Schreibwettbewerb Dez./Jan. Gewinnerstory Liane Schiwy

Mit dieser Finalstory, der Gewinnerstory, verabschieden wir uns schon wieder aus dem Wettbewerbsmonat Dezember ´16 – Januar ´17. Herzlichen Glückwunsch, Liane Schiwy und vielen Dank für Deine Einsendung.
Viel Spaß beim Lesen.


Liane Schiwy

Enya

„Mach mal Platz, Alter“.

Thomas schaute verwirrt in das Gesicht eines pubertierenden Mädchens, welches ihn so rüde angesprochen hatte. Kaugummi kauend und die linke Augenbraue hochziehend stand sie neben seinem Tisch und schickte sich an, ihm den Platz auf der gemütlichen Eckbank der Holzhauer Berghütte streitig zu machen.

„Guten Tag, junge Frau. Ein wenig Höflichkeit und Umgangsformen ständen ihnen gut, aber da heute die Sonne scheint und ich gute Laune habe, will ich mal nicht so sein und rückte selbstverständlich gerne zu Seite, um ihnen und ihrem beträchtlichen Ego Freiraum zu gewähren“, antwortete er. Nun wurde er seinerseits verwirrt angeschaut, so als habe sie ihn nicht verstanden. „Ey, ich will nur ’nen Sitzplatz. Kannste nich normales Deutsch?“, nuschelte sie.

Der Wirt brachte Thomas einen übervollen Teller mit einem Bauernfrühstück und ein großes Glas Almdudler. Neidisch schielte die junge Frau auf seine Bestellung und er hörte ihren Magen knurren. Er sah, wie sie heimlich unter dem Tisch ein paar Geldstücke aus ihrer rechten Hosentasche zog und diese zählte. „Was darf es sein?“, fragte der Wirt. „Ne Cola.“ „Klein oder groß?“ Nochmal schielte sie auf die wenigen Münzen in ihrer Hand und raunzte den Wirt bärbeißig an: „Klein. Länger hält mans hier ja doch nicht aus.“

Unsicher schaute sie sich immer wieder nach allen Seiten um, als sei sie auf der Hut. Irgendwie berührte sie das Herz von Thomas. Harte Schale, weicher Kern – ging es ihm durch den Kopf. Trotz ihrer Schroffheit schien sie verletzlich zu sein.

Sie kramte einen Brief aus ihrer Jackentasche und er sah, wie ihr Tränen aufstiegen. Sobald sie sich ertappt fühlte, stellte sie ihre Stacheln auf und schnauzte ihn an, er solle sich um seinen eigenen Kram kümmern und sie nicht so gierig anschauen.

Thomas hatte nur die Hälfte seines Bauernfrühstücks geschafft und bot nun dem Mädchen, dessen Magen immer lauter knurrte, den Rest an. Natürlich sträubte sie sich dagegen, erklärte bestimmt, dass sie nicht hungrig sei, aber ihre sehnsüchtigen Blicke sprachen eine andere Sprache. Der Wirt wollte den Teller schon abräumen als Thomas nach der Rechnung verlangte, aber er bat darum, den Speiserest noch einen Moment stehen zu lassen.

Thomas zog sich seine Regenjacke über, schulterte den Rucksack und verabschiedete sich lächelnd von der jungen Frau. Als er sich an der Türe nochmal umschaute sah er, wie sie sich schnell über die Essensreste hermachte.

 

Das Fernglas fest an die Augen gepresst, stand Thomas auf dem Gipfel des Weißkogels und suchte nach Gämsen, doch er hatte kein Glück. Seufzend setzte er das Fernglas ab. Eine abgehetzt wirkende Frau kam den schmalen Grat auf ihn zu. „Entschuldigung. Haben sie vielleicht ein junges Mädchen gesehen? Sie ist mittelgroß, schlank, hat lange, blonde Haare und trägt eine schwarze Steppjacke“, fragte ihn die Frau. Thomas erzählte, dass die Beschreibung auf das Mädchen passte, dass sich in der Hütte neben ihn gesetzt hatte. „Dieses Gör macht mich noch fertig. Wissen sie, ich bin ihre Tante und ihr Vormund. Beide Eltern sind vor kurzem bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Das ist eine schwere Zeit für sie. Mitten in der Pubertät ist man sowieso schon mit sich selbst beschäftigt und dann noch dieser Schicksalsschlag. Kein Wunder, dass sie so durcheinander ist. Deshalb konnte ich sie auch nicht im Stich lassen und habe sie zu mir genommen“, erzählte sie unaufgefordert. Thomas und Alexandra, die Lexy genannt wurde, kamen ins Gespräch. Lexy war ihm auf Anhieb sympathisch und das sie sich um ihre Nichte kümmerte, bewundernswert.

