Rezension „L.A. Tycoon – Milliardenschwer verliebt“ von Kim Henry

Cover
Die kräftigen und warmen Farben verleihen dem Cover einen schönen Wiedererkennungswert. Der Titel ist unweigerlich auch im Cover wiederzufinden und macht Lust, die Story zu lesen.

Protas
Alexander Carlyle ist ein eiskalter Hotelier. Sein Ruf als knallharter, arroganter Geschäftsmann eilt ihm voraus. Jene Menschen, die nichts mit ihm zu tun haben, machen einen großen Bogen um ihn, während die Damenwelt an der Aufgabe scheitert, den heißen Junggesellen zu zähmen. In der Welt der Schönen und Reichen trägt er eine perfekte Maske, und er hat nicht vor, diese jemals wieder abzunehmen.

Dana Rivers arbeitet als Zimmermädchen in einem luxuriösen Hotel in L.A.
Die couragierte junge Frau hat ihre eigenen Wünsche und Belange vor langer Zeit in eine dunkle Ecke gestellt.
Aufopferungsvoll kümmert sie sich um ihre Geschwister und den Haushalt, unterstützt ihre undankbare Mutter in jeder freie Minute.

Schreibe & Inhalt
Es braucht nicht viele Zeilen um zu ahnen, dass es sehr emotional werden wird, treffen doch 2 Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die abwechselnde Sichtweise von Alexander und Dana lässt uns hautnah miterleben, wie chancenlos beide letztendlich gegen ihre Gefühle sind 😉

Dana hat das Leben nicht immer fair mitgespielt. Mit Bravour meistert sie dennoch jede noch so schwere Hürde. Ihre Stärke wird allerdings mehr als auf die Probe gestellt, als ihr ihre Hautfarbe zum Verhängnis wird und sie feststellen muss, dass Argumente und Beweise null und nichtig sein, solange Vorurteile mit im Spiel sind. Aber wäre all das nicht genug, bekommt sie von ihrem ehemaligen Chef ein Angebot, das ihre Träume erfüllen könnte, aber gleichermaßen ihren Platz in der Gesellschaft untermauert. Käufliche Unterschicht. Sie lässt sich dennoch auf den Deal ein, ohne die Folgen zu erwägen. Ihr Schauspiel ist schwerer als gedacht, denn der eiskalte Hotelier zeigt eine Seite an sich, vor der sie niemand gewarnt hat, und so entstehen Gefühle, die absolut nicht sein dürfen.

Spannungsbogen
Es war eine Freude, sich in dem Buch fallen zu lassen. Das Autorenduo Kim Henry weiß ganz genau, wie sie ihre Leser um den Finger wickeln und so entsteht wieder dieses prickelnde Verlangen wissen zu wollen, wie es weitergeht. Ein Weglegen des Buches war somit unmöglich und sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Taschentuchfaktor
Im Buch gibt es einige bewegende Momente, die mich zu Tränen gerührt haben. Die Art und Weise, wie gewisse Szenen beschrieben sind, ist wunderschön und sehr emotional. Dana muss mit Dingen klar kommen, die man seinem schlimmsten Feind nicht wünscht, während Alexander andere, dennoch nicht mindere Gedanken plagen, die ihm die Lebensfreude nehmen.

Erotikfaktor
Holy Shit, das muss man gelesen haben. Alexander weiß nicht nur in seiner Geschäftswelt, wie der Hase läuft. Seine Dominanz und Erfahrung in anderen „Ebenen“ ist auch nicht von schlechten Eltern. Die beiden Protas können sich der Leidenschaft kaum entziehen, und so entstehen anregende, sehr stilvoll gehaltene erotische Szenen.

Minisnippet
Wham! Es war, als würde in der Stille, die auf Carlyles Worte folgte, eine Bombe explodieren. Alles Blut verließ meinen Kopf, sackte mir in die Beine. Ich konnte einfach nicht glauben, was er gesagt hatte. Doch sein arrogantes Grinsen lieb, ganz egal, wie oft ich blinzelte, und auch seine Worte hallten in meinen Ohren nach. Zweihundertfünfzigtausend Dollar. Eine Viertelmillion.
Dieser Mann war von allen guten Geistern verlassen!
Ich suchte, was noch von meinem Stolz übrig war, griff nach meinem kleinen Rucksack und stand auf. Ich hatte noch nie auf Plateaus geschwankt, und dafür, dass ich es heute zum ersten Mal tat, hasste ich mich. Doch ich versuchte, nicht daran zu denken.
„Danke für das großzügige Angebote, Mr. Carlyle“, brachte ich irgendwie heraus. „aber ich bin nicht käuflich.“ Fünf Schritte bis zur Bürotür, vielleicht sieben, dann konnte ich dem Zittern nachgeben, das von innen her drohte, von meinem Körper Besitz zu ergreifen. Mit bebenden Fingern griff ich nach dem Türknauf. Dreh dich nicht um, sagte ich mir. Dreh dich nicht um, zeig ihm nicht, wie sehr er dich erschüttert hat.

Fazit:
Die Art und Weise wie das Autorenduo ihren wunderschönen Liebesromanen einen sehr ernsten und realen Hintergrund einhaucht, geht wahrlich unter die Haut. Toleranz und Akzeptanz sind auch in der heutigen Zeit oftmals nur leere Worte. Der Roman hat mich sehr berührt, weil der 2-Klassen-Gesellschaft zum Trotz, sämtliche Regeln gesprengt werden. Die Protagonisten gehen ihren Weg, auch wenn er noch so beschwerlich ist.  Es ist ein modernes Märchen a la Pretty Woman, und dennoch mit einem unvergleichlichem, ganz besonderen Touch im Style von Kim Henry. Ich bin wirklich ganz gerührt, vor allem vom Schluss, da auch hier nochmal darauf hingewiesen wird, wie wichtig der Glaube an sich selbst ist. Ein tolles Buch mit starken, liebenswerten Charakteren und einer Reise in Welten, die dem meisten von uns völlig fremd sind. Das Buch hätte 10 Sterne verdient und eine ganz klare Kaufempfehlung.


„L.A. Tycoon“ auf Amazon


 

Teilen mit:
Share

Kommentar verfassen