Rezension Scharfer Sand von Helen Baxter

Cover
Das Cover passt hervorragend zum Buch. Abgesehen vom Titel, spricht das Bild darauf Bände und man weiß sofort, dass die Reise in den Orient führt. Wie perfekt der Titel im Buch umgesetzt wird, erschließt sich wahrlich auf jeder einzelnen Seite, und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Protas
Gila von Stede ist eine hoch intelligente junge Frau, die ihrem gut strukturierten Leben abgeschworen hat und sich für eine Karriere beim BND entschieden hat. Dort gilt sie als Geheimwaffe, denn ihren messerscharfen Verstand gepaart mit einem Aussehen a la „Lara Croft“ weiß sie geschickt einzusetzen.

Rahim Ghadiri hat aus der kleinen Firma seines Vaters ein millionenschweres Imperium geschaffen. Er ist einer der erfolgreichsten und mächtigsten Männer seiner Zeit. Seine Herkunft bringt die Notwendigkeit mit sich, einen gewissen religiösen Schein zu wahren. Aber Rahim ist ein moderner Mann, der seinen Verstand zu nutzen weiß und meist respektvoll agiert. Jedoch sollte man ihn sich nicht zum Feind machen, denn das weckt eine Seite an ihm, die man lieber schlummern lassen sollte.

Schreibe & Inhalt
Helen Baxter entführt uns in das Reich von Tausend und einer Nacht. Die perfekte Mischung aus deutscher Modernität und orientalischem Flair verleiht der Geschichte einen sehr geheimnisvollen Touch, der den Leser von der ersten Seite an magisch ans Buch fesselt.

Zwischen Rahim und Gila entsteht von Beginn an eine sehnsüchtige und wilde Leidenschaft. Gila, die stets ihren Auftrag im Hinterkopf hat, kann sich der Anziehung dieses Mannes nicht entziehen. Was gefährlich ist, da ihr die Sicht auf gewisse Dinge ein wenig verschwimmen kann. Und auch Rahims Welt steht gehörig Kopf, denn die Gefühle, die Gila in ihm auslösen, sind ihm fremd und machen ihn zu einem unvorsichtigen Mann. Keiner der beiden rechnet damit, dass sie sich bald gemeinsam im Kampf ihres Lebens befinden, da sie in einem perfiden Spiel aus Macht und Rache stecken. Die Rollen sind unklar, wer ist Freund und vor allem, wer ist Feind? Am Ende bleibt die Frage, ob Liebe in diesem Fall noch eine Rolle spielen kann.

Spannungsbogen
Einmal angefangen ist man gefesselt. Erbarmungslos. Die vielen Facetten, die im Buch eingearbeitet sind, machen die Story rund um Gila und ihren Auftrag zu einer Berg- und Talfahrt der Gefühle.

Taschentuchfaktor
Taschentücher waren keine in Verwendung. Ich möchte aber gar nicht anfangen von den Wuttränchen zu berichten, denn da waren einige dabei.

Erotikfaktor
Tja, der Erotikfaktor. Ich weiß gar nicht wo ich genau ansetzen soll. Es ist so heiß, dass ich grad nicht wirklich weiß, wie ich es umschreiben soll, ohne dabei obszön rüberzukommen 😉 Würde dieses Buch verfilmt werden, ich schwör es euch…..Shades of Grey könnte einpacken 😉 Die erotischen Szenen sind abwechslungsreich und sehr intensiv. Höschen wechseln inklusive, hihi….schäm dich Helen 😉

Minisnippet
»Ich bin Rahim«, flüsterte er. »Sind wir allein, kannst du mich so nennen, auch vor Tarik oder den Mädchen. Vor anderen nennst du mich Herr oder Gebieter. Sind Glaubensbrüder anwesend, wirst du nur sprechen, wenn du gefragt wirst. Niemand wird dir Avancen machen. Du gehörst von heute an ausschließlich mir.« Wie um die Tatsache zu unterstreichen, ließ er eine Hand zwischen ihre Schenkel gleiten.
Sie stemmte die Hände auf die Tischplatte, wollte die Beine zusammenpressen, doch er verhinderte es geschickt mit dem Fuß. Für einen Augenblick musste sie die Augen schließen, weil ihr das Gefühl sexueller Erregung, von dem sie erfasst wurde, die Sinne zu rauben drohte.
»Wann immer ich es wünsche, wirst du für mich bereit sein«, raunte er so nah an ihrem Ohr, dass sie die Unterlippe bei jedem Wort am Ohrläppchen spürte wie zärtliche Küsse. »Dazu gehört meine Begleitung in der Öffentlichkeit, mir Gesellschaft zu leisten, mich zu unterhalten, mir vorzulesen. Wenn ich es wünsche, wirst du mich waschen und anziehen, mich fahren, meine Freizeit mit mir verbringen. Du stehst rund um die Uhr zu meiner Verfügung. Auch zum Sex.« Er machte eine Pause, als wolle er, dass der über ihre Haut streichende Atem genug Zeit bekam, eine Gänsehaut hervorzurufen.
Mit Erfolg.

Fazit:
Oh Mann, was für eine spannendes Ding. Ich war ja ein wenig unsicher, ob ein orientalischer Liebesroman meinen Geschmack trifft. Ich kann sagen: Voll und ganz!!! Die Mischung aus Liebe, erotischer Leidenschaft und vor allem aber die unglaubliche Spannung machen das Buch zu einem Highlight. Die Handlungsstänge sind unvorhersehbar, das perfide Schauspiel perfekt aufgebaut und die unterschiedlichen Ansichten der Protagonisten lassen die eigenen Emotionen hochgehen. Es ist offensichtlich, dass sich die Autorin sehr intensiv mit dem Thema Sand und dem Orient auseinander gesetzt hat, was die Story zu einem sehr authentischen Lesevergnügen werden  lässt und alles sehr glaubwürdig vermittelt. Ich gebe völlig überzeugt 5 von 5 Sternen.


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