Zusammen stiegen sie vom Gipfel herunter und machten sich auf die Suche nach Enya, die ihren Vornamen der Vorliebe ihrer Eltern für die irische Sängerin verdankte. Sie fragten in der Berghütte nach, aber der Wirt konnte nicht weiter helfen. Lexys Angst um ihre Nichte wuchs mit jeder Minute. Thomas versuchte sie zu beruhigen und blieb an ihrer Seite. Sie liefen alle näheren Wege ab, aber Enya blieb verschwunden.

Gemeinsam nahmen sie die letzte Seilbahn ins Tal, denn bei einbrechender Dunkelheit konnten sie nichts ausrichten. Zufällig waren sie im gleichen Hotel untergekommen. Lexy ging auf ihr Zimmer, in der Hoffnung, Enya dort anzutreffen. Doch Fehlanzeige. Thomas machte sich kurz frisch und dann trafen sie sich wie verabredet an der Bar.

„Ich werde die Polizei benachrichtigen müssen. Ich kann nur beten, dass dem Mädchen nichts passiert ist. Ich habe sie wirklich gern, auch wenn sie das nicht glauben mag. Ich war dabei, als sie geboren wurde und durfte damals sogar die Nabelschnur durchschneiden“, erzählte sie. Sie wurde die Patentante und versprach ihrem Bruder und seiner Frau sich um Enya zu kümmern, sollte es nötig sein. Das der Fall eintreffen würde, damit hatte natürlich niemand gerechnet, aber sie hielt ihr Versprechen. Sie selbst hatte keine Kinder, weil sie sich immer in ihre Arbeit vertieft und nie auf eine feste Beziehung eingelassen hatte.

Lexy hatte Enya zu sich genommen, aber das Mädchen war verstört und seltsam. Sie musste viel verarbeiten für ihr Alter. Den plötzlichen Tod der Eltern, der Umzug zur Tante, den Verlust ihrer Freunde, die einfach nicht mit einer trauernden Teenagerin umgehen konnten und dann noch die äußerlichen Veränderungen, die die Pubertät mit sich bringt. Lexy hatte es für eine gute Idee gehalten, mit ihr noch vor dem Winter in die Berge zu fahren. Beim Wandern konnte sie selbst so gut den Kopf klar bekommen und das hatte sie für Enya auch erhofft. Die Schule hatte sie unterstützt und Enya für vier Wochen frei gestellt.

Gerade fasste Alexandra den Entschluss nun die Polizei zu informieren, da kam Enya durch die Lobby gestapft. Sie erblickte die Tante und Thomas und bog sofort in Richtung der Aufzüge ab. „Enya, so warte doch. Wo bist du gewesen? Ich habe mir Sorgen gemacht“, rief Lexy ihr hinterher. „Das sehe ich. Wahnsinnige Sorgen. Da lachst du dir gleich einen Lover an. Hey, dich kenn ich doch. Du bist doch er Quatschkopf aus der Berghütte.“

Thomas musste schmunzeln. So waren sie, die Teenager. Immer auf Krawall gebürstet. Nur keine Gefühle zeigen und immer voll auf Konfrontationskurs. Er konnte sich gut daran erinnern, wie er in dem Alter gewesen war. Ganz genauso. Doch er wusste auch, dass sich hinter der Fassade meist eine verletzliche Seele befand.

