Rezension „Diamantenherz: Küss die Diebin, wenn du kannst“ von Tessa May

Cover
Das Cover ist sehr passend gewählt. Die Diebin im schwarzen Kleid mit Lederhandschuhen, Hut und rotem Lippenstift. Die Erscheinung wirkt sehr charmant und verführerisch, genau so habe ich mir die Protagonistin vorgestellt. Mit den Handschellen fängt sie den attraktiven Mann ein, was auch sehr gut den Verlauf der Handlung symbolisiert. Die funkelnden Diamanten am Rand des Bildes und die verspielte Schriftart des Buchtitels runden das Design wunderschön ab.

Protas
Diamond ist eine berühmt-berüchtigte Meisterdiebin. Egal, welche Vorkehrungen die High Society trifft, vor dieser cleveren Frau ist kein Diamant sicher. Jahrelang ermittelt das FBI gegen sie, aber niemand ist in der Lage sie zu fassen. Nach außen hin erscheint sie lediglich kriminell und skrupellos, aber kaum jemand kennt die echten Beweggründe ihres Handelns, diese lassen die scharfsinnige Diebin nämlich in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Matt ist Undercover-Agent beim FBI. Seit Jahren ist er Diamond auf der Spur und regelrecht besessen davon, sie hinter Gitter zu bringen. Endlich erhält er die Chance ganz nah an seine Erzfeindin heranzukommen, indem er sich als reicher Kunde ausgibt und Interesse an einem Diamanten vortäuscht. Die Zusammenarbeit bringt Matt aber nicht nur brisante Beweise ein, denn sein Herz läuft Gefahr, von dieser bezaubernden Diebin gestohlen zu werden.

Schreibe & Inhalt
„Diamantenherz: Küss die Diebin, wenn du kannst“ wird im Genre „Chick Lit Suspense“ eingeordnet. Das Debüt von Tessa May verspricht dahingehend eine spannende und humorvolle Handlung, was ich definitiv so unterstreichen kann. Der Schreibstil ist flüssig, locker und mit einer Prise Witz versetzt. Man erhält abwechselnd Einblick in die Sichtweisen von Diamond und Matt, was uns die beiden Protagonisten noch näher bringt. Diamond wurde aus der Not heraus zur Diebin, hat aber dennoch sehr viel Spaß daran, die Reichen und Schönen an der Nase herumzuführen. Der eigentliche Grund für ihre Raubzüge zeigt ein ganz anderes Gesicht von ihr, und macht sie sehr liebenswert und sympathisch. Matt hat die Rolle des attraktiven und kühlen Undercover-Agenten inne, der anfangs nur das Ziel hat, Diamond endlich dingfest zu machen. Umso länger sie zusammenarbeiten, kommen Gefühle ins Spiel, die es schwer machen, an dem ursprünglichen Plan festzuhalten. Der Aufbau der Story hat mir sehr gut gefallen, bis auf das Ende. Das kam für mich zu abrupt, und hätte meiner Meinung nach ausführlicher sein können. So hatte ich leider das Gefühl, dass etwas fehlt.

Spannungsbogen
Die Handlung ist sehr spannend. Matts wahre Identität ist ein Geheimnis und man wartet nur darauf, dass die Bombe platzt. Bringt er Diamond ins Gefängnis? Haben beide eine gemeinsame Zukunft? Diese Fragen möchte man unbedingt beantwortet haben, deshalb ist es kaum möglich das Buch aus der Hand zu legen.

Taschentuchfaktor
Es werden ein paar dramatische Informationen enthüllt, die mich sehr bewegt haben. Taschentücher muss man sich dennoch nicht bereithalten, denn die Geschichte zielt vor allem darauf ab, den Leser zum Schmunzeln zu bringen.

Erotikfaktor
Ein gewisses erotisches Knistern ist zwischen Diamond und Matt immer zu spüren. Sie haben eine enorme Anziehungskraft, die einen förmlich in den Bann zieht. Explizite Erotikszenen gibt es aber nicht. Sobald es etwas intimer wird, blendet die Autorin die Szene aus. Demnach ist das Buch auch für jüngere Leser geeignet oder für jene, die mal auf freizügige Momente verzichten wollen.

Minisnippet
„Was ist?“, hakte ich nach, plötzlich besorgt, dass ihr das zu schnell ging, aber sie brachte ein kleines Lächeln zustande. „Normalerweise bist du nicht so langsam darin, dich auszuziehen.“ Eine Welle der Wärme durchströmte mich, als ich mich ebenfalls aufsetzte und ihre Hüften packte.

„Erledige du das doch“, hauchte ich ihr neckisch zu. „Du hast doch schon reichlich Erfahrung darin gesammelt. Lass nur bitte die Beretta weg, okay?“

„Die liegt sowieso im Loft“, gab sie schmunzelnd zurück, bevor sie langsam den Blick senkte und sich leicht räusperte. Gleich darauf machte sie sich an meinem Gürtel zu schaffen. Ich genoss unterdessen das wohlige Gefühl ihrer Beine, die mich immer noch eng umschlangen, während ich ihr einen weiteren Knutschfleck verpasste. Ihre Hände zitterten leicht vor Aufregung, als sie es endlich schaffte, die Schnalle zu lösen, dann schob sie mir die Jeans von der Hüfte.

„Willst du nicht noch mal die Aktion aus Genf wiederholen?“, raunte ich ihr zu. Meine Finger fuhren zielsicher zu ihrem Rücken und lösten mit einem kurzen Handgriff ihren BH.

„Das war nur Tarnung“, murmelte sie, ohne aufzublicken, ehe sie sich an mich schmiegte, als ich ihre Lippen wieder in einen innigen Kuss verwickelte und sanft ihre Brüste zu massieren begann. Alles in mir verkrampfte sich in dem Verlangen, das mich schon längst eingenommen hatte. Ich wollte ihr näher sein, sie ganz spüren, ihren zierlichen Körper an meinen pressen, bis sie mir gehörte.

Fazit:
Mit „Diamantenherz: Küss die Diebin, wenn du kannst“ ist der Autorin ein wundervoller Debütroman mit reichlich Spannung, tollem Humor und einzigartigem Charme gelungen. Die liebenswerten Charaktere schleichen sich in das Herz des Lesers und unterhalten auf meisterhafte Weise. Ein ausführlicheres Ende wäre die Kirsche auf der Sahnetorte gewesen, was der tollen Geschichte aber keinen Abbruch tut. Ich vergebe sehr gute 4 Sterne und kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen.


„Diamantenherz: Küss die Diebin, wenn du kannst“ von Tessa May 


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