Rezension Snow White Lines von Kim Valentine

Cover
Das Cover und vor allem der Titel sind einfach perfekt. Genau das erschließt sich dem Leser und deren Bedeutung. Ebenso, dass es in schwarz/weiß gehalten ist, eine kleine, aber dennoch schöne Gemeinsamkeit der Protas.

Protas
Hailey Norris, eine taffe, junge Fotografin, versucht sich in New York, fernab ihres Elternhauses, eine eigene Zukunft aufzubauen. Mehr schlecht als recht kann sie sich über Wasser halten. Daher kommt der überraschende Auftrag, den Teenie Star, Jayden Pain, zu fotografieren, wie gerufen. Denn, was dem einen Leid bedeutet, kann des anderen Freud sein. Sie lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen und überzeugt mit ihrer Art. Mit ihren 20 Jahren hinterlässt sie einen erwachseneren Eindruck, als manch „Grand Dame“ um Jayden Pain.
Jayden Pain, Sänger, Teenager Star, eine Gottheit. Für viele weibliche Fans, wirkt er nach außen hin, wie Schwiegermamas Traum. Auf seine arrogante Art, die er an den Tag legt, passt er richtig in das Bild, der Möchtegern Starlets. Auch die Fähigkeit, sein Äußeres gut dosiert einzusetzen und seine „Untergebenen“ um den kleinen Finger zu wickeln, beherrscht er problemlos. Doch das nicht immer als Gold ist was glänzt, wird dem Leser sehr schnell klar. Denn auf einmal erhält er Gegenwind. Gegenwind, aus einer Position, von der er es gar nicht erwartet. Und das genau reizt ihn und somit fängt das Gerüst langsam zu wackeln an.

Schreibe & Inhalt
Dieses Buch schafft es, dass man ab der ersten Zeile unter Buchstabeneinfluss steht. Wer die Leseprobe mag, der mag auch das Buch. Diese leicht beschwingte, rotzig, freche Art und die Dialoge die dem folgen, geben dem Buch eine Leichtigkeit, dass man beim Lesen oft das Gefühl hat, drüber zu schweben. Es nimmt den Leser gefangen in eine eigene Welt, öffnet Türen, Türen die manchmal doch lieber geschlossen bleiben sollten. Denn was man hier zu sehen bzw. lesen bekommt, beschert einem tatsächlich an manchen Stellen eine Gänsehaut.
So erhält Hailey einen Einblick hinter die Fassade, die wirkliche Realität, die auch in der richtigen Wirklichkeit nicht sehr abwegig erscheint. Promis, die uns ein Leben verkaufen, das wir gerne hätten, jedoch den Preis dafür nicht kennen.
So obliegt es Hailey, nicht nur durch ihre Kamera den Blick fürs Wesentliche im Auge zu behalten, nein, mit ihrer Art schafft sie es, ein scheinbar kaltes Herz zu erobern, dabei ihr eigenes nicht zu verlieren. Zumindest ist sie Profi genug, dies für sich zu behalten.

Spannungsbogen
Das Buch ist durchgehend spannend. Es fesselt, baut sich inhaltlich auf, hat ein paar überraschende Wendungen, die es richtig lebendig und nicht langatmig oder langweilig erscheinen lassen. Die Story der beiden Protas will erzählt werden und ich als Leserin hatte oft das Gefühl, manchmal ausbrechen zu müssen, weil es mich emotional sehr gepackt hat.

Taschentuchfaktor
Die eine oder andere Leserin mag bestimmt an manchen Stellen ein Tränchen wegwischen. Ich finde jedoch, dass das Buch es nicht auf die Tränendrüse abzielt, nein, es berührt. Und das nicht zu wenig.

Erotikfaktor
Ich würde dies hier mit starken Gefühlen betiteln. Emotionen, die die beiden Protas miteinander verbinden, waren so intensiv, dass sie mir sehr viel mehr gaben, als eine manch beschriebene Sexszene das erreichen kann. Es überzeugt auf der ganzen Linie. Die erotischen Szenen, die beschrieben sind, sprechen an und man spürt als Leser das Knistern.

Minisnippet
Wenn er dachte, dass ich nun einen Kniefall machen würde, um ihn winselnd um Verzeihung zu bitten, so würde sich Mr. Superbabyfacestar aber gewaltig täuschen. Kampflustig reckte ich das Kinn nach vorn und hielt seinem bohrenden Blick stand.

>>Du bist vor einigen Monaten in dieses Interview geplatzt, warst völlig unbeeindruckt von meinem arroganten Gehabe und hast mich mit deiner frechen Klappe mehr als nur einmal auf den Boden der Tatsachen geholt. Du warst diejenige, die mich geerdet hat, und du bist gleichzeitig die Einzige, die meine Welt aus den Angeln heben kann<<, sagter er mit fester Stimme, während er mir weiter in die Augen sah.

Fazit
Eine wundervolle Story, die nicht nur eine Wandlung von vorherrschenden Vorurteilen beschreibt und der Fähigkeit, dass man Meinungen revidieren kann. Auch manches nach außen hin dargestelltes erscheint nicht immer so, wie es sein soll. Letztendlich will jeder sein eigenes ICH schützen. Es ist eine sehr intensive Story, die mich als Leserin mit einem Herzschmerz zurück gelassen hat. Starke Gefühle, die auch zwischen den Zeilen zu lesen waren, zeichnen das Buch aus.
Das Buch hat zwar einen Cliffhanger, ich finde ihn jedoch an der Stelle richtig gesetzt. Hier kann man einen guten Cut mit der Story machen, zur Ruhe kommen, durchatmen. Gerade, weil der Schluss sehr emotional intensiv ist und mich aufgewühlt zurück gelassen hat.

Hier gibt es von mir verdiente 5 Sterne.


„Snow White Lines“ von Kim Valentine

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