„Komm, ich spendiere uns ein Abendessen. Die Reste meines Bauernfrühstücks können dich nicht dauerhaft gesättigt haben“, meinte Thomas und schob den Teenager vor sich her. Lexy bestellte einen Salat, da sie behauptete, noch immer keinen Bissen herunter bringen zu können. Thomas entschied sich für Spaghetti carbonara und Enya bellte die Bedienung an: „Ein Steak. Groß und blutig! Ich will nicht diese Kinderkacke in rosa. Es muss tropfen. Und lass ja Grünfutter und Dekozeugs weg. Lieber zwei Scheiben, Rind und Lamm und jetzt troll dich oder ich fress dich.“

Die Tante war keineswegs erfreut über diese Wortwahl und entschuldigte sich bei der Bedienung im Namen ihrer Nichte. Thomas wunderte sich ob der eigenwilligen Bestellung.

Nach der Mahlzeit verschwand Enya sofort auf dem Zimmer. Lexy und Thomas unterhielten sich noch lange und angeregt, bevor sie sich zur Nachtruhe begaben. Sie verabredeten sich für den folgenden Abend an der Bar.

Am nächsten Tag wanderte Thomas wieder durch die Berge, genoss die frische, klare Luft und eine weitere, würzige Mahlzeit in einer Berghütte. Zurück im Hotel beschloss er zuerst eine Runde im hauseigenen Pool zu schwimmen. Er trat aus der Männerumkleide. Sehen konnte er niemanden, aber er hörte abgehackte Stücke einer jungen, weiblichen Stimme, die scheinbar telefonierte.

„…musst mich abholen!…sofort…nicht warten…Zick nicht rum…wenn du es hast…buch mich ein ins System…kriegst du später…Chile“.

Thomas glitt ins Wasser und begann seine Runde zu ziehen. Im Augenwinkel sah er Enya, die ihm den Rücken zuwandt, neben der Sonnenbank stehen. Das Handy noch an der rechten Ohrmuschel. Sie wollte also scheinbar abhauen, schlussfolgerte er aus den Gesprächsfetzen. Er fühlte sich unwohl, weil er einerseits das Telefonat belauscht hatte und andererseits in eine Sache reingezogen wurde, der er gerne entgangen wäre. Aber er wollte weder Enya in ihr Unglück rennen lassen noch gegenüber Lexy schweigen.

 

„Hey, du Dummbeutel. Hast du mich belauscht? Wo kommst du auf einmal her? Meinst du, du wärst mein Aufpasser? Fick dich“, bekam er an den Kopf geschmissen. Enya hatte ihn entdeckt und stand nun provokant, die Arme in die Taille gestemmt, über ihm am Beckenrand.

„Ich schwimme hier. Lauschen habe ich nicht nötig. Du hast laut genug gesprochen. Was du aus deinem Leben machst interessiert mich nur peripher. Bedenke aber, dass es Menschen gibt, denen du etwas bedeutest und die verletzlich sind. Genau wie du. Du kannst deinem Schmerz nicht entfliehen, er findet dich, egal wo du bist. Aber für den Schmerz anderer, wie zum Beispiel deiner Tante, bist du verantwortlich. Der Verlust deiner Eltern war Schicksal. Das konnte man nicht voraussehen. Niemand wollte dir ein Leid zufügen. Es ist einfach geschehen. Aber wenn du dich nun aus dem Staub machst, dann ist das ein Stich ins Herz von Lexy und der ist vermeidbar. Es gibt einen Menschen auf der Welt, der dich liebt und dafür keine Gegenleistung verlangt. Lexy hat von heute und morgen alles aufgegeben, was ihr wichtig war. Für dich. Obwohl sie keine Erfahrung mit Kindern hat. Obwohl sie nie Verantwortung – außer für sich selbst – tragen wollte. Und trotzdem nahm sie dich auf, erträgt alle Gemeinheiten, die du ihr an den Kopf wirfst, sorgt sich um dich, sucht nach dir, lässt dir die Freiheit, dich selbst zu finden und streckt dir ihre warmen Hände, ihr gutes Herz und ihre zarte Seele entgegen. Darüber solltest du nachdenken bevor du eine Entscheidung triffst.

