Rezension Under the Lights Gunner und Willa von Abbi Glines

Cover
Das Cover hat großen Wiedererkennungswert, so wie alle Cover von Abbi Glines. Die Farbgestaltung gefällt mir richtig gut, es wurden warme Farben gewählt, die gut harmonieren.

Protas
Willa Ames war kein Mädchen von Traurigkeit. Ständig auf der Suche nach einer Möglichkeit, mit ihrem lieblosen Leben klarzukommen, passiert ein folgenschwerer Fehler. Verstoßen und völlig auf sich alleine gestellt, kehrt sie zurück an jenen Ort, an dem sie einst so glücklich war.

Gunnar Lawton ist ein gefeierter Football-Star an der Highschool. Sein BadBoy-Image genießt er in vollen Zügen. Eine belanglose Affäre jagt die nächste, was seiner Beliebtheit keinen Abbruch tut. Aber seine selbst auferlegte Gefühlskälte kommt gehörig ins Wanken, als seine beste Freundin aus Kindheitstagen wieder im Cottage ihrer Großmutter einzieht.

Schreibe & Inhalt
Ich muss zugeben, als ich die durchschnittlichen Bewertungen des Buches gesehen habe, war ich doch sehr skeptisch und bin nicht mit vollem Elan ans Lesen gegangen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Ich kann diese teils negativen Bewertungen überhaupt nicht nachvollziehen. Im Gegenteil. Ich finde, dass Abbi Glines wieder zu ihrer tollen Form zurück gefunden hat.

Als sich Gunnar und Willa nach 6 Jahren wiedertreffen, spüren beide schnell wieder diese Verbindung, die sie auch als Kinder schon verband. Beide haben eine Mauer um ihre Fassade gelegt, tragen eine Maske, denn die Geister der Vergangenheit scheinen unüberwindbar. Als die Situation für Gunnar rund um seine Familie zu eskalieren droht, ist die einzige, die ihm beistehen kann, Willa. Sie geraten in ein Karussell aus Trauer, Leid und unbekannter Gefühle, die sie zu verschlingen drohen.

Spannungsbogen
Ich konnte es nicht weglegen. Es war so spannend mitzuerleben, wie sich Willa und Gunnar ihren Problemen stellen und Hürden überwinden müssen, die für ihr Alter kaum zu bewältigen scheinen. Und gleichzeitig mit Gefühlen umgehen müssen, die ihnen noch völlig fremd sind.

Taschentuchfaktor
Ich hab nicht nur einmal Tränen wegblinzeln müssen, denn ich konnte mich wirklich großartig fallen lassen. Die große Bandbreite an Emotionen, die in dem Buch unweigerlich vorkommen, wurde von der Autorin meiner Meinung nach real dargestellt und somit perfekt umgesetzt.

Erotikfaktor
Sex spielt in dem Buch kaum eine Rolle. Klar wird das Thema ab und zu aufgegriffen, aber ich finde diese Story kommt völlig ohne erotische Szene aus und lebt ganz klar von den unterschiedlichen Gefühlen und schmerzlichen Erinnerungen, denen sich die Protas stellen müssen.

Minisnippet
Er ging mit mir in Richtung Kursraum, doch einige Meter davor blieb er stehen, öffnete die Tür zu einem dunklen Raum und zog mich hinein.
„Was machst du?“, fragte ich verwirrt, als er die Tür hinter uns schloss. Gunner ließ mein Armgelenk los und umfasste mein Gesicht. Das Licht vom Gang erhellte den Raum nur schwach. Aber ich sah, wie Gunner sich zu mir beugte. Ich wusste, was kam, und mein Magen schlug einen aufgeregten Purzelbaum, bevor sein Mund auf meinem landete.
Sanft strich er mit seinen Lippen auf meinen hin und her. Es war so eine zarte Berührung, dass ich sie einfach nur geschehen ließ, und er nutzte diesen Umstand, um seine Zunge auf die Suche nach meiner zu schicken. Ich legte die Hände auf seine Oberarme, hielt mich daran fest und zog ihn näher zu mir. Oder so ähnlich. Bei dem Feuerwerkt, das der Kuss in mit entfachte, kriegte ich alles andere gar nicht so genau mit. Ich hatte diesen Kuss zwar nicht erwartet, wollte aber nicht, dass er endete. Der Pfefferminzgeschmack von Gunners Kaugummi vermischte sich mit dem von meinem, und ich schmiegte mich fester an ihn, um ihn zu inhalieren. Seine harte Brust presste sich an meine.
Unvermittelt traf kalte Luft auf meinen nunmehr feuchten Lippen. Als ich die Augen aufriss, sah ich, dass Gunnar von mir zurückwich. Das Erstaunen in seinen Augen verstand ich gut, denn ich empfand es auch. Es hatte da eine Verbindung gegeben, die in mir den Wunsch geweckt hatte, in näher an mich zu ziehen. Mich in ihm zu verlieren und ihn nie mehr loszulassen. Ich fühle mich ganz. Wie dämlich ich war. Denn gerade, als mir all das durch den Kopf ging, öffnete Gunner die Tür und ließ mich stehen. Allein im Dunkeln.

Fazit:
Ich bin der Überzeugung, es kommt auf die eigene Erwartungshaltung an, mit der man sich einem Buch widmet.  In der Reihe „Field Party“ geht’s um 17 – 18jährige Highschool-Schüler, die natürlich ihr Leben und deren Emotionen anderes verarbeiten wie Erwachsene, die voll im Leben stehen. Daher finde ich diese Vergleiche mit der „Rosemary-Beach“-Reihe völlig unangebracht. Eine wunderschöne Fortsetzung der Reihe, eine tolle Liebesgeschichte. Das Leid, dass Gunnar aber auch Willa durchleben müssen, ist authentisch beschrieben und lässt einen völlig abtauchen in deren Emotionen. Für mich ganz klar 5 von 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung.


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