Rezension „Love Kick: Kämpfe für mich“ von Ilka Hauck

Cover
Das Cover ist wunderschön gestaltet. Schlicht und dennoch sehr ausdrucksstark. Das Pärchen wirkt absolut ansprechend und die Protagonisten kann ich mir optisch auf jeden Fall so vorstellen. Die beschützende Umarmung passt toll zum Inhalt des Buches, genauso wie der intensive Blick der beiden, da er die ernste Thematik wunderbar unterstreicht.

Protas
Chloe ist eine junge Studentin, die wohlbehütet aufgewachsen ist und bisher das Leben in rosaroten Farben gesehen hat. Das ändert sich schlagartig, als ihr ein Unbekannter auf Schritt und Tritt folgt. Erst handelt es sich lediglich um ein diffuses Gefühl, das sie schnell als Unsinn abtut. Aber dann folgen Nachrichten und Anrufe, die sie in Panik versetzen. Daraufhin kommt es zu einem Angriff auf offener Straße, der ihr endgültig den Ernst der Lage vor Augen führt. Zum Glück erscheint im letzten Moment ein Retter und der verrückte Stalker kann in die Flucht geschlagen werden. Doch dadurch nimmt die Angst von Chloe erst recht eine neue Dimension an, denn der Unbekannte ist noch lange nicht fertig mit ihr. Kurzerhand bietet sie ihrem Retter Bellamy einen Job als Bodyguard an.

Bellamy hat eine unschöne Kindheit hinter sich und keinen Kontakt zu seiner Familie. Seitdem scheut er langfristige Beziehungen und Verpflichtungen. Er hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und vertreibt sich seine Freizeit mit Kickboxen. Sein Hobby erweist sich als Glücksfall, als eine junge Frau überfallen wird. Mit gezielten Tritten und Schlägen kann er den Angreifer in Schach halten, doch leider gelingt ihm die Flucht. Diese Situation frustriert ihn höllisch, denn er hat wenig Lust dazu, sich länger als nötig mit diesem kleinen Prinzesschen abzugeben. Auf der anderen Seite kann er seinen entflammten Beschützerinstinkt nicht leugnen. Seine aktuelle Geldnot ist dann das letzte Zünglein an der Waage, um Chloes bezahlter Bodyguard zu werden.

Schreibe & Inhalt
Die Geschichte behandelt ein ernstes Thema: Stalking. Es ist absolut unheimlich, wenn man sich das im Detail überlegt. Ein Verrückter verfolgt und belästigt dich, und du kannst rein gar nichts dagegen unternehmen. Du bist dieser Situation hilflos aufgeliefert und musst unter ständiger Angst auf die nächste Attacke warten. Einfach grausam. Ilka Hauck stellt das Martyrium in dem Chloe steckt, sehr realistisch und ergreifend dar. Man kann ihre Verzweiflung und Angst zu jeder Zeit spüren und nachempfinden. Wunderschön ist es, wenn aus diesem schrecklichen Zustand etwas Gutes entsteht. Chloe trifft auf Bellamy und dadurch nimmt das Leben der beiden einen positiven Verlauf. Eine Liebe wächst trotz aller Gegensätze heran. Chloe ist hübsch, intelligent und unglaublich süß, aber eben auch schüchtern und oftmals naiv. Die Vorzeigetochter steht plötzlich einem unnahbaren Bad Boy gegenüber. Bellamy gibt sich sehr cool und selbstbewusst, fast schon arrogant. Er ist höllisch attraktiv und weiß, wie er Frauen um den Finger wickelt. Flüchtigen Abenteuern ist er nicht abgeneigt, aber näher lässt er keine Frau an sich heran. Tja, wäre da nur nicht sein nerviger Beschützerinstinkt. Chloe und Bellamy müssen also gezwungenermaßen viel Zeit miteinander verbringen. Und obwohl sie anfangs so unterschiedlich wie Tag und Nacht erscheinen, entwickelt sich eine besondere Liebe, der sich vor allem Bellamy nicht entziehen kann. Die Autorin erzählt die Geschichte sehr gefühlvoll und einnehmend. Der richtige Ton wird in jeder Situation getroffen. Sei es ein humorvoller und frecher Schlagabtausch, eine berührende Offenbarung oder ein dramatisches Aufeinandertreffen. Der Leser befindet sich in einer aufregenden Gefühlsachterbahn, die schöner nicht sein könnte.

Spannungsbogen
Das Thema „Stalking“ wurde noch nicht oft aufgegriffen, deshalb war der Handlungsverlauf sehr interessant und fesselnd für mich. Die Identität des Unbekannten ist relativ schnell entlarvt, dennoch wartet man gespannt auf seine nächsten Aktionen und wird das eine oder andere Mal überrascht. Auch die Beziehung zwischen Chloe und Bellamy geht durch Höhen und Tiefen, weswegen man hier natürlich auch mitzittern muss.

Taschentuchfaktor
Ich hatte des Öfteren einen Kloß im Hals, weil Chloes Schicksal sehr ergreifend und real beschrieben wird. Bellamy hingegen hatte eine schlimme Kindheit und wurde von seiner Mutter enttäuscht. Diese Verletzung trägt er immer noch mit sich und man empfindet ein tiefes Mitgefühl. Der größte Tränenmoment war für mich der Abschied, den Bellamy durchstehen muss. Da bricht einem wirklich das Herz in tausend Teile.

Erotikfaktor
Die Erotikszenen überzeugen mit Intensität und viel Gefühl. Die emotionale Bindung und das Vertrauen, das sich zwischen Bellamy und Chloe aufgebaut hat, kann man förmlich spüren. Diese Momente sind sehr anregend, leidenschaftlich und niveauvoll. Der Spaß kommt definitiv nicht zu kurz, denn beide spielen gerne und wissen haargenau, wie sie den anderen reizen und necken können.

Minisnippet
„Ich kann uns was kochen. Also ich bin jetzt nicht die beste Köchin, aber man kann essen, was ich mache.“ Sie zwirbelt an ihren Haaren und ich nicke.
„Kann man das? Du willst mich also nicht direkt vergiften?“
„Nein, ich …“ Sie bricht ab, bemerkt mein breites Lächeln. „Das mach ich nur, wenn du mich ärgerst.“
Ich lache.
„Okay, danke für die Warnung, da werde ich mich bemühen, lieb zu sein.“
Ihre Augen funkeln belustigt.
„Kannst du das denn? Lieb sein?“
Ich pfeife leise durch die Zähne.
„Aber hallo, Prinzessin. Ich kann so lieb sein, dass es dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Und du völlig willenlos vor mir liegst. Oder unter mir. Je nachdem.“

Fazit:
Eine wunderschöne und gefühlvolle Liebesgeschichte, die das spannende Thema Stalking aufgreift. Die Handlung überzeugt demnach mit Tiefe und kommt nicht zu locker-flockig daher. Die Protagonisten sind facettenreich und sympathisch ausgearbeitet, haben Ecken und Kanten, und sorgen damit für fesselnde Momente. Bellamy und Chloe sind ein zuckersüßes Paar und einfach zum Dahinschmelzen. Der Bad Boy wird (teilweise) gezähmt und die Prinzessin fährt auch mal ihre Krallen aus. Diese Charakterentwicklung hat mir besonders gut gefallen. Ilka Hauck hat mich wieder einmal wunderbar unterhalten und „Love Kick“ kann ich nur wärmstens empfehlen! <3


„Love Kick: Kämpfe für mich“ von Ilka Hauck 


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