Rezension „Someone behind your eyes“ von Maddie Holmes

Cover
Das Cover ist schön und harmonisch gestaltet. Es passt zur Story und den Protagonisten.

Prota
Savannah muss nach dem Tod ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt Baltimore. Das fällt ihr alles andere als leicht. Schließlich hat er sie und ihre Mutter wegen einer anderen Frau verlassen, als sie ihn am nötigsten gebraucht hatten. Sein letzter Wille war es, dass sie sein Lebenswerk, seine Firma, erbt. Das bringt Savannah sehr zum Grübeln, würde sie am liebsten vom Erbe zurücktreten. Alte Wunden sind noch nicht ganz verarbeitet und ihre Gefühle zu ihrem Vater eher mit Verletzlichkeit und Enttäuschung erfüllt. Doch welche Rolle spielt Olivia, die zweite Frau ihres Vaters, die sie doch eigentlich hasst?
Zac ein gutaussehender Kerl, trennt sich von seiner Affäre, als diese auffliegt. Wieder einmal wurde er enttäuscht und das nagt an seinem Selbstbewusstsein. Denn er kämpft auch noch im Erwachsenenalter mit der Zurückweisung und Ignoranz seiner Familie. Hat er zumindest versucht, auf beruflicher Ebene, die Aufmerksamkeit seines Vaters zu erlangen, fühlt er sich von ihm nur ausgenutzt. Denn dieser versucht, über Zac seine eigenen Interessen durchzusetzen, was Zac in einen Gewissenskonflikt bringt. Anfänglich seiner Entscheidung richtig, wendet sich das Blatt. Denn als er Savannah kennenlernt, entfacht sie in ihm Gefühle, die er so noch nicht empfand. Und schon steht er vor einer Entscheidung, die es zu treffen gilt. Wie wird sein weiterer Weg gehen?

Schreibe
Ein leichtgängig, flüssig zu lesender Schreibstil, der mit schönen und humorvollen Dialogen untermauert wird. Die Geschichte wird sowohl aus Savannahs als auch aus Zacs Sicht geschrieben. So erhalten wir Einblicke in die Gefühle beider, was die Geschichte umso gefühlvoller macht.

Spannungsbogen
Die Geschichte gestaltet sich spannend und baut sich auf. Gerade im Hinblick auf Zacs Gedanken bzw. Plan, den er verfolgt, will man als Leser wissen, wie er die Situation meistert.

Erotikfaktor
Die Szenen sind heiß und die Lust, die die Protagonisten aufeinander spüren, geht auf den Leser über. Hier gelingt es der Autorin das Gefühl, dieses miterleben zu dürfen, gut in Worte zu packen.

Minisnippet
…Ich schlucke gegen Tränen an. Gegen einen salzigen Klumpen, der aus meinen Tiefen aufsteigt und mich zu diesem schwachen Mädchen macht, das ich nicht sein will. Ich bin nicht mehr Savannah, die an Menschen festhält, die mich längst losgelassen haben. Ich weine nicht um Leute, die sich einen Dreck aus mir machen. Ich habe eine blickdichte Mauer um die Vergangenheit errichtet. Aber Geister schweren sich offensichtlich nicht um Betonwände. …
… Liebe ist niemals aufrichtig. Sie ist nur ein temporäres Kopfausschalten, dessen Konsequenzen man spürt, sobald man wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt ist. Aber das kann sie nicht wissen. Ihr Mann ist gestorben, bevor die Realität sei einholen konnte. Ich knete verlegen die Hände ineinander und fühle mich plötzlich schlecht. Es ist nicht gerecht, das Gewitter, das mein Vater verdient gehabt hätte, über seiner Frau zu entladen. Mein Dad war ein Mann, der sehr genau wusste, was der tat. Und er war ein taktlose Mistkerl, der uns im Stich gelassen hat. …

… „Du kannst nicht auf die Goldwaage legen, was ich am Montag gesagt habe. Zac, mein Mann hat mich dabei erwischt, wie du mir an die Wäsche gegangen bist. … Ich habe mit diesem Mann ein Leben. Wir haben ein Haus und einen gemeinsamen Kredit dafür laufen. … Ich begreife, dass sie Angst hatte. Aber ich komme nicht damit klar, wie schnell sie ihm versichert hat, dass sie keine Gefühle für mich habe und ihn lieben würde. Die Umstände waren nicht die besten, aber sie hätte die Gelegenheit beim Schopf packen und ihm reinen Wein einschenken können. Nur … das wollte sie nicht. Sie wollte weiterhin auf zwei Hochzeiten tanzen. Leider kann ich ein solches Spiel nicht mitspielen. …

Fazit
Beziehungen zu den Eltern können mitunter sehr schwierig sein. Gerade das müssen Savannah und Zac erleben. Beide wurden von ihren Vätern enttäuscht und kämpfen auch noch Jahre danach mit dieser Enttäuschung, welche oft ihre Entscheidungen beeinflusst. Nur, dass Savannah ihren Vater verloren hat und keine Möglichkeit einer Aussöhnung hat. Die Geschichte um den Schmerz, Enttäuschung, aber auch der Hoffnung, dass man vertrauen kann, sich in kleinen Schritten dem anderen anzunähern, gelingt Maddie Holmes sehr gut. Es ist eine unterhaltsame Liebesgeschichte, die neben einer guten Portion Humor, sehr heißen erotischen Momenten genauso punktet, wie das Drama welches die Geschichte begleitet. Man ist schnell in dieser eingetaucht und lässt sich von ihr in eine andere Welt entführen. Jedoch muss ich einen Punkt in meiner Bewertung abziehen. So gut und spannend die Geschichte aufgebaut wurde, hat sie gerade am Schluss nachgelassen und diesen, für mich wichtigen aufklärenden Moment, zu schnell abgehandelt.
Dennoch eine klare Leseempfehlung meinerseits und sehr gute 4 Sterne.


„Someone behind your eyes“ von Maddie Holmes


 

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .