Rezension „Die Keltensklavin“ von Lily Monroe

Cover
Das Cover ist ein wunderschöner Blickfang. Passend zum Protagonisten sieht man hier einen römischen Kämpfer in seiner Rüstung. Die Neugier wird direkt entfacht, da sich zwar ein sehr muskulöser Oberkörper offenbart, das Gesicht hingegen im Verborgenen bleibt. Die antike Schriftart ist dann das i-Tüpfelchen auf dem Design. Ein Gesamtbild, das perfekt auf den Inhalt des Buches abgestimmt ist.

Protas
Die keltischen Zwillingsschwestern Iseabail und Inghean müssen aus ihrem Dorf fliehen und werden kurz darauf von römischen Legionären in Gefangenschaft genommen und in deren Lager gebracht. Dort werden sie dem Feldherrn Marius Gaius Licinus vorgeführt, der die Seltenheit dieses Zwillingspaars sofort zu schätzen weiß. Doch schnell wird klar, dass die Schwestern in ihrem Wesen so gegensätzlich wie Feuer und Wasser sind, was Marius zu der Entscheidung bringt, die Sklavin Inghean weit fort zu seinem Bruder bringen zu lassen. Iseabail wird von Marius als Lustsklavin beansprucht, im Austausch dafür, sorgt Marius für die Sicherheit von Inghean. Iseabail geht dieses Opfer ein, um ihre Schwester zu beschützen, doch zu ihrer Überraschung muss sie erkennen, dass die speziellen Wünsche des Feldherrn nicht nur qualvoll, sondern vor allem lustvoll für sie sind.

Schreibe & Inhalt
Als dieses Buch vom Plaisir d’Amour Verlag angekündigt wurde, war ich absolut begeistert, denn historische Erotikromane gehören in der Buchwelt ja leider schon zur Randgruppe. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich endlich Lily Monroes neustes Werk in Händen halten konnte. Ein romantischer BDSM-Roman, der uns in die Zeit der Römer und Germanen zurückkatapultiert. Der Fokus liegt hier natürlich auf den Erotikszenen, das muss dem Leser bewusst sein. Darüber hinaus schafft die Autorin mit Einblicken in die Sklavenhaltung und die erbitterten Kämpfe eine authentische Atmosphäre. Die Wortwahl wechselt je nach Ort und Situation von sehr gehoben, zu unverblümt und deftig, was ebenfalls zu einem realistischen Leseerlebnis beiträgt. Iseabail eine ruhige und besonnene Protagonistin, die sich für ihre Schwester opfert und damit eine Größe und Stärke beweist, die bewundernswert ist. Sie spart sich ihre Kraft für Gelegenheiten auf, die erfolgversprechend sind, weicht dafür aber nie von ihren Prinzipien ab. Das Wohlergehen anderer, stellt sie grundsätzlich über ihr eigenes. Diese Tatsache macht sie unglaublich sympathisch. Auf der anderen Seite ist Marius, der es durch seine Stellung gewohnt ist, Befehle zu erteilen. Die Dominanz liegt ihm im Blut. Dadurch wirkt er anfangs sehr kühl und gefühllos. Für das Schicksal der Zwillinge zeigt er nicht das geringste Mitleid. Besonders er macht in dieser Geschichte einen großen Sprung in seiner Charakterwandlung. Zu einem gewissen Zeitpunkt bemerkt er, dass Iseabail keine x-beliebige Sklavin für ihn ist, und er sie seinen Gefühlen dementsprechend behandeln muss. Es macht Spaß die langsame Annährung zu beobachten, die über die körperliche Befriedigung hinausgeht. Ein tolles Paar, das mich Stück für Stück in den Bann ziehen konnte. Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, was mit Inghean bei Marius’ Bruder geschieht. Auch dieses Buch will ich nun unbedingt lesen.

Spannungsbogen
Ein historischer Roman ist durch das Kennenlernen einer anderen Zeit immer sehr spannend. Die Gefangenschaft der Zwillinge und ihr weiteres Schicksal laden zum Mitfiebern ein. Gelingt ihnen die Flucht? Wird Iseabail ihre Schwester jemals wiedersehen? Zeigt Marius endlich Erbarmen? Diese Fragen wollen beantwortet werden und ein Weglegen des Buches ist somit unmöglich.

Taschentuchfaktor
Der Kampf um Leben und Tod erzeugt regelmäßig Gänsehaut. Wer als Sieger hervorgeht, bleibt lange im Ungewissen. Somit wird der Geschichte die passende Dramatik eingehaucht. Die gewaltsame Trennung der Zwillinge sorgt ebenso für Tränenmomente.

Erotikfaktor
Die erotischen BDSM-Szenen sind sehr prickelnd beschrieben. Marius verführt seine Lustsklavin mit Härte und Strenge und gewinnt ihre völlige Hingabe. Explizit, derb und schamlos, aber niemals niveaulos. Die einzelnen Momente hätte man etwas abwechslungsreicher gestalten können, was ich als kleinen Kritikpunkt anführen möchte. Trotzdem wird dem Leser hier eine berauschende Erotik geboten.

Minisnippet
Er verstärkte seinen Griff um ihren Hals und genoss das ängstliche Beben, das ihren Körper überlief. Marius beugte sich über ihr Ohr und raunte: „Du weißt nicht, was ich mit dir vorhabe, nicht wahr?“
Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum und starrte stur geradeaus.
„Ich werde dich und deinen Körper auf jede beliebige Art genießen. Besonderes Vergnügen wird es mir bereiten, dich zu bestrafen. Wenn du also denkst, Tränen und Flehen würden mich dazu bringen, dir gegenüber Gnade und Barmherzigkeit zu zeigen, hast du dich getäuscht.“
Er gab ihr Zeit, das Gesagte zu verdauen, zu begreifen, was er plante, und sich zu fürchten.
Einen Schritt trat er zurück und klatschte ihr dann so fest auf den Hintern, dass der Laut von den Zeltwänden zurückgeworfen wurde und in seinen Ohren dröhnte.

Fazit:
Lily Monroe hat mit ihrer „Keltensklavin“ einen tollen BDSM-Roman abgeliefert. Die historische Komponente wirkt authentisch und sorgt für eine einnehmende Atmosphäre. Die Kämpfe zwischen den Römern und Germanen sind spannend dargestellt und bieten die nötige Abwechslung zu den zahlreichen Erotikszenen. Das augenscheinlich ungleiche Gespann aus Marius und Iseabail entpuppt sich als ideale Verkörperung für Dominanz und Unterwerfung. Heiß, dramatisch und spannend. Wer histo-erotische Romane genauso sehr liebt wie ich, der sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.


„Die Keltensklavin“ von Lily Monroe 


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