Rezension „Going for the goal“ von Sara Rider

Cover
Das Cover deutet direkt darauf hin, in was es in diesem Buch geht. Heißer Kerl und Eishockey. Dadurch, dass nur angedeutet dargestellt wird, hat der Leser noch genug Möglichkeit, sich seiner eigenen Fantasie hinzugeben, es verrät nicht zu viel.

Prota
Jillian, Sportagentin mit Herz, muss nicht nur einmal beweisen, dass sie es als Frau auch in einer Männerdomäne drauf hat. Durch ihre Vergangenheit geprägt, stehen nicht die Dollarzeichen im Vordergrund ihrer Arbeit, sondern der Sportler und dessen Potential. Sie sieht in ihren Klienten mehr und wagt es manchmal auch ein Risiko einzugehen, um diese erfolgreich aufzubauen und zu vermitteln. Sie ist nicht nur die Agentin, auch Freundschaften bilden sich.

Als Nick, erfolgreicher Eishockeyspieler der Vipes, an ihrer Tür klopft  und sie engagieren will, lehnt sie ihn – aufgrund ihrer Gefühle und auch der negativen Schlagzeilen um ihn – ab. Jedoch weckt Nick Sehnsüchte in ihr und der Reiz, aus ihm einen starken Spieler zu machen, lassen sie ihre Meinung ändern.

Nick, der sich den Vipes verpflichtet fühlt, hat nur noch ein Ziel, bevor er sich altersbedingt langsam aus dem Profisport zurückziehen will: den Super Cup zu gewinnen.
Und so erhofft er sich von Jillian den nötigen Biss, eine Vertragsverlängerung bei seinem Verein rauszuholen. Doch nicht nur auf dem Eis hat er mit harter Gegenwehr zu kämpfen, die ihn immer wieder in eine missliche Situation bringt. Nein, auch Jillian zeigt sich nicht gerade begeistert, seine Bekanntschaft zu machen und wartet mit besonderen Auflagen auf. Denn sein Image muss grundlegend überarbeitet werden. Dass das nicht so einfach klappt, ihn einiges an Beherrschung kostet, lässt sich nur schwer von der Hand weisen. Und immer ist diese kleine, tollpatschige Agentin an seiner Seite, die bald mehr für ihn bedeutet, als er zugeben mag.

Schreibe
In packender, leichtgängig zu lesender Weise dürfen wir hier die Geschichte aus Jilians Sicht erleben. Auch Nick bekommt in Abschnitten seine Aufmerksamkeit, die seine Gedanken und Gefühle besonders verständlich und nachvollziehbar machen. Die Protagonisten und auch die Nebencharaktere sind toll beschrieben und erhalten jeder für sich eine besondere Rolle.

Spannung
Die Geschichte packt den Leser ab den ersten Moment. Sie führt wie durch ein rasantes Match mit Auf und Abs, mit kurzen Momenten zum Innehalten und geht mit einem emotionalen Schluss in die Verlängerung. Es ist zu keinem Moment langweilig, sondern einfach nur packend, was es echt schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen.

Taschentuchfaktor
Es ist eine starke Geschichte, die an einigen Stellen sehr emotional wurde, ohne kitschig zu wirken. Alles im allen ergibt sie ein stimmiges Bild.

Erotikfaktor
Der Autorin gelingt es, mit ihren Worten das Kopfkino mächtig anzuheizen. Die erotischen Szenen werden liebevoll an den Leser transportiert. Es ist ein Vergnügen, den Protas lesend beiwohnen zu dürfen.

Minisnippet
…“Ich brauche einen Agenten, der versteht, dass es mir nicht nur ums Geld geht. Es interessiert mich nicht, selbst wenn man mir keinen einzigen Cent mehr bezahlt. Es geht um meine Liebe zum Spiel. Ich dachte, dafür wären Sie die Richtige, …

…“Einer deiner Klienten macht dir das Leben schwer?“
„Das könnte man so sagen.“
Genevieve beugte sich über den Tisch und kniff ihre dunkelbraunen Augen zusammen. „Welcher denn?“
„Ein neuer“ Sie seufzte, … „Der Punisher?“ Du arbeitest mit dem Mann, nach dem du deinen Vibrator benannt hast?“…
„Warum teile ich noch mal Details aus meinem Leben mit dir?“ …

…Erst in diesem Moment erkannte sie, wie schwer es für ihn gewesen sein musste, während der vergangenen Monate ihren Regeln zu folgen und sich aus allen Konfrontationen herauszuhalten, auf und neben dem Eis. … Er brauchte jemanden wie sie, der ihn vor sich selbst beschützte. Jemanden, der ihm dabei half, das Feuer in sich zu beruhigen. …

Fazit
Eine wirklich packende, auch sprachlich gesehen ausgewogene Story. Die sportliche Rahmenhandlung wurde dem Leser näher gebracht, ohne ihn zu überfordern, auch wenn dieser sich nicht mit der komplexen Welt des Eishockeys auskennt. Die geschaffenen Schauplätze waren plastisch gestaltet, wie auch die Charaktere, von denen jeder auf seine Art überzeugen konnte. Ich habe mich mit diesem Buch sehr gut unterhalten gefühlt und empfand es als tollen Film – wenn auch nur im Kopf.

Von mir eine absolute Lese-/Kaufempfehlung, vor allem wenn man auf Sportgeschichten, harte Jungs, bewegende Emotionen und taffe, wie auch starke Frauen steht.

Verdiente 5 Sterne.


„Going for the Goal: Roman“ von Sara Rider


 

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