Rezension „Underground Kings: Kenton“ von Aurora Rose Reynolds

Cover
Meine Begeisterung für das Cover hält sich dieses Mal in Grenzen. Die Aufmachung an sich finde ich ziemlich gut gewählt, da diese dunkle Aura, die Kenton umgibt, gut umgesetzt wurde. Aber das Male Model gefällt mir überhaupt nicht, was aber reine Geschmacksache ist.

Protas
Kenton Mayson führt ein gefährliches Leben. Sein gewählter Berufsweg führt in oftmals in waghalsige, sehr riskante Unternehmungen, die er jedoch dank seiner Professionalität mit Bravour meistert. Einer seiner neuesten Aufträge zwingt ihn, gewisse Dinge in einem anderen Blickwinkel zu betrachten, denn Frauen waren bisher nichts anderes als Zeitvertreib für gewisse Stunden.

Autumn Freeman führt ein Doppelleben. Tagsüber macht sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Nachts ist sie eine wahrgewordene Fantasie vieler Männer, ohne jemals gewisse Grenzen zu überschreiten. Für sie nur ein Brotjob, der ihre Rechnungen zahlt. Ein Job, der ihr letztendlich zum Verhängnis wird, denn sie wird zur einzigen Zeugin in einem brutalen Mordfall.

Schreibe & Inhalt
Ich werde von Buch zu Buch mehr Fan von Aurora Rose Reynolds. Durch den erfrischend prickelnden Schreibstil und dem spannenden Aufbau des Inhalts sind dem Kopfkino keine Grenzen gesetzt. In erster Linie erleben wir die Gedanken von Autumn, aber das ein oder andere Kapitel dürfen wir auch aus der Sicht von Kenton miterleben.

Ein Abend, der unspektakulär beginnt, wird für Autumn zum Wettlauf mit der Zeit, als sie während ihrer Schicht unfreiwillig zur einzigen Zeugin eines Mordfalles wird. Zu ihrem eigenen Schutz muss sie untertauchen, und kommt so bei einem Freund eines Kollegen unter. Kenton Mayson. Er ist seit langer Zeit der erste Mann, der Autumns Herz höher schlagen lässt, aber er hat keine hohe Meinung von der Stripperin und lässt sich so von seinen Vorurteilen leiten. Schon nach kurzer Zeit merkt er, wie unrecht Kenton ihr getan hat, denn sein Blick hinter die Fassade birgt einige Überraschungen. Als endlich alles gut zu werden scheint, wird Autumn mit jenem schicksalshaften Abend erneut konfrontiert und gerät erneut in Lebensgefahr. Der Vorfall weckt schlafende Hunde, denn nun sinnt Kenton nach Rache.

Spannungsbogen
Der Spannungsbogen geht von Anfang an kontinuierlich nach oben. Die Handlungsstränge sind gekonnt aufeinander abgestimmt und sorgen für viele aufregende Momenten, die den Puls in die Höhe schnellen lassen.

Taschentuchfaktor
Wuttränchen waren gleich zu Beginn mehrmals dabei. Kenton´s fiese Art, wenn auch zeitweise unbeabsichtigt, hat mich nicht kalt gelassen. Ebenso die Vergangenheit von Autumn, die sie genau den Weg hat gehen lassen, den sie eingeschlagen hat. Sehr berührend, wirklich.

Erotikfaktor
Ja Mensch, es geht um einen Mayson, da muss es heiß her gehen. Und das tut es. Es dauert einige Zeit, bis Erotik tatsächlich eine Rolle spielt, aber auch bis dahin flirrt die unausgesprochene Anziehung zwischen Autumn und Trenton unentwegt. Und wenn es so weit ist, mein lieber Schwan, denn die dominante Art der Maysons macht auch bei ihm nicht halt.