Ich bin mir sicher, du wirst es schaffen. Du kannst dein Ding durchziehen und auch Lexy weiß das. Aber sie möchte dich bei sich haben. Sie liebt dich. Sie versucht sich in dich hineinzuversetzen und dir Halt und Geborgenheit zu bieten. Doch du trittst alles mit Füßen. Wenn du gehst, tust du ihr weh. Aber eins sage ich dir: du reißt dir auch selbst das Herz heraus und streust Salz in deine Wunden. Diese werden keine Chance auf Heilung haben, sie werden immer tiefer und du wirst dir selbst im Weg stehen und den Rückweg verbauen.“, sagte Thomas und tauchte unter. In ihm tobte eine leidenschaftlicher Sturm und er blieb unter Wasser, bis er das Gefühl hatte, seine Lungen würden platzen. Als er auftauchte war Enya verschwunden.

 

Er hatte keine Ahnung, warum ihm das alles so nahe ging. Er mochte den Teenager. Und noch mehr gefiel ihm die Tante. Er gestand sich ein, dass die beiden seinen Beschützerinstinkt geweckt hatten. Endlich eine Familie haben, ging es ihm durch den Kopf, das wäre schön. Eine Frau wie Alexandra war ihm noch nie über den Weg gelaufen und eine Tochter zu haben, wäre die Krönung. Bisher war ihm das nicht vergönnt gewesen. Er hatte sich anfangs auf die falschen Frauen eingelassen, die in ihm nur den Goldesel sahen und aus Frust hatte er sich dann ins Schneckenhaus zurück gezogen und alle Annäherungsversuche von Frauen im Keim erstickt. Er war zum Workaholic mutiert. Es gab kaum einen Tag und fast keinen Abend, an denen er ausging. Nach und nach hatten sich die Freunde von ihm abgewandt. Kein Wunder, hatte er stets Ausreden parat gehabt. Nur Mirko war noch mit ihm befreundet. Er schaffte es alle Halbjahr, ihn auf ein After-Work-Bierchen einzuladen. Der Stress hatte einen leichten Herzinfarkt ausgelöst. Ein Schuss vor den Bug, den er dringend nötig gehabt hatte. Im Krankenhaus und der anschließenden Reha hatte er genug Zeit gehabt über sein Leben nachzudenken.

„Sie machen sich was vor. Sie leben nicht! Sie versuchen nur zu überleben.“, hatte ihm die Nachtschwester in einem langen Gespräch gesagt. Erst war er sauer, über deren Offenheit, aber er hatte erkennen müssen, dass sie damit absolut Recht hatte. Er hatte die Chance, die sich durch die Krankheit bot erkannt, angenommen und angefangen an sich zu arbeiten. Thomas hatte begriffen, dass er nur dieses eine Leben hatte und er wollte es mit Erlebnissen und Erinnerungen bis zum letzten Atemzug füllen. So hatte er mit dem Wandern begonnen.

Tja, und nun traten auf einmal wieder Frauen in sein Leben und er spürte, dass die Frauen von früher nicht per se schlecht waren, sondern das diese nur das spiegelten, was er ausgestrahlt hatte. Ich habe Geld, ich kann jedes Weib haben, dass ich will – so muss es rüber gekommen sein und deshalb hatte er nur jene Damen kennengelernt, die sich ein  sorgloses Dasein auf seine Kosten erhofft hatten. Liebe war dabei keine Grundvoraussetzung gewesen. Nur Moneten.

Lexy und Enya hatten einen neuen Thomas wahrgenommen. Thomas, der Träumer. Thomas, der Sanftmütige. Thomas, dem nicht alles am Arsch vorbei ging.

 

Thomas hatte sein Bad genossen. Ebenso wie die Gedanken, die er sich gemacht hatte. Mit einem Lächeln auf den Lippen stieg er hinab in die Hotellobby. Er fand Lexy verweint  in einem Sessel sitzend vor. „Darf ich?“, fragte er höflich und setzte sich zu Alexandra. Sie redeten bis sich Lexy beruhigt hatte und dann die halbe Nacht hindurch. Als Thomas gegen drei Uhr morgens endlich im eigenen Bett lag, gestand er sich ein, dass er ein ehrliches Interesse an dieser Frau hatte.

