Rezension „Brainfuck: First Sight“ von Don Both & Kera Jung

Cover
Ich habe selten so ein cooles und außergewöhnliches Cover gesehen. Der Traum in Pink ist der Blickfang schlechthin. Mir gefällt es richtig, richtig gut. Die Schrift, die Skyline und der Farbton geben ein stimmiges Bild ab, das perfekt zur Story passt. Der Buchtitel ist auch sehr speziell, was mit ein Grund war, warum ich direkt zu diesem Buch gegriffen habe. Absolut gelungen!

Protas
Nik ist nach außen hin der brave Musterschüler auf der Challenge-Highschool. Hinter dieser Fassade steckt ein heißer Bad Boy der mit allen Wassern gewaschen ist. Egal ob Drogen verticken oder alles flachlegen, was ihm vor die Flinte kommt. Er genießt sein Leben in vollen Zügen, aber auch er hat Probleme von denen niemand etwas erfahren darf. Deshalb kommt ihm das lukrative Angebot eines neuen Schülers gerade recht: 35.000 Dollar für die Rundumerneuerung der peinlichen Schwester, die in der High Society noch nicht wirklich Fuß gefasst hat. Nik ist natürlich Feuer und Flamme, obwohl dieses Geld keineswegs leicht verdient ist. Sein „Job“ erweist sich nämlich in verschiedener Hinsicht als sehr kompliziert.

Jenny ist neu in New York, nachdem ihre Mutter im Lotto gewonnen hat. Ein Leben in Little Kitchen, einem Kaff in Montana, wäre wohl kaum standesgemäß. Der Start in der privaten Highschool gestaltet sich schwieriger als gedacht, da sie sehr schnell den Status „Außenseiterin“ für sich beansprucht. Fiese Mitschüler und Lehrer machen den Schulalltag zur Hölle, einziger Lichtblick ist der attraktive und göttliche Nik. Jenny ist sich nur zu bewusst, dass er in einer völlig anderen Liga spielt, umso überraschter ist sie, als er ihre Nähe sucht. Ein Traum scheint in Erfüllung zu gehen, die Hormone spielen verrückt, aber der Zweifel bleibt dennoch. Meint es Nik wirklich ernst mit ihr?

Schreibe & Inhalt
„First Sight“ ist der 1. Band der „Brainfuck“-Reihe. Ich habe schon vieles von Kera Jung und Don Both gelesen, weil sie für mich einfach ein Garant für sehr gute Storys sind. Bei diesem aktuellen Buch ist es nicht anders, der Leser bekommt wieder eine „krasse“ Liebesgeschichte präsentiert. Der einzigartige, lockere und rasante Schreibstil zieht einen förmlich in den Bann. Die humorvollen Passagen und die unverblümte Ausdrucksweise sind genial. Man hat einen Lachflash nach dem anderen. Besonders klasse fand ich die Vergleiche mit Edward und Bella aus Twilight. Ich hatte jedes Mal ein genaues Bild vor Augen, und musste regelmäßig schmunzeln. Für mich hat es toll in die Handlung gepasst. Die Protas Nik und Jenny kann man einfach nur lieben. Sie sind sympathisch und etwas ganz Besonderes. Obwohl Nik in diesem Band überwiegend die Rolle des nicht so netten Teufels spielt, ist er trotzdem die Sahneschnitte die man schnellstens vernaschen will. Jenny ist der unschuldige Engel, der Nik wirklich jede Gemeinheit oder jeden blöden Spruch verzeiht, dadurch kommt sie etwas naiv rüber. Zum Ende hin konnte ich aber spüren, dass da ein Wandel bevorsteht. Ich hoffe, Jenny gibt Nik auch mal einen Tritt in den Hintern gibt, wenn er es verdient hat. Auch Niks Fassade fängt langsam an zu bröckeln und er sieht ein, dass er nicht immer mit seinen Aktionen so leicht davonkommt. Man darf gespannt sein, was uns in Band 2 erwartet.

