Rezension Conflict: Begehren (Conflict-Reihe 1) von Raine Mog

Cover
Eine schöne Kombination des Hintergrundes als Nachthimmel mit der im Vordergrund stehenden Frau. In Anlehnung an die Story sehr gut gelungen, da die einzelnen Bildstückchen in dieser eine Erklärung finden.
Prota
Viola
Auf ihrer Junggesellinnenparty erlebt Viola ihr kleines Abenteuer.  Und genau das reißt sie aus ihrem beständigen Leben. Sie, die einst so unbeschwerte, Quirrlige, merkt, dass sie jetzt, nach Jahren, festgefahren ist. Nach ihrem ONS hadert sie mit sich selbst, hört in sich hinein; findet kein Anzeichen für ein schlechtes Gewissen. Ist das schon der Anfang vom Ende?
Liam, mit seiner unkomplizierten Art, übt eine gewisse Macht über sie aus, holt sie aus ihrem Schneckenhaus heraus und letztendlich muss sie sich eingestehen, dass er ihr das Gefühl gibt, sie selbst zu sein. Mit ihm erlebt sie wieder die Unbeschwertheit, die sie immer ausgemacht hat. Doch ist es sie selber oder der Alltag, der sie zu den Menschen hat werden lassen?
Noah, der Verlobte von Vio, bekommt hier in diesem Buch eher die Rolle des Zurückhaltenden. Der Mann, der einen Plan vom Leben hat und Viola über alles liebt.  Doch auch er hat mit seiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen. Werden sie es schaffen, die Dämonen zu bekämpfen?
Schreibstil & Inhalt
Noch 28 Tage zur Hochzeit. Abwärtszählend werden wir in Tagen dem freudigen Ereignis hingeführt. Vom Schreibstil her war es für mich manchmal mühselig beim Thema zu bleiben. Es hat mich nicht richtig gepackt, der Story die notwendige Aufmerksamkeit zu geben. Obwohl die Sprache selber einfach gehalten, haben mich die vielen Gefühlswiederholungen gestört.  Gesagtes/Gedachtes wurde in meinen Augen zu oft wiederholt, ohne eine wichtige Aussage.
Mit Liam hat Vi das Gefühl, sie selbst sein zu dürfen. Frei zu sein. Nicht zu hinterfragen, ob und was andere über sie denken. Wie sie nach außen wirkt. Durch Einblenden immer wieder kleiner Flashbacks, Sätze, die gesagt wurden, Situationen, die bei Vi eine Erinnerung hervorrufen, lassen sie immer an kleine Fragmente erinnern, ihr Tun, ihr Leben, ihre Liebe in Frage zu stellen.
Spannungsbogen
Wenn man mal von den vielen Wiederholungen absieht, war das Thema ein sehr energiegeladenes. Als Leser will man natürlich wissen, wie geht es aus, wie verhalten sich die einzelnen Akteure im Buch. Das hat die Autorin bis zum Schluss sehr gut hinbekommen, den Leser im Ungewissen zu lassen, zu spekulieren.
Taschentuchfaktor
Ich muss gestehen, dass ich im letzten Drittel des Buches doch die ein oder andere Träne vergossen habe. Es hat mich nicht kalt gelassen. Egal, ob es aus Sicht Noahs, Liams oder auch Violas betrachtet wurde.
Erotikfaktor
Schon allein der Anfang lädt den Leser gleich in eine heiße Szene ein. Auch weitere wurden im Buch sehr glaubwürdig und schön beschrieben. Das Kopfkino wurde angeschmissen. Gefühle, Empfindungen konnten gut nachempfunden werden.
Snippet
… Sie musste weitergehen, obwohl sie auf dem Seil des Lebes taumelte, bereit, ihr Leben in der neu gewonnenen Sicherheit zu verändern. Der Boden unter ihr widersetzte sich ihr nicht.
Und ließ sie neue Hoffnung spüren. …
… Egal, wie oft sie sich küssten, egal, wie oft er sie in den Arm nahm und sich ihre Lippen trafen – es blieb ein aufregender Zauber zwischen ihnen bestehen, der ihre Gefühle magisch tanzen ließ. Für eine kurzen Moment wünschte sie, die Zweisamkeit mit ihm ausleben zu können und mit ihm zu schlafen, an nichts zu denken und sich vollkommen fallen zu lassen.
Richtig und falsch. Weiß und schwarz. …
Fazit
Die Zerrissenheit der Gefühle, wenn man einen Fehler begeht und kurz vor der Hochzeit steht. Wie soll es weiter gehen? So tun als wäre nichts geschehen oder alles hinschmeißen? Wie geht man selber damit um. Kann ich damit leben oder frisst es mich auf. Vor allem aber, stellt sich die Frage, warum ist es geschehen, was ist anders und wieso werde ich zum Wiederholungstäter. Ein sehr schweres Thema, wo man als Leser oftmals selber ins Grübeln kommt und nicht weiß, wie hätte ich entschieden. Man leidet sozusagen mit Viola mit und möchte am liebsten Noah in die Arme nehmen. Aber manchmal müssen Dinge einfach geschehen, um sie zu verstehen.
Von mir gibt es für diese tolle Story verdiente und sehr gute 4 Sterne.


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