Schreibwettbewerb Oktober Finalisten Mandy Schmidt

Die dritte Geschichte, aus dem Finale des Schreibwettbewerbs im Oktober.


Ghostly Voices

Der leichte Nieselregen auf meiner Haut; kühlte mich von Minute zu Minute beharrlich aus.

Dunkelheit verschluckte Statuen, Büsche und Bäume; die mit der Nacht verschmelzten.

Frisch; war der kräftige Wind und eigentlich sollte ich zu dieser Jahreszeit eher in meinem Bett liegen.

Vor allem, wenn man auf die Uhr schaute.

Es war Herbst.

Mitten in der Nacht.

Doch irgendwie spürte ich mich kaum noch selbst.

Nicht einmal die Kälte interessierte mich wirklich.

Wie lange ich nun auf diesem Grabstein hockte, wusste ich ebenso nicht, denn vor Stunden wollte ich schon wieder verschwinden, aber nur hier konnte ich meinen Eltern so unendlich nahe; wie nur möglich sein.

Wann würde ich jemals überhaupt wieder ein normales Leben führen können?

Wann konnte ich wieder das Mädchen; von vor drei Wochen sein?

Die die glücklich war und wie jede Siebzehnjährige; in die Schule ging…

Niemals wieder. Das war nicht nur mir bewusst.

Bis vor wenigen Tagen hatte ich mir noch Gedanken um meinen bescheuerten Exfreund gemacht, weil ich der Annahme war, er hätte mich geschwängert.

Falscher Alarm. Zum Glück.

Da war das Leben noch okay.

Ich ging auf Party´s; machte gezwungenermaßen meine Hausaufgaben, obwohl ich es hasste und verfluchte Vater und Mutter, dass sie mich nur am Wochenende bis um zwölf raus ließen.

Wenn ich nun daran zurück dachte, hätte ich es lieber so, wie es schon einmal war, anstatt hier auf einem gottverlassenen Friedhof im Regen zu hocken.

Noch waren nicht einmal die Blumen von der Beerdigung weggeräumt.

Mittlerweile waren sie verwelkt und das wunderschöne Weiß der Lilien; nur noch ein ekelhaftest abscheuliches Gelb.

Das Gras vor dem Grabstein schien gar nicht wirklich wachsen zu wollen, obwohl es schon längst so sein sollte und auch die dunkelgraue geschwungene Schrift auf dem Marmor; stimmte mich nur noch trauriger.

Sie hatten mich einfach allein gelassen.

Warum mussten sie auch in diesen bescheuerten Wagen steigen?

Weshalb genau zu diesem Zeitpunkt die Gleisen befahren?

Fast wie in einem Horrorfilm, wenn man daran dachte, dass man mit dem Auto auf mitten einer Bahnstrecke einfach stehen blieb und den Motor nicht mehr an bekam.

So; als wäre das Schicksal schon längst darauf vorbereitet gewesen, sie mir einfach ohne jeglichen Grund weg zu nehmen.

Ich war doch noch nicht einmal volljährig.

Was sollte ich denn nun machen?

Und dann war da noch dieser komische Junge auf unserer Schule; der wie aus dem Nichts auftauchte.

Jeder suchte regelrecht die Flucht nach diesem Vorfall vor mir.

Keiner blickte mich an.

Alle gingen mir aus dem Weg.

Mieden jeglichen Kontakt, so als hätte ich die Pest oder als würden die ganzen Leute einfach so durch mich hindurch sehen.

Er zwar irgendwo auch, aber ich spürte stetig seine Augen direkt auf mir.

Wenn ich mich zu ihm drehte, dann schaute er nicht weg, sondern starrte… wie in meine Seele hinein.

Es war nicht nur eigenartig, sondern schon fast gruselig.

So; als wäre er irgendein Geist.

Er existierte doch, oder sah ich schon Gespenster?

Denn in den letzten Tagen kam ich mir schon vor, als würde ich gar nicht mehr wirklich ein Bestand der Erde sein. So als würde der Tod schon an mir nagen; mich verschlingen.

Ich war schon allgemein fast am durchdrehen, dann brauchte ich so etwas nicht auch noch.

Einmal wollte ich ihn sogar in der Schule darauf ansprechen; just in diesem Moment verschwand er um eine Ecke und war wie vom Erdboden verschluckt.

Wie ein Schatten meiner selbst.

Die Haut blass, ähnlich einer Leiche. Dunkle und tiefe Augenringe, als würde er niemals in der Nacht zur Ruhe kommen und wahrscheinlich nicht wissen, wie man Schlaf überhaupt schrieb. Dann waren da diese Augen.

Konnten Augen denn leuchten?

Oder war es einfach nur der Lichteinfall der Sonne?

Seine hohen Wangenknochen ließen ihn fast eingebildet wirken. So als wäre er von hohem Stand.

Lange schlanke Glieder, die ihn hin und wieder so unmenschlich und fix über den Boden schweben ließen.

Und dann diese Lippen.

So sanft sahen sie aus.

Voll und weich.

Luden zum berühren ein und doch kam ich ihn nie näher, als ungefähr fünf Meter.

Hielt er sich bewusst von mir fern? Tat ich ihm auch leid? Nur das wollte ich nicht.

Dieser geheimnisvolle Junge weckte mein Interesse. Aber was war mit den anderen Schülern? Sahen sie ihn nicht auch, wie er in der Pause durch die langen Gänge schlich?

Ich schluckte schwer, umklammerte mich fester, als der Wind immer stürmischer wurde.

Tropf.

Tropf.

Tropf.

Auch der Regen wurde es und obwohl ich schon längst meine Knochen nicht mehr spüren musste, erbebte ich nun doch.

Ich stand von dem Grabstein auf, auf dem ich die ganze Zeit hockte und kniete mich noch einmal nach unten, um den kalten Stein zu berühren.

Unter meinen Fingern kribbelte es und als ich ein leises Knacken vernahm, zuckte ich unwillkürlich zusammen.

Was war das?, ging mir durch den Kopf, den ich zugleich hob und sah mich wild blinzelnd um.

Leider konnte ich in der Dunkelheit nicht viel erkennen.

Wer um Gottes Himmels Willen rannte auch schon mitten in der Nacht auf einem bescheuerten Friedhof herum?

Aber auch wenn ich Angst hatte, beschloss ich mich trotz dessen etwas umzusehen.

Leider erkannte ich weiterhin nichts und meine Beine trugen mich von ganz allein einen schmalen Weg entlang, wo ich noch niemals zuvor war.

Nein.

Dieser war mir definitiv nicht bekannt, obwohl ich hier in dem kleinen Ort aufwuchs und jeden Winkel eigentlich kannte.

Nun wurde der Regen noch stärker.

Große Flatschen begannen noch den Rest meiner Klamotten aufzuweichen und mich noch weiter bis auf die Knochen auszukühlen. Scheiße. Und was tat ich hier?

Anstatt wieder nach Hause zu gehen, wo mich natürlich niemand erwartete, rannte ich durch die Finsternis, ins Nirgendwo.

Was wenn nun jemand aus den Büschen sprang? Ein Mörder oder Vergewaltiger? Was dann?

Hier würde mich niemals jemand bemerken. Dafür war ich zu weit von der Wirklichkeit entfernt. Außerdem war es jenseits einer Uhrzeit, wo normale Menschen hier herum liefen.

Nicht einmal der alte Mann, der den Friedhof bewachte, war Mitternacht anwesend. Erst recht nicht bei dem Wetter.

Hatten sie in diesem Tage überhaupt Sturm gemeldet?

Mir war gar nicht so gewesen.

Nichtsdestotrotz bewegten sich meine Beine irgendwie von allein über den mit kleinen Steinen, Dreck und Schlamm besudelten Untergrund.

Zwar wollte ich mich selbst stoppen und anhalten, aber ich kam gar nicht dazu.

Was sollte das werden?

Was passierte da mit mir?

Schlagartig bohrte sich in mein Innerstes eine unerbittliche Angst, denn da war etwas, was mich an sich zog. Eine unsichtbare Macht, die ich nicht kannte. Sie war mir vollkommen unbekannt.

