Rezension „Zwischen Tüll & Kartoffeln wächst manchmal Liebe“ von Svenja Lassen

Cover
Passend zu Geschichte, im pudrig rosa Gewand, erhascht man schon hier einen kleinen Blick in die Geschichte. Ich finde es sehr schön umgesetzt.

Prota
Lene, frisch getrennt, hat endlich die Chance, ihren lang ersehnten Traum zu verwirklichen. Ein eigenes Brautmodengeschäft. Und da kommt ein Erbe gerade zur rechten Zeit. Nur muss sie dazu ihre Zelte abbrechen und in die Pampa ziehen. Erst noch skeptisch und auch verängstigt, denn als Hamburgerin auf einmal droben in Norden Fuß zu fassen, gelingt es ihr doch schnell, Kontakte zu knüpfen. Die Dorfbewohner nehmen sie mit offenen Armen auf und unterstützen sie.
Wäre da nicht der blöde Gemüsebauer, Tobi, der ihre Wege ständig kreuzt und durch seine manchmal abweisende Art ihre Gefühle hochkochen lässt. Tobi jedoch möchte sich nur schützen, denn die Neue scheint nicht an ihm interessiert. Hat er in der Vergangenheit sich seine Finger schon einmal verbrannt, möchte er das auf keinen Fall wieder.
Doch da hat er die Rechnung nicht mit seinen Freunden gemacht.

Schreibe
Humorvoll, in einem flüssig leichtgängigen Erzählstil erlesen wir die Geschichte. Gerade diese sprachliche Leichtigkeit hinterlässt beim Leser das Gefühl, als wäre man nur so durch die Kapitel geflogen. Alle Charaktere wurden mit viel Liebe geschaffen, die für eine gute Stimmung sorgten.

Spannungsfaktor
Ein angenehmer Lesefluss durchzog sich durch die gesamte Geschichte. Sogar eine kleine Überraschung hielt sie für uns bereit, die doch eher zum Nachdenken anregte.

Taschentuchfaktor
Emotional und berührend, die die ein oder andere Träne garantierte.

Erotikfaktor
Drama und Enttäuschungen, emotionale und berührende Momente, die die ein oder andere Träne garantierten. Es war eine ausgewogene Mischung.

Minisnippet
… „Meine Mutter veranstaltet am zweiten Weihnachtstag immer ein großes Essen bei uns auf dem Hof, sie verwendet fast ausschließlich unsere eigenen Produkte. ..“ Eigene Produkte? Waren Tiere denn nicht mehr als Produkte? Vor meinen Augen sah ich förmlich das Essen vor mir….“Ich glaube, das ist keine gute Idee. Ich bin Vegetarierin“, sagte ich und wappnete mich für die abfällige Bemerkung, die garantiert gleich auf mein Bekenntnis folgen würde. Aber Tobi sah mich nur verständnislos an.
„Das bedeutet, dass ich kein Fleisch esse“, fügte ich deswegen erklärend hinzu. Tobias Mundwinkel zuckten nach oben, ehe sich ein breites Grinsen ausbreitete. „Und ich bin Gemüsebauer“, … „Das bedeutet, dass ich Gemüse anbaue.“…
Ich stand noch mindestens fünf Minuten am selben Fleck und versuchte zu verstehen, …
… „Ach, komm, war doch nur ein Witz, und, ja, Tobi baut Kartoffeln an“, rief er mir hinterher. „Aber die haben auch Gefühle, wenn mich ihre kleinen, knolligen Gesichter ansehen, bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen.“ Helges Lachen verfolgte mich bis in den Flur. Hauptsache, er fand sich selbst witzig. …

… Man bekam zwar nicht immer das, was man sich wünschte, aber manchmal war es genau das, was man brauchte. …

Fazit
Lustige Dialoge, eine gute Portion Platt und schon schwubbt es mit den „Nordlern“. Egal, ob es der Maler Helge, Tobi der Gemüsebauer oder die Frauen sind. Ihr Humor ist ansteckend und sorgt für den einen oder anderen Lacher.

Ein paar Überraschungen hält uns die Geschichte parat. Denn nicht immer bekommt man das, was man sich wünscht.
Ich habe mich in der Geschichte verloren. Sie hat mich mit an die Nordsee reisen lassen. Gedanklich über die Weiten den Blick schweifen lassen oder den Wind um die Haare toben spüren, genauso das Rauschen des Meeres aufsaugen. Ein kleiner Urlaub, der das Gefühl hinterlässt, vor Ort zu sein.

Svenja´s Ideen und Abwechslung in ihren Büchern, garantieren für puren Lesegenuss. Auch diese Geschichte, die eher eine locker leichte Liebesgeschichte ist,  überzeugte mich auch dieses Mal wieder. Mit ihrer Art, Geschichten zum Leben zu erwecken, ließen mich vom Alltag in eine Bücherwelt abtauchen.

Verdiente 5 Sterne und eine klare Lese/Kaufempfehlung meinerseits.


„Zwischen Tüll & Kartoffeln wächst manchmal Liebe“ von Svenja Lassen


 

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