grün wie Smaragde sahen mich an.

Augen, die niemals menschlich waren.

Ich träume, oder? Das musste ich.

Aber mein brennender Arm erinnerte mich daran, dass ich mich in der Realität befand.

Seine Gesichtszüge waren elfenhaft.

Kein Makel.

Die Lippen voll und geschwungen.

Die Wimpern lang.

Die Nase gerade.

Er war unvorstellbar schön und er war mir nicht unbekannt.

Ein kurzer Gedanke huschte durch meinen Kopf.

»Hallo, Julie.«, hauchte er nun und sah auf mich herab.

Er wusste, dass ich ihn erkannte, doch nicht aus der Wirklichkeit.

Sanft legte er seine Hand an meine Wange und ein wohlig beruhigendes Kribbeln bahnte sich durch meinen Körper.

»Du? Ich… Seit Jahren… Jede Nacht bist du in meinen Träumen…«, stotterte ich und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.

»Jede Nacht Julietta… Jede Nacht… Du glaubst gar nicht wie lange ich auf den Moment gewartet habe, dich endlich zu berühren.«

Dann senkten sich warme weiche Lippen gefühlvoll auf meine und ich wusste: Er ist mein Schicksal.

Ende

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