Ich sah sie nicht; spürte sie aber deutlich genug; um zu verstehen, dass hier etwas vollkommen unwirklich schien. Womöglich lag ich allerdings auch in meinem Bett und träumte nur, was sich dennoch ziemlich real anfühlte.

Das musste es sein.

Genau.

Anders war es nicht zu erklären.

Doch weshalb spürte ich dann klar und deutlich die Nässe unter meinen Klamotten und weshalb preschte dann der Wind so extrem in meinem schwarzen langem Haar?

Es war eigenartig, aber sollte ich mich weiter gehen das Unbekannte wehren oder doch lieber mitziehen lassen.

Da das Erste nicht zu schaffen war, folgte ich dem anderen, auch wenn mich ein mulmiges Gefühl umschlich.

Der Weg kam mir unendlich lang und dunkel vor. Nur der Mond spendete etwas Licht. Das aber kaum etwas brachte, da ihn die Wolken immer wieder verdeckten.

»Dieses scheiß Wetter.«, fluchte ich, wollte einfach nur noch schneller laufen, aber blieb dann geschockt stehen, auch wenn ich die ganze Zeit meine Gliedmaßen kaum noch unter Kontrolle bekam.

Nun war diese wieder da.

Fassungslos starrte ich auf einen Punkt.

Ich war doch hier groß geworden. Warum fiel mir dann dieses Gebäude nur niemals zuvor auf?

War es, weil ich mich nicht für diese Gegend hier interessierte? Oder an was lag es sonst?

Vor mir erstreckte sich nun ein Weg, der kleine Steinplatten aufwies.

Am Ende war ein kleiner dunkelgrauer Zaun mit scharfen Spitzen, die in die Nacht schossen und fast mit der Dunkelheit verschmolzen. Und dann war da dieses Gebäude.

Es war nichts anderes, wie eine Kirche.

Verhüllt würde diese durch die immer schwärzer werdende Nacht, die sich gar nicht mehr klären wollte.

Ich bekam einen Klos in meinem Hals. Das musste eindeutig ein Traum sein, anders ging es gar nicht. Ich war doch nicht durchgedreht, oder doch? Verdammt. Was sollte ich nun machen?

Natürlich war ich aber auch irgendwo neugierig, was man darin vorfand; auch wenn ich schon extreme Angst in mir verspürte. Vor allem, da diese Erscheinung vor mir, eher wie aus einem Gruselfilm aussah.

Überall rang Efeu empor. Die Scheiben waren matt und auch der dunkelgraue Stein schien nicht mehr der Beste zu sein.

Und dann standen da auch noch diese Statuen, die ich erst gar nicht wirklich entdeckte.

Es schienen riesige Schatten zu sein, deren Fratzen alles und jeden von dort verschrecken wollte.

Das Gute oder das Böse?

Ich hatte keinerlei Ahnung.

Da war nur dieses komische Gefühl in mir, dass sich nicht beschreiben ließ. Fadenscheinig. Durchsichtig. Unwirklich. Als wäre ich nicht richtig vorhanden. So wie in einer fremden Welt und doch stand ich hier und sah dieses Bild vor mir.

Eine Gott verlassene Kirche.

Völlig unverhofft, sah ich allerdings plötzlich etwas im Augenwinkel.

Es war mir nicht möglich es überhaupt zuzuordnen. Dafür war es zu geschwind; kaum zu erkennen.

Eine Person? Oder doch nur ein Tier?

Es müsste zweiteres gewesen sein. Zumindest dachte ich das so bei mir. Denn war ein Mensch so wahnsinnig schnell?

Kurz blieb ich starr stehen.

Nein. Da war nichts. Rein gar nichts.

Also hatte ich mir das doch alles bloß eingebildet.

Demnach ging ich einfach auf unsicheren Schritten weiter, da mir schon etwas mulmig zumute wurde; doch hier an diesem unheimlichen Ort verweilen wollte ich auch nicht.

Erneut blieb ich allerdings wieder stehen.

Da war die eine leise Stimme in meinem Kopf, die wollte, dass ich wieder umkehrte und dann aber noch eine andere. Ich sollte zu dieser Kirche gehen.