Spannungsbogen
Als sich Nik und Jenny das erste Mal begegnen, ist man sofort gefesselt. Diese Anziehungskraft zwischen den beiden ist ständig spürbar. Man hofft auf ein Happy End und weiß gleichzeitig, dass die Bombe irgendwann platzt. Nik hat sich aus den falschen Gründen in Jennys Leben geschlichen, und dies kann logischerweise nicht ohne Konsequenzen bleiben. Die Spannung wird damit konstant oben gehalten.

Taschentuchfaktor
Tieftraurig ist die Geschichte nicht, aber dennoch sehr emotional. Nik ist regelmäßig gemein und verletzend zu Jenny. In diesen Situationen tat sie mir echt leid, und ich wollte Nik eine kräftige Kopfnuss verpassen. Wuttränen meinerseits sind da der richtige Ausdruck.

Erotikfaktor
Die Erotikszenen kann ich nur als megascharf bezeichnen. Die detaillierten Beschreibungen setzen das Kopfkino gekonnt in Gang. Der Buchtitel ist da definitiv Programm. Nik – selbsternannter Sexgott – weiß wirklich wie er einer Frau einheizt. Dazu kommen noch Jennys bildliche Gedanken über Nik, die mir viele Herzchen in den Augen beschert haben.

Minisnippet
»Hey …«, wisperte ich, es hörte sich in der scheinbaren Stille unnatürlich laut an. Die Musik der Band war da, jedoch so leise, dass sie im Rauschen des Laubes an den Bäumen fast unterging. »Was ist heute mit dir los? Du wirkst völlig durcheinander.« So hatte ich ihn noch nie erlebt. Okay, außer damals, als seine Mom gestorben war. Seine Schultern sackten in sich zusammen und er stieß zwischen zusammengepressten Lippen hervor: »Ich bin einfach ein Bastard, was soll ich sagen, was kann ich sagen …« Dabei sah er zu Boden.
Ich umrundete ihn, raffte all meinen Mut zusammen, dann nahm ich sein Gesicht und hob es an, zwang ihn, mich anzusehen und streichelte mit dem Daumen seine frisch rasierten perfekten Wangen, während alles in mir wieder kribbelte. »Du bist kein Bastard«, hauchte ich. Er schnaubte abfällig und wollte sein Gesicht wegdrehen, aber ich hielt ihn fest. »Okay, du bist oft ein Bastard, aber ich … ich mag dich trotzdem, mehr als das, Nik … ich, ich …«
»NEIN!« Er hob die Hand und sah mich endlich an, dabei brannten seine Augen lichterloh. »Sag es nicht!« Und dann schob er einfach die Hand in meine Haare, zog mich an sich und küsste mich. Völlig leidenschaftlich, völlig verzweifelt, so wie unsere Küsse irgendwie immer waren. Ich stöhnte verwundert, weil er mich wieder so berührte und vor allem, weil er mich gegen den uralten Baum in meinem Rücken drückte. Nik rieb seinen Schritt an mir und ich fühlte, wie mein Höschen verboten feucht wurde.
»Ich kann es nicht mehr aushalten Jenny, ich will dich!«

Fazit:
„First Sight“ ist eine turbulente Lovestory mit erstklassigem Humor und heißer Erotik. Die außergewöhnlichen und liebenswerten Protas fesseln den Leser von der ersten Seite an. Ein explosives Traumpaar, das für einige Überraschungen sorgt. Den beiden APP-Autorinnen ist ein großartiger Start der „Brainfuck“-Reihe gelungen. Ich sag es mal so: Mia und Tristan müssen sich warm anziehen, denn mit Jenny und Nik haben sie harte Konkurrenz bekommen. Ich bin jetzt schon tierisch vernarrt in die beiden, obwohl das erst der Anfang ist. Band 1 endet mit einem Cliffhanger, den ich persönlich nicht als schlimm empfinde. Ich warte gespannt, aber geduldig auf die Fortsetzung im Oktober 2017. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne!


„Brainfuck: First Sight“ von Don Both & Kera Jung 


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