Rezension „Sechs Tage – sieben Dates“ von Rachel Van Dyken

Cover
Das Cover zeigt einen jungen Mann, liegend, ziemlich entspannt. Denn die nach ihm greifenden Frauenhände sind genau das, was ihn ausmacht. Begehrenswert. Es zieht auf jeden Fall die Blicke aufsich und macht neugierig, was es mit der Geschichte gemein hat.

Prota
Lucas Thorn, selbstverliebt, kennt seine Wirkung auf Frauen, den sog. Thorn Effekt, dennoch ist er auch Gentleman und weiß sich zu benehmen. Seine getroffenen Arrangements beruhen auf vorher def. Regeln, die Frauen kennen sie. Denn „Betrügen ist es nicht, solange es die anderen wissen“. Doch eine Frau besitzt Kräfte, die sein Handeln doch immer mehr zum Nachdenken und auch wackeln bringen.

Avery aus den Kinderschuhen entwachsen, braucht dringend ein bezahlbares Praktikum, denn nicht nur in ihrem Kühlschrank herrscht gähnende Leere, nein, auch finanziell ist Ebbe. Und zurück zu ihren Eltern? NEVER! So ergattert sie einen Job als Assistentin der Geschäftsleitung. Dass sie an ihrer neuen Stelle schneller von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, als ihr lieb ist, konnte sie nicht ahnen.

Und so beißt sie ihre Zähne zusammen und versucht, alles in ihrer Macht stehende, diesen Job zu behalten und dem Charme ihres Chefes zu entgehen. Wenn es denn nur so einfach wäre. Denn nicht nur ihr Chef, Lucas Thorn, fällt es zunehmend schwerer, ihr zu widerstehen, sondern eine unbedachte Äußerung bringt ihre beiden Leben völlig durcheinander. Jetzt heißt es, Schadensbegrenzung und Kopf hoch.

Schreibe
Aus Averys und Lucas Sicht geschrieben, lesen wir uns nicht nur durch die Vergangenheit, sondern nehmen am Jetzt teil. Die eingearbeiteten Flash Backs bilden eine gute Mischung, da es das Lesen sehr abwechslungsreich macht. Auch der Schreibstil der Autorin ist sehr erfrischend, da sie die Protagonisten mit einer guten Portion Humor und Selbstbewusstsein versieht, genauso ihnen emotional berührende Eigenschaften verleiht. Ich habe mich sofort in der Geschichte aufgehoben gefühlt und sie genossen.

Spannungsbogen
Durch die Einarbeitung der Flash Backs, die die Protas in die Vergangenheit reisen lassen und vor allem den Leser immer wieder kleine Häppchen aus dieser zukommen lassen, macht das Lesen dieser Geschichte umso spannender. Man will endlich erfahren, was war passiert und vor allem wie geht es aus.

Taschentuchfaktor
Tatsächlich hatte ich Momente, die mich emotional sehr berührt haben und die dazu führten, kurz inne zu halten. Nicht nur positive, sondern auch vor Wut, dass man sich fast schon die Haare raufen konnte.

Erotikfaktor
Wow, es hat geknistert und das hat sich beim Lesen auch auf den Leser übertragen. Ich habe mich letztendlich für die Protas gefreut und fand die erotischen Szenen schön zu lesen.

Minisnippet
…Keuchend zeigte sie mit dem Finger auf mich. Verdammt, sie war immer noch ein kleiner Hitzkopf – ich vermute, dass es mir gefallen würde, von ihr zurechtgewiesen zu werden. „Hör mal, du … du männliche Hure!“
„Ernsthaft? Etwas Besseres fällt dir nicht ein ?“ Mein Grinsen wurde breiter, als ich ihre nervösen Gesten sah. Entweder versuchte sie, mir den Vogel zu zeigen, oder sie wimmelte fliegende Spinnen ab.
„Behalt ihn in der Hose“, schnaubte sie.
„Und wenn du mich noch einmal so anguckst, werde ich mit dem Tacker deinen … deinen Penis …“ feurige Röte stieg ihr in die Wangen, „an den Tisch nageln und den Feueralarm auslösen.“
„Diese Drohung würde besser wirken, wenn du >Penis< sagen könntest, ohne rot zu werden. Du kannst es nicht mal aussprechen, geschweige denn einen anfassen, oder?“ …

… Avery stieß mir ihren Ellenbogen in die Rippen. Fest. … „Ist alles ok?“… „Perfekt!, sagte Avery ein wenig zu laut. „Ich habe nur diese seltsame Reaktion, wenn andere Frauen versuchen, meinen Mann zu befummeln.“ …Ich spuckte das Wasser quer über den Tisch. Avery schenkte der Hostess ein zuckersüßes Lächeln. … Die Frau erblasste und schüttelte den Kopf. …Ich hämmerte mit der Faust auf die Brust und versuchte, nicht an meiner eigenen Spucke zu ersticken. … Das hier. Das war meine persönliche Hölle. …

Fazit
Was passiert, wenn man jemanden sein ganzes Leben schon liebte, es einem nur nicht bewusst war. Gefühle aufgearbeitet, die Erinnerungen aus der Vergangenheit aber auch Geschehnisse aus der Gegenwart verbinden. Und schon wird alles in Frage gestellt. Kann es dazu eine Lösung geben? Will man eine Lösung?

Eine wirklich starke Geschichte, die mir sofort gefallen hatte. Ab der ersten Seite war ich in dieser eingetaucht, es war fast schon eine Sucht danach. Ein Aufhören oder Unterbrechen beinahe unmöglich. Dafür hat sie zu sehr gepackt und die Spannung bis zum Schluss gehalten. Ich mochte den Schreibstil der Autorin, der gut gemischt war. Nicht zu langatmig, nicht zu kurz gefasst. Auch sprachlich gesehen, war es schön zu lesen. Vor allem wurden die Protagonisten toll ausgearbeitet. Freche Dialoge wechselten genauso mit emotionalen Momenten ab. Machten sie sehr sympathisch. Gefühle konnten auch auf die Leser übergehen, da sie berührten. Ich habe nicht nur mit Avery mitgelitten, als sie verletzt war, dennoch eine gute Miene zum bösen Spiel machte. Genauso konnte ich Lucas verstehen, obwohl ich ihn oft in den Hintern getreten hätte.

Ein für mich empfehlenswertes Buch, was auf jeden Fall wieder gelesen wird. Ich freue mich schon auf weitere Teile.

Verdiente 5 Sterne.


„Sechs Tage – sieben Dates“ von Rachel Van Dyken


 

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