Um ehrlich zu sein; war ich auch so verdammt neugierig, dass ich alles um mich herum vergaß. Sogar meine geliebten Eltern. Irgendwann würde es mir definitiv zum Verhängnis werden.

Langsam trat ich kurz darauf etwas nach vorn.

Der matschige Schlamm unter meinen Sohlen schmatzte.

Ein weiterer Schritt und noch einer und noch einer.

Dann ein Knacken.

Ein fast lautloses Patschen.

Stille.

Erneut war ich bewegungsunfähig und lauschte.

Das konnte doch nicht sein. Da war doch jemand und was auch immer es sein würde; dieses Etwas verfolgte mich, denn sonst würde es sich nicht verstecken.

Deshalb drehte ich mich herum und versuchte meinen Blick zu schärfen.

Leider erkannte ich in der Dunkelheit nur schemenhafte Umrisse.

Nicht mehr.

Nicht weniger.

Nun wollte ich aber auch nicht unbedingt rufen. Ich beschloss kurzer Hand umzudrehen und dort hin zu laufen, wo ich etwas zuvor vernahm.

Und siehe da…

Da schienen Schritte zu sein.

Größer als meine. Vielleicht von Stiefeln?

Schwer zu sagen, weil mir der Regen jegliche Sicht versperrte. Außerdem hatte ich mir nie einen Kopf um Fußabdrücke gemacht.

Womöglich wäre es nun an der Zeit gewesen, sich mehr darüber zu beschäftigen, aber dafür blieb mir keinerlei Zeit, denn schon binnen weniger Sekunden hörte ich wieder etwas. Dieses Mal war das Geräusch eindeutig.

Es war ein Mensch, der ebenso wie ich; durch den Matsch stiefelte.

Also hatte ich es mir doch alles nicht eingebildet.

Ich blickte mich wild um und erkannte genau auf dem Weg, auf dem ich abging, um den Spuren zu folgen; jemanden stehen. Die Größe war schwer zu schätzen, aber definitiv war ich gegen diesen Jungen klein.

Ich konnte am Körperbau sehen, dass es auch keine Frau sein konnte.

Wobei den schlanken Körper ein Mantel zierte, der ebenso durchweicht; wie meine Klamotten zu sein schien.

Leider war sein Gesicht durch eine Kapuze verhüllt, sodass ich nichts erkannte.

Die kniehohen Stiefel waren mit Schlamm besudelt.

Er musste schon eine Weile draußen sein.

Was ziemlich unglaubwürdig war, dass er mir keinerlei Angst machte. Eher das Gegenteil war der Fall. So als stünde er bloß da, um auf mich aufzupassen.

Deswegen beachtete ich ihn auch gar nicht weiter und trat erneut auf den Weg vor mir, um etwas langsamer als zuvor zu der Kirche zu gehen.

Was mich nicht wunderte, dass mich dieser Mann verfolgte.

Er ging mir mit einem bestimmten Abstand hinterher und irgendwie kamen mir seine Bewegungen bekannt vor.

So; als hätte ich sie schon einmal irgendwo wahr genommen, aber konnte es einfach nicht einordnen.

Erleichtert atmete ich schwer aus, als ich endlich das riesige Tor des Zaunes erreichte.

Ich ging hindurch und schon dabei fühlte ich mich komplett anders.

Hatte der Regen aufgehört?

Zugleich sah ich an mir herunter. Meine Sachen waren schlagartig nicht mehr nass. Wie war das möglich? Konnte so etwas sein?

Verwirrt ging ich ein paar Schritte in Richtung der großen braunen Holztür, drehte mich herum und musste schwer erkennen, dass ich den Weg, den ich kam, gar nicht mehr sah. Ganz im Gegenteil.

Die Szenerie war ganz anders.

Dort waren überall Bäume, Sträucher und Büsche.

Sie blühten in fantastischen Farben und auch die Sonne konnte man von Weitem erblicken.

Ich hingegen stand in einem Schatten der Kirche vor mir.

