Rezension „Beautiful“ von Christina Lauren

Cover
Fans von Christina Lauren wissen sofort, wo dieses Buch hingehört. Es ist im unverkennbaren Stil der „Beautiful Bastard“-Reihe gestaltet, sehr minimalistisch, und dennoch so einzigartig. Meinen Geschmack trifft es genau, denn ich liebe diese Reihe, und dieses Cover spiegelt die Besonderheit der Bücher wider.

Protas
Die quirlige Pippa stellt keine großen Ansprüche an ihr Leben, braucht nicht viel, um glücklich zu sein. Ihr Job ist ihr allerdings seit längerer Zeit ein Dorn im Auge und man kann von Glück sagen, dass sie sich in einer soliden, glücklichen Beziehung befindet. Ein Irrtum, wie sich bald herausstellt, denn Pippa hat mit Karacho die Arschkarte gezogen. Ein Tapetenwechsel muss her, und das dringend.

Jensen ist ein Workaholic wie er im Buche steht. Er erklimmt gerade seine Karriereleiter, ist mit seinen jungen Jahren kurz davor, Partner in einer renommierten Anwaltskanzlei zu werden.  Sein Privatleben bleibt dabei völlig auf der Strecke, denn es ist soviel einfacher, sich in Arbeit zu stürzen, anstatt Gefühle in eine Beziehung stecken zu müssen.

Schreibe & Inhalt
Es ist diese leichte, unkomplizierte Schreibweise, die mich bei den Büchern von Christina Lauren mehr als fasziniert, und immer wieder amüsiert. Es macht so viel Spass, Seite für Seite in ihre Bücher abzutauchen. Dieses Phänomen ist ihr auch beim Reihenfinale zu „Beautiful Bastard“ gelungen, obwohl es etwas sanfter zugeht, als wir es vielleicht gewohnt sind 😉

Pippa und Jensen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Jensen´s Leben in geordneten Bahnen verläuft, ist bei Pippa im Moment überhaupt nichts so, wie es sein sollte. Dementsprechend ungewöhnlich verläuft das Kennenlernen zwischen den Beiden. Sie ahnen nicht, dass sie sich in kürzester Zeit auf einer gemeinsamen Reise befinden, die ihre Sichtweise auf den jeweils anderen völlig verändern wird. Denn genau dann, als Jensen es am wenigsten vermutet, steht Pippa ihm bei und bringt damit etwas ins Rollen. Doch Jensen kann sich nicht verbiegen. Nicht noch einmal passiert ihm der Fehler, sich auf Dinge zu konzentrieren, die nicht von Dauer sein könnten. Und so trifft er Entscheidungen, die beinahe nicht mehr gut zu machen sind.

Spannungsbogen
Spannung ist der falsche Ausdruck. Der Titel des Buches macht Programm, denn es ist „Wunderschön“, wie sich die Zuneigung und die Anziehung zwischen Pippa und Jensen entwickelt. Man fiebert mit den Beiden mit, und es ist mehr als aufregend zu sehen, wie ihre Entscheidungen den Verlauf der Geschichte prägen.

Taschentuchfaktor
Das ein oder andere Tränchen hat sich schon aus den Augenwinkeln gestohlen. Und wenn ich ehrlich bin, hat mich der Epilog, der wirklich Besonders ist, zu Tränen gerührt.

Erotikfaktor
Die erotische, aufgeheizte Spannung kommt auch in diesem letzten Teil zu tragen. Es ist irgendwie ein Merkmal in den Büchern von Christina Lauren, denn sie versteht es, genau diese erotische Spannung zu erzeugen und prickelnde Momente voll und ganz auszukosten.

