Rezension „Joy of Love: Wettlauf gegen die Zeit“ von Lucia Vaughan

Cover
Das Cover ist trotz der Schlichtheit ein absoluter Blickfang. Der muskulöse Männerkörper ist richtig heiß und vermittelt gleichermaßen Gefahr und Sicherheit. Die schwarzweiße Farbgestaltung wirkt hier sehr geheimnisvoll und düster, was unglaublich gut zur Handlung passt. Für mich ein wunderschönes Design, welches die Neugier auf jeden Fall weckt.

Protas
Joy hat in frühester Kindheit schreckliche Dinge erlebt, die kein Mensch jemals durchmachen sollte. Seither leidet sie unter Angst vor Dunkelheit. Sie hat sich in ihr Schneckenhaus zurückgezogen und bleibt lieber im Hintergrund anstatt ihr Leben in vollen Zügen zu genießen. Eine To-do-Liste soll dahingehend Abhilfe schaffen. Der erste Schritt ist ein Selbstverteidigungskurs, der ihr Mut und Selbstvertrauen schenken soll. Dort lernt sie auch prompt den charmanten Trainer Caleb kennen, von dem Joy sofort in den Bann gezogen wird. Doch umso näher sie ihm kommt, desto mehr Rätsel gibt er ihr auf.

Caleb ist Trainer im Fitnessstudio und verdreht dort den weiblichen Mitgliedern den Kopf. Dass dieser Job nur als Tarnung dient, um an brisante Informationen zu kommen, ahnt niemand. Seine Mission gerät ins Wanken, als er dort Joy begegnet. Dass sie sich so konsequent zum Positiven verändern will, imponiert ihm sehr. Er verfällt Joy mit Haut und Haaren, obwohl er weiß, dass er sie sehr bald verletzen muss. Sein Auftrag hat oberste Priorität, doch langsam verwischen die Grenzen und Caleb bringt Joy damit in höchste Gefahr.

Schreibe & Inhalt
Nachdem mich der erste Band mit Hope richtig begeistern konnte, war die Geschichte von Joy natürlich Pflicht. Ich muss sagen, dass Lucia Vaughan mit diesem zweiten Band noch eine Schippe drauflegen konnte. Alles wirkt intensiver und fesselnder. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und die detailverliebten Schilderungen gefallen mir besonders gut. Man hat einfach das Gefühl am gleichen Ort wie Joy und Caleb zu sein, weil dem Leser ein genaues Bild vermittelt wird. Was in den Büchern die ich bisher gelesen habe, nicht immer selbstverständlich ist. Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich Joy und Caleb sofort ins Herz geschlossen habe. Joy ist eine junge Frau, die ihren ganzen Mut zusammennimmt und sich ihren Dämonen stellt. Jeder Mensch hat Ängste, und deshalb kann man nachvollziehen, was für eine Kraft dazu nötig ist, diese zu überwinden. Dieser Punkt wurde von der Autorin absolut authentisch geschildert. Caleb punktet natürlich erstmal durch seinen unvergleichlichen Charme und sein hervorragendes Aussehen, aber schon bald merkt man, dass noch sehr viel mehr in ihm steckt und er ebenfalls mit sich zu kämpfen hat. Beide Protagonisten sind sehr interessant und vielschichtig, der Drang hinter ihre Fassade blicken zu wollen, ist riesengroß. Daneben gibt es noch zahlreiche Nebencharaktere, die eine enorme Bereicherung für die Handlung sind. Joys Freundin Morgan, Hope und Faith, und natürlich Joana, die den Preis als Biest des Jahres gewinnt.

Spannungsbogen
Das Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite Spannung pur. Es werden gekonnt Köder ausgeworfen, die den Leser dazu zwingen, immer weiter zu lesen. Man möchte unbedingt wissen, was Joy passiert ist und was Calebs Geheimnis ist. Eine unbekannte Gefahr steht im Raum, die mich einige Fingernägel gekostet hat 😉

Taschentuchfaktor
Joy und Caleb tragen Narben aus der Vergangenheit auf der Seele. Die Erlebnisse werden so gefühlvoll und berührend beschrieben, dass man einfach mitleiden muss. Die dramatischen Momente lassen einen nicht los, die Tränen kullern und der Kloß im Hals ist vorprogrammiert.

Erotikfaktor
Ein gewisses erotisches Knistern ist immer dann zu spüren, wenn Joy und Caleb im gleichen Raum sind. Diese sexuell aufgeladene Stimmung bringt den Leser regelmäßig ins Schwitzen. Die Bettszenen sind sensationell, man kann es nicht anders sagen. Mir wurde unglaublich warm und ich hätte sehr gerne mehr davon gelesen. An Hotness ist das nicht zu überbieten, obwohl die Erotik eigentlich gar nicht im Vordergrund steht.

Minisnippet
„Ich möchte dir eine Freude bereiten. Allerdings bin ich derart scharf auf dich, dass ich mir beim ersten Mal nicht ganz so viel Zeit lassen könnte, wie ich mir vorgenommen habe.“

Sex. Wir werden Sex haben. Und nicht nur einmal.

Anders ausgedrückt: Punkt fünf und sechs meiner Liste an einem Tag erfüllt. Wahnsinn!

Ich beiße mir auf die Lippe und schließe die Augen, während Caleb mein Jäckchen abstreift und dann wortlos eine Spur aus Küssen mein Schlüsselbein entlangzieht.

„Sag mir, was dir gefällt, Joy.“

„Wobei?“

Ein leises Lachen an meiner Halsbeuge. Calebs Fingerspitzen gleiten federleicht meine Seite hinunter, ziehen meine Bluse aus dem Hosenbund, bevor sie unter den dünnen Stoff huschen.

„Sex. Was denkst du, wovon ich spreche?“

Fazit:
Lucia Vaughan hat mit „Joy of Love“ einen fantastischen Roman abgeliefert. Eine wundervolle Liebesgeschichte mit prickelnder Erotik und einer anständigen Portion Spannung und Drama. Joy und Caleb sind großartige Charaktere, die keine Wünsche offenlassen. Man verliebt sich direkt ins sie und fiebert bis zum Schluss mit. Die rasanten Dialoge und die abwechslungsreichen Nebencharaktere tun ihr Übriges dazu. Der Überraschungsfaktor ist bei diesem Buch unglaublich hoch, denn vieles ist unvorhersehbar und die ganzen Geschehnisse machen ein kleines bisschen süchtig. Ich bin restlos begeistert und kann es kaum erwarten, was Faith in Band 3 für uns bereithält. Joy und Caleb bekommen von mir selbstverständlich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!


„Joy of Love: Wettlauf gegen die Zeit“ von Lucia Vaughan 


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