Fast hätte ich den Verstand verloren. Nur der Mann, der mir folgte und plötzlich seine Kapuze abnahm, ließ mich nicht ganz verzweifeln, aber als ich sah, wer sich da die ganze Zeit im Hintergrund hielt, wurde ich schlagartig kalkweiß.

Was wollte er denn hier?

Es war der blasse Junge aus meiner Schule. Der; der mich immer so eigenartig anschaute, wobei alle anderen durch mich hindurch sahen; mich gar nicht wirklich wahr nahmen.

Die dunklen Schatten unter seinen Augen wirkten nun noch extremer. Die Wangen schienen noch mehr eingefallen zu sein. Doch auch wenn er so unendlich müde schien, war sein Blick nicht mehr so unbedeutend wie sonst, sondern ganz anders. Weich.

Sanft.

Zart.

Kurz blitzte in ihnen etwas auf.

Ich würde sagen, es war Hoffnung und ein leichtes Lächeln huschte über meine Lippen.

Dann drehte ich mich wieder herum und ließ mich von diesem Bann ziehen, der sich erneut um meinen Körper wickelte. Er wollte, dass ich endlich hinein ging. Hinein in dieses Gebäude, was nun nicht mehr zerfallen war.

Nein. Überhaupt nicht.

Die Fenster glitzerten nun bunt und waren wunderschön bemalt, auf dem Dach prunkte eine riesig goldene Glocke und die Klinke, die ich einen Moment später nach unten drückte, hatte sich durch die Sonne etwas angewärmt.

Wenn man es so nahm, war es eigentlich ein wunderbarer Ort, aber so anders. Ich musste definitiv träumen. Anders war das einfach nicht möglich.

Plötzlich stand ich genau in der Mitte darin, obwohl ich mich kaum bewegt hatte.

Die Szenerie wäre perfekt gewesen, wenn ich nicht etwas vorn an der Front entdeckt hätte, was ich lieber nicht sehen wollte. Zumindest war ich nicht ganz allein. Das beruhigte mich etwas. Ein kühler Atem strich mir unwillkürlich in den Nacken und zwei Hände des Jungen legten sich auf meine Schultern.

Er schob mich regelrecht zu den drei Särgen, die dort jemand aufbahrte und zögerlich trat ich mit schweren Schritten dort hin.

Man hörte mein lautes Schlucken; die Geräusche meines klackenden Absatzes.

Da ich es zuvor nicht wahr nahm; blickte ich nach unten.

Ich wollte aufkreischen; schreien, fluchen; nur irgendetwas tun, aber ich flehte Gott innerlich an, dass er mich aus diesem Alptraum heraus holte. Das alles schien nämlich nicht real zu sein. Es verwirrte mich bloß noch mehr.

Gerade, weil ich schlagartig andere Sachen trug.

Ein strahlend weißes Kleid aus feiner Seide wickelte sich sanft um meinen Körper, aber um darüber nachzudenken, blieb gar keine Zeit, da mich der Junge hinter mir, weiter nach vorn trieb.

Und dann geschah es. Ich stand genau davor.

Links und rechts waren zwei Personen gebettet. Ich kannte sie. Vater und Mutter.

Allerdings der in der Mitte, stand etwas weiter nach vorn versetzt.

Am liebsten wäre ich dort gar nicht weiter hingegangen, denn der Schock nagte schon tief in meiner Seele.

Kräftig schloss ich bebend die Augen.

Zögerliche Schritte nach vorn.

Eins.

Zwei.

Drei.

Ich riss die Augen auf, senkte den Kopf und taumelte erschrocken zurück.

»Nein.«, hauchte ich.

Nein.

Nein.

Nein.

»Das kann nicht wahr sein.«, wisperte meine zerbrechliche Stimme und hinter mir spürte ich den Fremden, der nun noch näher war.

Er beugte sich zu mir herunter, kam meinem Ohr immer näher und flüsterte: »Doch. Das bist du, Katelyn. Erinnere dich endlich… Du bist schon längst tot.«

Ich konnte mich nicht mehr bewegen.

Rein gar nichts mehr.

Das einzige was aus meinem Mund dran, war dieser ohrenbetäubende Schrei der Verzweiflung.

Ende

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