Rezension „Pulse of Love – The Callboy“ von Annabel Rose

Cover
Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Das Close-up des abgebildeten Paares ist sinnlich, verführerisch und zieht den Betrachter förmlich in den Bann. Ein Design, das durch Schlichtheit besticht und trotzdem eine hohe Aussagekraft aufweist.

Protas
Sven hat sein Leben völlig umgekrempelt. Nachdem seine Freundin Juliette ihn betrogen hat und die Beziehung abrupt in die Brüche ging, hat er seinen Job in der Firma seines Vaters gekündigt und verdient seine Brötchen als gefragter Callboy. Mit seinem neugewonnenen Singledasein ist er überglücklich, bis er zufällig immer wieder auf eine Frau trifft, die ihn absolut fasziniert. Doch eine neue Liebe ist unmöglich, denn seinen Job toleriert niemand so leicht. Als Svens Freund André um einen Gefallen bittet, verstrickt er sich in einem Lügengebilde, das ihn immer mehr in Bedrängnis bringt.

Die junge Singlefrau Nina sehnt sich nach einem Wandel in ihrem Job. Ihre beste Freundin Sandra ermutigt sie dazu, sich in der firmeneigenen Marketing-Abteilung zu bewerben und sich dieser Herausforderung zu stellen. Das Vorstellungsgespräch verläuft anders als erwartet, und Nina entwickelt Gefühle für ihren vermeintlichen Vorgesetzten. Doch der Marketingleiter ist nicht der, für den er sich ausgibt. Die aufblühende Liebe zwischen den beiden droht zu zerplatzen, sobald das geheime Doppelleben ans Tageslicht kommt.

Schreibe & Inhalt
Annabel Rose konnte mich mit ihren letzten Veröffentlichungen total begeistern und ich war sehr gespannt, was mich nun in „Pulse of Love – The Callboy“ erwarten wird. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig, angenehm und fesselnd. Die Handlung wird aus den Sichtweisen von Sven, Nina und deren Freundin Sandra erzählt, wodurch der Leser spannende Einblicke erhält. Nina und Sven sind als Liebespaar sehr sympathisch und man verfolgt gebannt das Kennenlernen und den weiteren Verlauf ihrer aufkeimenden Gefühle. Auch die Nebencharaktere sind interessant und sorgen für unterhaltsame Momente. Der Punkt, der mir leider nicht so gut gefällt ist, dass es bei einigen Szenen an der Logik mangelt. Vor allem Situationen in denen Ninas Freundin Sandra involviert ist, sind für mich nicht nachvollziehbar. Ich kann es demzufolge auch nicht unter „überraschende Wendungen“ verbuchen, weil diese Momente kein positives Gefühl beim Lesen hinterlassen haben. Davon abgesehen, bekommt man prickelnde, reizvolle Erotik, die das Buch dennoch zu einem tollen Lesevergnügen machen.

Spannungsbogen
Das Lügengerüst von Sven macht die Handlung natürlich sehr spannend. Wann wird das Geheimnis gelüftet? Wie wird Nina reagieren? Gibt es ein Happy-End für beide? Das sind die Fragen, auf die man unbedingt eine Antwort erhalten möchte. Es ist daher fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.

Taschentuchfaktor
Die Geschichte zielt nicht auf große Tränen ab, dennoch darf man sich auf emotionale und dramatische Begegnungen freuen. Wut, Freude, Liebe und Verlangen sorgen für ein Gefühlschaos, das den Puls regelmäßig in die Höhe schlagen lässt.

Erotikfaktor
Ein leidenschaftliches Prickeln ist immer zu spüren, sobald Nina und Sven aufeinandertreffen. Die erotischen Szenen sind sehr abwechslungsreich und machen einfach Spaß. Die Beschreibungen sind detailliert, aber zu jeder Zeit niveauvoll. Besonders die Traumfantasien von Nina sind super gelungen, hier lief das Kopfkino auf Hochtouren.

Minisnippet
„Sagte ich nicht, du sollst kein Höschen tragen?“, fragte er mit einem bedrohlichen Unterton in der Stimme.

„Sven, wir sind gerade erst angekommen. Gib mir zwei Minuten Zeit und ich …“

„Erstens heißt es: Ja, Herr …“, Sven spürte, wie Sonja in sich zusammensackte. Sie ließ die Schultern hängen, der Kopf sank nach vorn, sie verfiel in ihre Rolle als Sub. „Und zweitens“, fuhr er fort, als habe er die Veränderung nicht bemerkt, „war mein Befehl klar und deutlich. Du hattest im Flughafen ausreichend Gelegenheit, deinen Slip loszuwerden. Du hast meinen Wunsch missachtet, ungezogenen Sub. Zieh dich aus und komm ins Wohnzimmer, um deine Bestrafung entgegenzunehmen.“

„Ja, Herr“, erwidert Sonja kleinlaut.

Sven wandte sich ab und machte es sich in einem Sessel bequem. Er nahm eine Zeitschrift, schlug sie auf, blätterte darin herum, sah sich die Bilder an, um die Zeit zu überbrücken, die Sonja fürs Ausziehen benötigte.

„Es tut mir leid, Herr, dass ich Euch enttäuscht habe.“ Sven blickte auf. Sonja stand nackt vor ihm und ließ sich auf die Knie sinken, den Blick reumütig nach unten gerichtet. „Es wird nicht wieder vorkommen.“

Er schwieg zunächst und ließ den Blick über Sonjas Rücken und wohlgeformten Po schweifen. Dafür, dass Sonja die fünfzig schon überschritten hatte, war sie gut in Form. Ein wirklich erfreulicher Anblick.

Fazit:
Ein schöner Liebesroman, der besonders mit seinen tollen Erotikszenen punkten kann. Die Autorin hat die Handlung spannend und unterhaltsam aufgebaut und die Protagonisten Nina und Sven sympathisch dargestellt. Leider gab es einige Handlungsweisen die für mich nicht realistisch waren, und für die es meiner Meinung nach glaubwürdigere Alternativen gegeben hätte. Ich kann „Pulse of Love – The Callboy“ dennoch mit kleinen Abstrichen empfehlen und vergebe 4 Sterne!


„Pulse of Love – The Callboy“ von Annabel Rose


 

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