Minisnippet
Zwei Wochen Ferien konnten nicht schaden, oder? Ich hatte da Londoner Büro top vorbereitet für die anstehende Verhandlung zurückgelassen, den Rest konnte meine Kollegin Natalie eine Weile allein bewältigen. Immerhin beliefen sich meine angesammelten Urlaubstage auf insgesamt sechs Wochen. Und es waren nur deshalb nicht mehr, weil ich mir vor vier Monaten zehn Wochen hatte auszahlen lassen, die ich garantiert nie aufgebraucht hätte.
Ich versuchte, mir zwei Wochen mit Will und Ziggy auszumalen, zwei Wochen Weingüter, Mikrobrauereien, Ausschlafen…Es war so gut, dass ich fast zu geweint hätte.
„Na schön“, sagte ich, in der Hoffnung, dass ich es nicht bereuen würde. Ziggys Augen weiteten sich.
„Na schön…was?“
„Ich fahre mit.“
Sie schnappte ehrlich schockiert nach Luft und umarmte mich heftig. „Ernsthaft?“, brüllte sie, und ich stieß sie weg und legte eine Hand auf mein Ohr.
„Tschuldigung“, brüllte sie wieder, nicht wirklich weiter von meinem Ohr entfernt als vorher. „Aber ich freue mich so.“
Ein winziges Knäuel Unsicherheit grub sich einen Pfad durch meine Brust.
„Wohin geht es nochmal genau?“, erkundigte ich mich. Ihre Miene wurde noch lebhafter. „Ich habe einen wunderbaren Reiseplan erstellt. Wir besuchen Brauereien und Weingüter und ein paar traumhafte Resorts – und die letzte Woche verbringen wir in dieser geradezu unwirklichen Hütte in Vermont“.
Ich atmete tief durch und nickte. „Okay. Okay“ Aber Ziggy witterte mein Zögern.
„Du willst deine Meinung doch nicht etwa schon wieder ändern? Jenson, ich schwöre zu…“
„Nein, nein“, fiel ich ihr ins Wort und lachte. „Ich hatte nur gestern im Flieger dieser wirklich verrückte Sitznachbarin, und sie erwähnte, dass sie auf eine Weintour gehen will. Und eben fürchtete ich einen panischen Moment lang, dass durch einen aberwitzigen Scherz des Schicksals womöglich sie die Freundin ist, die auch mitkommt. Und ganz ehrlich: Lieber würde ich mir die Hand von einer zuschlagenden Tür zerquetschen lassen oder einen Ziegelstein essen.“ Ziggy lachte. „Sie saß im Flieger aus London?“
„Erst war sie okay, aber dann hat sie sich betrunken und gar nicht mehr aufgehört zu reden. Der Flug wäre auf einem Mittelplatz in der Holzklasse angenehmer gewesen als neben ihr in der ersten Klasse. Gott, allein die Vorstellung, eine Woche mit so einer Frau verbringen zu müssen.“
Meine Schwester zog eine mitfühlende Grimasse. „Ich habe vier Stunden  lang so getan, als ob ich schlafe“, bekannte ich. „Hast du eine Ahnung, wie schwierig das ist?“
In diesem Augenblick wurden wir von einer leisen Stimme hinter uns unterbrochen.
„Entschuldigt bitte, dass ich euch störe. Aber Hannah, schau: Meine Freundin Pippa ist hier!“
ich drehte mich um und erstarrte. Blaue Augen funkelten herausfordernd und entzückt, und ihr Lächeln war strahlend und diesmal…vollkommen nüchtern.
Moment mal.
Wie lange stand sie schon da?
Nein.
Scheiße.

Fazit:
Ein wunderschöner, mehr als würdiger Abschluss dieser Reihe. Dir Story von Jenson und Pippa ist vielleicht nicht so dramatisch-emotional wie die Vorgängerromane, aber für mich war es einfach perfekt gewählt. Wahnsinnig sympathische Charaktere, tolle Schauplätze, die mehr als detailreich beschrieben werden und eine gut durchdachte Story, die stimmig ist, von Anfang bis zum Schluss. Ich liebe es, wie Christina Lauren viele Dialoge mit Witz und Charme unterlegt, oder die Gedankengänge ihrer Protagonisten mehr als realistisch beschreibt.  Auch das Wiedersehen mit der ganzen Clique ist einfach ein Traum. Aber letztendlich wurde dem Ganzen im Epilog die Krone aufgesetzt und damit eine Ära beendet, die ich absolut nicht missen möchte. Definitiv 5 von 5 Sterne.


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