 

Während Thomas am Frühstückstisch saß kam Lexy aufgeregt ihn zu. In ihrer Hand war ein zerknüllter Zettel. „Sie ist weg. Endgültig. Hier, lies, wenn du magst“, sagte sie und hielt im das Papier entgegen.

Gehe nach Chile. Du kannst mich nicht aufhalten. Hier ist alles Scheiße. Enya

Enya hatte alle ihre Sachen, das Bargeld ihrer Tante und auch deren EC-Karte mitgenommen. Lexy und Thomas beschlossen nach langer Bedenkzeit vorerst nichts zu unternehmen und darauf zu hoffen, dass sie am Flughafen aufgegriffen würde.

Am Spätnachmittag, als es zu dämmern begann, kam ein Polizist in die Hotelhalle und fragte nach Alexandra. Diese saß mit Thomas beim Kaffee. Beim Anblick des Polizisten, der das Paar ansteuerte, wich alle Farbe aus ihrem Gesicht. „Frau Hauber? Thomas Weiert? Könnte ich sie einen Moment in Ruhe sprechen?“, wollte er wissen. Er berichtete, dass sie einen Notruf erhalten hätten. Ein Mädchen sei abgestürzt. Ein junger Mann hätte das Revier verständigt. Er wusste allerdings nicht, wie das Mädchen heißt. Er hatte sie in der Nähe der Sommeralm getroffen, sei ein Stück mit ihr zusammen gelaufen und sie hätte berichtet, dass sie auf der Flucht vor ihrer Tante Lexy und einem Thomas wäre. Durch polizeiinterne Recherchemöglichkeiten sei man auf sie gestoßen und daher kam die Vermutung, dass die abgestürzte Person Enya sein könnte. Mit Sicherheit wisse man dies aber erst, wenn man sie geborgen hätte. Die Polizei würde es jedenfalls begrüßen, die beiden zur Sommeralm mitzunehmen, um gegebenenfalls eine Identifikation möglich zu machen. Man gehe nicht vom Tod des Mädchens aus, denn bisher konnte man immer noch ein Stöhnen aus dem Abgrund vernehmen. Allerdings sei die Bergung schwierig.

Der Polizist nahm Lexy und Thomas in einem schicken Privatwagen mit, was Thomas argwöhnisch grübeln ließ, warum es sich nicht um ein Einsatzfahrzeug handelte. Inzwischen war es stockdunkel geworden. Auf dem Parkplatz unterhalb der Hütte stellten sie das Auto ab und mit einer Taschenlampe leuchteten sie den Weg aus. Als die kleine Gruppe aus dem Wald trat, leuchtete ihnen das Licht unzähliger Fackeln entgegen. Der Polizist öffnete die Tür der Sommeralm und ließ den beiden den Vortritt. Verwirrt schauten sich Lexy und Thomas um. Der Tisch war gedeckt. Der Geruch einer deftigen Mahlzeit weckte ungewollt den Appetit. Teelichter waren in Herzform aufgestellt.

Durch die Küchentür betrat Enya den Raum. „Es tut mir Leid, dass ich dir soviel Kummer gemacht habe, Lexy. Du bist die beste und wundervollste Tante der Welt. Thomas hat mir die Augen geöffnet. Ich war egoistisch, dumm und selbstsüchtig. Ich mag euch beide. Ich möchte, dass wir eine Familie werden, wenn ihr das auch wollt. Ich schäme mich für mein schäbiges Verhalten. Daher möchte ich in Zukunft alles besser machen und dieses Dinner soll ein Anfang sein. Habe ich selbst gekocht. Und auch alles allein arrangiert. Sorry, wenn ich euch erschreckt habe mit der Absturzgeschichte und so. Aber ich wollte euch so gerne überraschen. Ich kann nicht versprechen, dass ich keine Aussetzer mehr haben werde, aber ich verspreche, dass ich an mir arbeiten werde. Und nun küsst euch endlich, sonst wird das nix mit Familie und Geschwistern und so“, ergänzte sie lachend.

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