Rezension „Remember – Vergessene Herzen“ von Ina Nordmann

Cover
Das Cover lädt wirklich zum Träumen ein. Ich finde es wunderschön und total romantisch. Die Zusammensetzung aus winterlicher Kulisse und verliebtem Pärchen passt toll zum Inhalt. Eine bezaubernde Gestaltung, bei der man sofort zum Buch greifen möchte.

Protas
Ella hat bereits als Teenager ihr eigenes Leben aufgeben müssen. Durch einen verheerenden Autounfall wurde sie zum Familienoberhaupt und stellt seither ihre eigenen Wünsche und Ziele hintenan. Eine fundierte Ausbildung konnte sie nie genießen, deshalb hält sie ihre Familie mit diversen Minijobs über Wasser. Große finanzielle Rücklagen gibt es somit nicht und als wieder ein Autounfall ihre Welt erschüttert und in eine Notlage bringt, ist Ella kurz vor dem Verzweifeln. Doch der vermeintliche Unfallverursacher macht ihr ein verlockendes Angebot, das sie nur schwer ablehnen kann.

Cameron ist attraktiv, wohlhabend und erfolgreich. Für ihn ist ein Autounfall nur ein unliebsamer Zwischenfall, der seinen Zeitplan durcheinanderbringt. Mit Geld lässt sich schließlich fast alles geradebiegen. Deshalb macht er Ella, seiner Unfallgegnerin, auch ein verführerisches Jobangebot, mit dem sich ihre finanziellen Probleme im Nu lösen sollten. Dadurch kommt er Ella auf emotionaler Ebene viel näher als erwartet, und seine Vergangenheit, die bis heute eine große Rolle spielt, stellt sich ihm in den Weg. Seine tiefen Gefühle für Ella sind unmoralisch, aber dennoch kann er sie nicht aus seinem Leben streichen.

Schreibe & Inhalt
Der Klappentext und das wunderschöne Cover haben mich sofort neugierig gemacht, und ich wollte Ella und Cameron unbedingt kennenlernen. Eigentlich habe ich eine locker-flockige Liebesromanze erwartet, aber dies könnte nicht weiter von der Realität entfernt sein. Sowohl Ella als auch Cameron haben in ihrem Leben harte Schicksalsschläge erfahren müssen, die sie bis heute in ihrem Denken und Handeln beeinflussen. Ella ist eine wundervolle Frau mit einem riesengroßen Herzen. Wie sie sich für ihre Mutter und Geschwister aufopfert, ist bewundernswert. Sie ist kein schüchternes Mäuschen, sondern sehr selbstbewusst und mit einer äußerst frechen Zunge gesegnet. Das bringt Cameron so manches Mal aus dem Konzept, denn er ist immerzu beherrscht und kontrolliert, verliert nur sehr selten seinen Fokus, doch mit Ella ändert sich alles. Sie bringt Sehnsüchte in ihm zum Vorschein, die er sich selbst schon längst verboten hat. Ella und Cameron haben mein Herz im Sturm erobert. Ich habe viel gelacht, geweint und geseufzt. Wollte beide so manches Mal an die Wand klatschen. Man fiebert einfach pausenlos mit. Es ist der Debütroman der Autorin, aber dies merkt man zu keinem Zeitpunkt. Der Schreibstil ist anspruchsvoll und dennoch leicht und flüssig. Sämtliche Emotionen werden perfekt transportiert, sodass man als Leser das Gefühl hat, selbst Teil dieser Geschichte zu sein. Die humorvollen und spritzigen Wortgefechte sind unglaublich amüsant und wechseln sich mit den tiefgründigen und ergreifenden Momenten ab. Die Protagonisten und Nebencharaktere sind authentisch und wundervoll gezeichnet, hier gibt es definitiv Potenzial für weitere Geschichten. Ellas Schwester könnte ich mir da zum Beispiel sehr gut vorstellen.

Spannungsbogen
Die aufkeimenden Gefühle zwischen Ella und Cameron sowie die kleinen Geheimnisse, die im Verborgenen schlummern, machen dieses Buch mehr als spannend. Jedes Kapitel wird von einem Satz eingeleitet, der sehr neugierig macht und zum Rätseln einlädt. Stück für Stück werden die Puzzleteile zu einem kompletten Bild. Der Handlungsverlauf ist nicht vorhersehbar und der Leser darf sich auf einige überraschende Wendungen freuen.

Taschentuchfaktor
Ella und Cameron haben beide ihr ganz persönliches Päckchen zu tragen. Er ist unmöglich hier nicht mitzuleiden. Ich habe einige Tränen vergossen, ihr Schicksal hat mich zutiefst berührt. Auf der anderen Seite musste ich beide aber auch verfluchen, weil sie sich selbst so geißeln. Für mich eine wahre Achterbahn der Gefühle.

Erotikfaktor
Schon allein die hitzigen Diskussionen gleichen einem Vorspiel. Es knistert und prickelt gewaltig, denn zwischen Ella und Cameron herrscht eine ganz besondere Chemie. Auf explizite Erotik wurde größtenteils verzichtet, aber die heißen und romantischen Momente sind dennoch sehr reizvoll. Man spürt die Liebe der beiden in jeder Sekunde.

Minisnippet
»Schickt Cameron Sie … dich?
Laura lachte laut heraus. »Eher gefriert die Hölle. Nein, der Herr tut lieber so, als hätte es dich nie gegeben. Er ist furchtbar stur.«
»Unser Arrangement ist beendet. Es gibt keinen Grund für ihn, den Kontakt aufrechtzuerhalten.«
Laura stöhnte auf. »Nein, keinen, außer, dass ihr beide unsterblich ineinander verliebt und mit dieser erzwungenen Trennung todunglücklich seid. Ich glaube, du bist vermutlich genauso halsstarrig wie er. Ich bin mir sogar ziemlich sicher.«

Fazit:
Mit „Remember – Vergessene Herzen“ hat die Autorin einen herzzerreißenden, humorvollen und – für mich – einzigartigen Roman aufs Papier gebracht. Ella und Cameron haftet ein Zauber an, der mich wahnsinnig berührt hat. Sie bringen einem zum Lachen, Weinen, Fluchen und Aufstöhnen. Selten hat mein Kopfkino so verrückt gespielt. Ich habe mitgerätselt und war am Ende doch so völlig überrascht, wie ich es mir gar nicht habe vorstellen können. Meinen größten Respekt für dieses hochemotionale, tiefgründige und unvergessliche Debüt. Wer dieses Buch nicht liest, hat definitiv etwas verpasst.


„Remember – Vergessene Herzen“ von Ina Nordmann


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