Rezension „Tears of Tess – Buch 2“ von Pepper Winters

Cover
Das Cover gefällt mir richtig gut. Wie schon bei Band 1, lässt es genug Freiraum für die eigene Fantasie und der Leser kann sich seine Vorstellung von Tess selbst erschaffen. Die Pose der abgebildeten Frau drückt für mich Dramatik und Schmerz aus, was natürlich perfekt zur Storyline passt. Allgemein kommt das Cover mit wenigen farblichen Akzenten aus und präsentiert sich nicht überladen. Die dezente Gestaltung ist absolut gelungen, da sie dennoch eine starke Ausdruckskraft aufweist.

Protas
Tess ist eine wahre Kämpferin, die an jeder Herausforderung wächst und ungeahnte Kräfte mobilisiert. Diese Eigenschaften, ihr strahlendes Wesen, die konstante Weigerung zusammenzubrechen, all dies wirkt so anziehend und spricht den Leser tief in der Seele an. Für mich ist sie eine Romanheldin der Sonderklasse.

Q ist der umwerfende und leckere Franzose mit der abgefahrenen sadistischen Ader. Ich habe seinen sexy französischen Akzent förmlich im Ohr. Q ist eine fiktive Kreation mit unzähligen Facetten, jemand den ich absolut vergöttere. Ich liebe seine wahnsinnige Stärke und den inneren Kampf mit seinem sadistischen Monster. Er ist eine kaputte Seele, die man einfach mit allen Mitteln heilen möchte.

Schreibe & Inhalt
Der Auftakt von Tears of Tess hat mich dermaßen begeistert und natürlich musste ich auch unbedingt Band 2 lesen. Die Story beginnt einige Tage nachdem Tess zu Q nach Frankreich zurückgekehrt ist. Die beiden finden gerade heraus, wie sie als Paar funktionieren können, ohne sich dabei gegenseitig zu zerstören. Vor allem Q hat die Sorge, vollkommen die Kontrolle zu verlieren und Tess ernsthaft zu verletzen. Dass letztendlich jemand ganz anderes ihr Leben bedroht, ahnen sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wir bekommen leidenschaftliche und verdammt heiße Szenen serviert, ja der Leser wird quasi in Sicherheit gewiegt und dann … BÄMM! Ein Plottwist der alles Dagewesene in den Schatten stellt. Wer dachte, Band 1 war heftig, der wird nun eines Besseren belehrt. Ich war geschockt, sprachlos und völlig mit den Nerven am Ende! Es wird brutal, krank und wahnsinnig. Bei diesem Horrorszenario bekommen wir durch die Sichtweisen von Q und Tess einen herzzerreißenden Einblick in deren Gefühlswelt. Die Charaktere erhalten mehr Tiefe, man fühlt ihre besondere Verbundenheit und wie sehr sie sich lieben. Sieht, was sie bereit sind füreinander zu tun. Ich liebe Tess und Q als Paar. Ihre Beziehung ist wunderschön. Der Schreibstil der Autorin ist ehrlich, direkt und komplett ungeschönt. Die Beschreibungen sind so detailliert, dass man das Gefühl hat, live dabei zu sein. Es läuft konstant ein Film vorm inneren Auge ab. Die Erzählweise ist hochemotional, ich kann hier nur meinen Hut ziehen. Einfach grandios, was hier abgeliefert wurde.

Spannungsbogen
Man ist sofort wieder im Geschehen und die Spannung steigt kontinuierlich. Sobald man glaubt, eine leise Ahnung zu haben, wo die Reise hingeht, wird der Leser in seinen Grundfesten erschüttert. Die Handlung hält einige „Explosionen“ bereit, die für enormen Nervenkitzel sorgen. Ehrlich, ich habe am ganzen Körper gezittert und meine Fingernägel abgekaut. Die Emotionen fahren Achterbahn, langweilige oder langatmige Szenen sucht man hier vergebens.

Taschentuchfaktor
Was Tess und Q erleben und ertragen müssen, ist einfach nur unmenschlich. Jede andere Person wäre sofort zusammengebrochen und nie mehr aufgestanden. Ich habe körperlich und seelisch mitgelitten. Teilweise konnte ich es wirklich nicht fassen, was da gerade passiert. Aber umso mehr die beiden überstehen, desto mehr schließt man sie ins Herz.

Erotikfaktor
Tess und Q sind zusammen einfach dermaßen sexy und köstlich. Die erotischen Szenen sind der Hammer. Explizit, heftig, krass, direkt – aber immer wunderschön. Beide üben eine riesengroße Faszination auf mich aus. Das einzigartige Zusammenspiel, die unstillbare Lust, die überwältigende Leidenschaft, alles ist genau so darstellt, um den Leser zu fesseln und völlig in den Bann zu ziehen.

 

Minisnippet
Meine Stärke und mein Überlebenswille kehrten zurück – ganz leise, vorsichtig und verschüchtert. Ich wollte nicht, dass irgendjemand wusste, dass ich nicht mehr im Fegefeuer dahinvegetierte.
Ich hielt Ewigkeiten den Atem an und vergewisserte mich, dass ich allein war. Jedes Mal, wenn ich die Augen öffnete, durchbohrte entweder Lederjacke oder ein mir unbekannter Menschenhändler meine Haut und bremste mein zögerliches Erwachen mit Drogen aus.
Vor meinen Augen wackelte alles und ich hatte Mühe, den Raum um mich zu fokussieren. Ich konnte nichts richtig erkennen und willkürliche Gedanken lenkten mich ab.
Wie würden die Wände wohl schmecken, wenn ich sie ableckte?
Was für ein Geräusch würde der Boden machen, wenn ein Elefant hier auf und ab hüpfte?
Ich schloss die Augen und versuchte, mein durchgedrehtes Gehirn wieder zu ordnen. Ich hasste Drogen. Ich hatte in meinem ganzen Leben noch nie Drogen genommen. Ich hatte nie Marihuana oder gar etwas Härteres ausprobiert. Jetzt wusste ich, warum: Kontrolle. Drogen nahmen einem die Kontrolle und ersetzten sie durch Albträume und Halluzinationen. Sie machten high, stahlen mir meine Zeit und meinen Verstand.  

Fazit:
Der Autorin ist mit „Tears of Tess 2“ ein großartiger und nervenaufreibender Roman gelungen. Düster, sexy, spannend und intensiv. Das sind nur ein paar wenige Worte, um dieses herausragende Buch am besten zu beschreiben. Band 1 war ein wundervoller Auftakt, aber diese Fortsetzung hat meinen Geschmack noch mehr getroffen. Sie ließ mich fühlen, nachdenken und ständig den Atem anhalten. Es war toll, die Geschichte aus der Sichtweise von Tess und Q mitzuerleben. Ich liebe den Schreibstil, die düstere und harte Storyline, die Sexiness von Tess und Q. Ein fantastisches Buch, das mich von der ersten Seite an fesseln konnte. Klare Leseempfehlung für alle Dark-Erotica-Fans.


TEARS OF TESS – BUCH 2 von PEPPER WINTERS 


FESTA VERLAG 


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