Minisnippet
Ich will Kenton fragen, ob er hier draußen wohnt und wo er arbeitet, und ihm gefühlt noch eine Million anderer Fragen stellen, aber mein Mund ist trocken und die Stimmung im Wagen nicht besser geworden, also halte ich lieber die Klappe. Ich sitze bei ihm fest, also schätze ich, dass dafür später noch genug Zeit bleibt. Ich sehe wieder nach vorn und muss bei dem Anblick des großen Gebäudes blinzeln, das vor uns auftaucht. Es ist ein riesiges Backsteinhaus. Zwei Veranden – eine im Erdgeschoss, eine im ersten Stock – umschließen den gesamten vorderen Bereich des Hauses. Es ist wunderschön und ziemlich riesig.
Ich wende mich Kenton zu und denke darüber nach, ihn zu fragen, ob das sein Haus ist. Ein Muskel zuckt in seinem Kiefer und seine Halsschlagader pulsiert heftig. Ich habe keine Ahnung, was ihn so aufgeregt hat, aber es ist vermutlich besser, bloß hier zu sitzen und leise zu sein, bis er sich wieder beruhigt hat. Wir halten vor dem Gebäude, das keinen gekennzeichneten Parkplatz vorweisen kann. Ohne etwas zu sagen, steigt Kenton aus dem Wagen, und ich nehme das als Wink, ihm zu folgen. Bis ich beim Kofferraum ankomme, hat er meine Koffer bereits herausgeholt und geht zurück zur Fahrerseite. Dort schiebt er den Sitz nach vorn, um an die Tasche auf dem Rücksitz zu gelangen. Schweigend trägt er zwei Gepäckstücke zur Veranda und ins Haus hinein. Ich ziehe den verbleibenden Koffer hinter mir her und folge ihm. Am Fuße der Treppe stellt er meine Sachen ab, dann dreht er sich zu mir um.
»Dein Zimmer ist ganz oben rechts. Am anderen Ende des Flurs ist ein Badezimmer, das du benutzen kannst. Ich habe mein eigenes.« Er fährt sich mit den Fingern durchs Haar und betrachtet mich erneut. Der Ärger ist ihm deutlich anzusehen. »Ich will keine fremden Männer in meinem Haus haben. Wenn du es also nötig hast, besorg es dir selbst.« Ich glotze ihn blinzelnd an, während er weiterspricht.»Der Alarmcode ist vier-fünf-neun-drei. Vergiss nicht, ihn einzugeben, wenn du dich im Haus aufhältst. Ich weiß nicht, wann ich zurück sein werde, aber du bist hier sicher.« Bevor ich auch nur die Chance habe, ein Wort hervorzubringen, zieht er die Eingangstür bereits hinter sich zu und ruft dabei: »Stell den Alarm ein!«Minutenlang bleibe ich regungslos stehen und starre auf die geschlossene Tür. Dann blicke ich mich um, kann aber keine Alarmanlage entdecken. Die Abscheu in Kentons Gesicht, als er meinte, ich solle es mir selbst besorgen, lässt Tränen in meiner Nasenspitze kribbeln. Ich murmle ein leises Fick dich und sehe kopfschüttelnd zwischen meinem Gepäck und den Stufen hin und her. Ich kann heulen, sobald ich mich in meinem Zimmer eingerichtet habe. Ich trage die Koffer und Tasche nacheinander hoch. Als ich endlich fertig bin, bin ich so erledigt, dass ich mit dem Gesicht voran aufs Bett falle, meinen Kopf unter das Kissen schiebe und weine, bis ich endlich einschlafe.

Fazit:
Eine mehr als ansprechende, wunderbare Geschichte, die alle Erwartungen erfüllt hat. Ich hab mich wahnsinnig auf Trentons Geschichte gefreut, und finde die Art und Weise, wie sie vom Aufbau her gestaltet ist, könnte authentischer nicht sein. Sie passt zum Charakter von Trenton, und auch Autumn hat sich als perfektes Gegenstück erwiesen. Die dominante Art von ihm hat mein Leserherz höher schlagen lassen, da es die ansprechende Mischung ist aus Härte, Beschützerinstinkt inkl. einer doch vorhandenen romantischen Ader 😉
Auch der Zusammenhalt in der Familie wird wieder groß geschrieben und Alles in Allem muss ich wohlig seufzen, wenn ich an das Ende denke. 5 absolut verdiente Sterne, und ich hoffe, das Buch von Trenton war erst der Anfang einer weiteren Reihe der Autorin.


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